Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Dreharbeiten

Seßlach wird Kulisse für ZDF-Film zur Hexenverbrennung

Nicht nur in der Stadt Coburg sind derzeit Kamerateams zu Gast - auch vor dem Rothenberger Tor in Seßlach (Kreis Coburg) wird bald gedreht.
Neuer Look für die Häuser neben dem Rothenberger Tor: Da das Seßlacher Stadttor bei Dreharbeiten eines historischen ZDF-Films das Bamberger Stadttor mimen soll, mussten auch die drei Nachbargebäude von Malermeister Uwe Endres (Kirchaich) auf alt getrimmt werden.  Fotos: Bettina Knauth
 
von BETTINA KNAUTH
In der Nähe des Rothenberger Stadttores müssen die Verkehrsschilder verschwinden, die Laterne am Haus Flenderstraße 90 wird abmontiert und die Fassaden der ersten drei Häuser in der Flenderstraße wurden neu gestrichen. Hintergrund für diese seltsamen Aktivitäten sind Filmaufnahmen für eine historische Liebesgeschichte des ZDF. In deren Auftrag dreht eine Filmgesellschaft derzeit Szenen in Seßlach. Das Rothenberger Tor stellt dabei das Bamberger Stadttor dar.

In der Domstadt spielt der neue ZDF-Film. Er erzählt die Liebesgeschichte zwischen einem Arzt und einer Apothekertochter zur Zeit der Hexenverfolgung. Auch der Bamberger Fürstbischof Johann Georg II. ("Fuchs von Dornheim"), der von 1623 bis 1631 fast 1000 Menschen als Hexen hinrichten ließ, und ein erschütternder Bericht des gefolterten Bürgermeisters Johannes Junius vom 24. Juli 1628 werden in dem Film eine Rolle spielen.
Seit Anfang Oktober laufen die Dreharbeiten in Bamberg. Vorher wurde in Niederösterreich gefilmt, wo unter anderem auch das "Malefiz-Haus" (das Bamberger Hexengefängnis) nachgebaut wurde.

Für den letzten Teil der Dreharbeiten wird der Tross in Seßlach erwartet. Passend zum 17. Jahrhundert, in dem die Handlung spielt, wurden die Fassaden nicht mit einem frischen Farbton verschönert. Sie bekamen erst einen "Grünanstrich", auf den anschließend die historische Patina aufgetragen wurde. Auch das Haus mit der Nummer 90, das gerade erst wegen seiner mustergültigen Sanierung mit der "Eisernen Rose" des Landkreises dekoriert wurde, bekam diesen neuen Anstrich, der es wieder alt aussehen lässt.

Das schöne Fachwerkhaus gilt als das älteste Wohnhaus in Seßlach, Dachwerk und Fassade stammen aus dem Jahr 1543, die verwendeten Eichenstämme wurden auf das Jahr 1542 datiert. Bauherr Martin Burgs müller hatte es in fünf Jahren und über 6000 Arbeitsstunden restauriert und beinahe alle Arbeiten fertiggestellt, als er die Anfrage der Filmgesellschaft erhielt. "Am Anfang war ich unsicher, weil mir nicht klar war, was an handwerklichen Arbeiten vorgesehen war", berichtet der Seßlacher. Nach ersten Treffen mit den Verantwortlichen von der Bamberger Filmgesellschaft Alexander Schimkus gewann er aber "einen guten Eindruck". Auch die geplante Verwendung von Naturfarben, wie er sie selbst gebraucht hatte, überzeugten ihn.

Am Montag geht es los

Nun werden das "Burgsmüller-Haus" wie die beiden Nachbarhäuser und das Rothenberger Tor in Szene gesetzt - voraussichtlich am kommenden Montag. In den vergangenen Wochen haben Szenenbildner und andere Mitarbeiter vorbeigeschaut, um Details zu besprechen. "Es muss schon sehr viel Aufwand betrieben werden für vielleicht zwei Minuten, die nachher im Film zu sehen sein werden" - das durfte Martin Burgsmüller aus nächster Nähe beobachten. "In Grau sieht das Haus gar nicht so schlecht aus", gab der Hausbesitzer nach erfolgter Verwandlung zu. Nur das "Scheckige" störte ihn ein wenig. Damit sollen Gebrauchsspuren, vor allem Wasserflecken, suggeriert werden, die dem Haus erst das historische Aussehen verleihen.

Die filmerprobte Stadt Seßlach leistet auch bei diesem Film Hilfestellungen: Unmittelbar vor Beginn der Dreharbeiten wird der Bauhof die Straßenschilder abmontieren, die Eon wird nach Gesprächen der Filmgesellschaft mit Bürgermeister Hendrik Dressel (Freie Wähler) die Straßenlaterne entfernen und die Flenderstraße wird ab der "Nepomuk-Brücke" am Drehtag für den Verkehr gesperrt. "Der Aufwand für diese Filmarbeiten ist vergleichsmäßig gering", kommentierte Dressel die Vorbereitungen. Die Filmgesellschaft habe auch mit den Anwohnern besprochen, dass keine parkenden Fahrzeuge am Drehtag vor den Häusern stehen.

Nach den Dreharbeiten sollen die Häuser in ihren Originalzustand zurückversetzt werden. Könnten die Aufnahmen neben dem Burgsmüller-Haus stattfinden, hätte sich das Filmteam den Aufwand sparen können: Dort hat der studierte Bauingenieur und Denkmalpfleger ein Stück Gasse aus der Bauzeit des Hauses unverändert erhalten, auch die Fassade des Hauses weist hier noch den Original-Putz auf. Charakteristisch sind die typischen, "Kalkspatzen" genannten, weißen Sprenkel, die häufig historische Kalkmörtel durchziehen.

TV-Dreh: "Die Seelen im Feuer"

Hintergrund Bislang steht nur der Arbeitstitel des histor ischen ZDF-Fernsehfilms aus der Zeit der Hexenverfolgungen. Die Dreharbeiten haben bereits Anfang September in Österreich begonnen. Der Film beschreibt mit dem Höhe- und Wendepunkt der Hexenprozesse um 1630 in Bamberg, ein nicht aufgearbeitetes Kapitel deutscher Geschichte.

zum Thema "Drehort Franken"



noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.