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Stadtrat

Schlossplatz-Tiefgarage: Schaden für die Stadt?

Parken unter dem Schlossplatz wäre nach Stadtplaner Walter Ackers kontraproduktiv für Coburgs Zukunft.
Das aktuelle Parkraumkonzept geht - auch ohne Schlossplatz-Tiefgarage - von ausreichend Parkplätzen aus. Montage: CT-Archiv / Jochen Nützel
 
von ULRIKE NAUER
Würde eine Tiefgarage unter dem Schlossplatz, wie sie in Coburg seit Jahrzehnten immer wieder gefordert wird, tatsächlich die Stadtentwicklung beeinträchtigen? Professor Walter Ackers, der mit seinem Braunschweiger Büro für Städtebau, Coburgs Innenstadt für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Isek) analysiert. Ackers geht sogar noch weiter: "Wir würden damit für die Stadt einen erheblichen Schaden bewirken", lautet seine Einschätzung, die er durch das Parkraumkonzept der Stadt Coburg gestützt sieht. Als er sie am Donnerstag allerdings im Rahmen des Sachstandsberichts dem Coburger Stadtrat präsentierte, löste das eine hitzige Diskussion aus.


Angriff auf den Bürgerwillen

Befürworter der Schlossplatz-Tiefgarage wie Peter Kammerscheid (Pro Coburg), der seit Urzeiten für den Bau kämpft, sahen in Ackers Ausführungen einen Angriff auf den Bürgerwillen. Gegner des Parkens unter dem Schlossplatz wie die Grünen-Fraktion griffen Ackers' Darstellung begeistert auf und sahen sich in ihrer Argumentation bestätigt.
Für eine Schlossplatz-Tiefgarage hätten immerhin 5000 Coburger unterschrieben, bemerkte Peter Kammerscheid. Im Rahmen des Isek sollten Wohnungen geschaffen, der Einzelhandel intensiviert, die Gastronomie gefördert und gleichzeitig das kulturelle Erbe der Stadt bewahrt werden, wiederholte Kammerscheid die Punkte, die Ackers zuvor aufgezählt hatte. "Wo aber sollen denn all diese Menschen parken?"
In eine ähnliche Richtung gingen die Überlegungen von Horst Geuter (Pro Coburg). Viele der Maßnahmen aus dem Isek gefielen ihm gut, etwa der, im Steinweg Wohnraum für junge Leute zu schaffen. "Aber diese Leute haben ein Auto, der Handel braucht Kunden und die brauchen ebenfalls ein Auto." Schon jetzt gebe es einen riesigen Parksuchverkehr im Bereich Rücker tstraße, die - nebenbei bemerkt - laut Isek verkehrsberuhigt werden sollte. "Wie wollen Sie das ändern, wenn dort keine Parkplätze geschaffen werden?", wollte Geuter wissen.


Parkplätze reichen aus

Hierzu besage das Parkraumkonzept ganz eindeutig: Es gebe keine Parkplatznot in Coburg, entgegnete Ackers. "Deshalb haben wir extra das Ergebnis abgewartet." Die Stadtplaner hätten die aber Tiefgarage nicht von vornherein ausgeschlossen, betonte er. Seiner Meinung nach seien die vorhandenen Parkplätze und Park häuser ausreichend. "Das sind doch alles keine Entfernungen." Dass 5000 Bürger für die Schlossplatz-Tiefgarage unterschrieben hätten, sei allein noch kein städtebauliches Argument, sagte Ackers, wofür er Gelächter aus den Reihen der Befürworter erntete.
Grünen-Stadtrat Wolfgang Weiß dankte dem Stadtplaner dagegen für "die Klarheit der Worte". "Verkehr wird immer noch viel zu stark mit Autos in Verbindung gebracht", kritisierte Weiß. "Wir brauchen eine Verkehrswende. Zusätzlicher Parkraum für Autos wäre dabei kontraproduktiv." Stattdessen müsse die Stadt neue Wege gehen, etwa den öffentlichen Nahverkehr verbessern, ebenso die Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer.


Die Förderkulisse steht

Stadtrat Hans Michelbach (CSU) gab in der Diskussion einen ganz anderen Punkt zu bedenken: Für eine Quartiers-Tiefgarage wurden Fördergelder in Aussicht gestellt. Man habe erkannt, dass der Ostteil der Stadt erheblichen Bedarf bei der Sanierung von Häusern, aber auch bei der Schaffung von Parkraum habe, so Michelbach. Nur aus diesem Grund habe die oberste Baubehörde die Ausweitung des Sanierungsgebietes akzeptiert. "Wir können nun nicht einfach die Ausgangslage umkehren, die Förderkulisse ist festgelegt."
"Dass hier die Weltreligionen aufeinander prallen, habe ich schon erwartet", fasste Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) zusammen. Parkraumkonzept hin oder her, er vernehme oft genug von Coburger Händlern den Ruf nach mehr Parkplätzen, während die Stadtplaner die Innenstadt am Liebsten verkehrsberuhigen möchten. "Aber", so Tessmer, "zwischen Schwarz und Weiß gibt's noch ganz viele Farben."
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