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Wirtschaft

Schumacher expandiert in Polen

Mit dem Kauf einer Papierfabrik verstärkt der Verpackungsspezialist die eigene Papier-Produktion.
Von Ebersdorf aus steuert die Schumacher Packagig Gruppe ihre internationale Geschäftstätigkeit. Mittlerweile gibt es nicht nur viele Standorte in Deutschland, sondern auch in Polen und den Niederlanden.
 
Die Schumacher Packaging Gruppe setzt ihren Wachstumskurs mit einer strategischen Investition fort. Im polnischen Myszków wurde eine komplette Papierfabrik übernommen. Geschäftsführer Björn Schumacher wird dazu in einer Pressemitteilung des Unternehmens wie folgt zitiert: "Der Papiermarkt ist starken Preisschwankungen unterworfen. Diese konnten vor allem in den vergangenen drei Jahren nicht am Markt weitergegeben werden. Künftig können wir diese Volatilität erheblich besser ausgleichen. Wir verbessern unsere Lieferfähigkeit und sichern so auch weitere Wachstumschancen." Laut Angaben von Schumacher investiert die Packaging-Gruppe 100 Millionen Euro dafür.

Fast zwei Jahre dauerten wegen komplizierter Rechtsverhältnisse die Übernahmeverhandlungen, die jetzt abgeschlossen werden konnten, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Im März 2016 erfolgte mit dem Kauf der Papiermaschine, dem "Herz der Fabrik", ein wichtiger Zwischenschritt. Insgesamt gehört zur Schumacher Packaging Gruppe nun ein neuer Produktionsstandort mit über 28 Hektar Gelände, eigenem Kraftwerk und eigener Kläranlage. Björn Schumacher: "Hier passen Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit perfekt zusammen. Durch unser Gelände fließt der Fluss Warta, aus dem wir Wasser für die Produktion entnehmen und das wir geklärt auch wieder in den Fluss einleiten dürfen." Mit dem bei der Papierproduktion entstehenden Dampf wird Strom für die Fabrik erzeugt.

Bislang wurden auf der 5,36 Meter breiten Papiermaschine vornehmlich Zeitungspapiere hergestellt. Nach der Umrüstung auf Wellpappenpapiere sollen in Myszków pro Jahr - je nach Papiergrammatur - rund 250 000 bis 300 000 Tonnen hochqualitative Testliner und Wellenstoff erzeugt werden.


Produktionsstart 2019 geplant

Rund 30 Mitarbeiter werden sich in den nächsten zwei bis drei Jahren darum kümmern, dass die Infrastruktur und die Gebäude gemäß den Schumacher-Qualitätsrichtlinien instand gesetzt werden und die Maschine für den Umbau vorbereitet wird. Mit dem für 2019 geplanten Produktionsstart werden rund 130 Mitarbeiter Wellpappenpapiere im Wert von 100 Millionen Euro pro Jahr herstellen.

Für die Expansion ist laut Schumacher eine gute Verkehrsanbindung besonders wichtig. "Gerade in der bevorstehenden Ertüchtigungsphase kommt es uns sehr entgegen, dass wir in unmittelbarer Nähe einen Flugplatz zur Verfügung haben. Aber auch in den folgenden Jahren ist schnelle Erreichbarkeit für ein europaweit agierendes Unternehmen wie unseres von zentraler Bedeutung", sagt Björn Schumacher. Die Industriestadt Myszków ist zudem über zwei Autobahnen in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung angebunden. Der Standort in der Nähe von Katowice liegt laut Schumacher zudem "strategisch günstig" zu den beiden bereits vorhandenen polnischen Werken in Bydgoszcz und Breslau.

Die Schumacher Packaging Gruppe mit Stammsitz in Ebersdorf bei Coburg ist ein Experte für maßgeschneiderte Verpackungslösungen aus Well- und Vollpappe. Schon seit Jahren zählt das inhabergeführte mittelständische Unternehmen zu den Produktivitäts- und Technologieführern der Verpackungsbranche. Im Geschäftsjahr 2015 erwirtschaftete Schumacher Packaging einen Jahresumsatz von rund 496 Millionen Euro. Die Mitarbeiterzahl der Gruppe beträgt derzeit 2600.

zum Thema "Wirtschaft Coburg"

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