Region // Coburg
Die Caipi-Crew von Coburg
Etwa eine Tonne Eis, dazu Berge von Limetten sowie zentnerweise Zucker: Damit am Samba-Wochenende auch wirklich jeder seinen Caipirinha bekommt, muss viel geplant, geschuftet und manchmal auch improvisiert werden.
Erkan Balkan hat sich hochgearbeitet. Nein, nicht vom Tellerwäscher zum Millionär, aber immerhin vom Limetten-Stampfer zum Caipi-Koordinator. Der Caipirinha, wie das brasilianische Kultgetränk vollständig heißt, gehört zum Coburger Samba-Festival wie die Trommeln und der Federschmuck der Tänzerinnen. "Ich bin schon seit 19 Jahren dabei", erzählt Erkan Balkan, und trotz der vielen Arbeit, die damit verbunden ist, macht er es gerne. "Das Samba-Festival bedeutet für mich Leben", sagt der gebürtige Coburger, "wir können unsere Stadt toll präsentieren und vielen Menschen Freude machen."
Vor die Freude hat der liebe Herrgott im Falle des Caipis aber einen enormen logistischen Aufwand gesetzt. Am Markt sowie am Schloss- und am Albertsplatz stehen Lastwagen, die surren - weil darin riesige Mengen Eis gelagert und tiefgekühlt werden. Auch Limetten mussten bergeweise geordert werden, wobei Erkan Balkan froh ist, viele treue Partner zu haben, die bei Engpässen sogar in der Nacht noch für Nachschub sorgen können.
Alle Caipi-Stände, die nichts mit einem Lokal zu tun haben, werden vom Festival-Veranstalter Sambaco koordiniert. Das garantiert nicht zuletzt einen einheitlichen Preis von fünf Euro für 0,3 Liter; die alkoholfreie Variante ist einen Euro billiger. Die damit verbundene Arbeit ist aber dieselbe: "Das Stampfen der Limetten geht ganz schön in die Arme", berichtet Kristin Staak, die aber trotzdem lacht und bestens gelaunt ist.
Seit mittlerweile zehn Jahren gehört sie zur Caipi-Crew.
Einen Mangel an Mitarbeitern gibt es nicht, wie Erkan Balkan erzählt. Wobei es den meisten der gut 50 Personen gar nicht darum gehe, etwas nebenbei zu verdienen. "Sie haben einfach Spaß dabei!" Da nickt Khalid Zetzmann mit dem Kopf, schränkt allerdings auch ein: "Der große Ansturm kommt erfahrungsgemäß so um 23 Uhr - dann ist Powerplay angesagt, dann ist hier am Stand Champions League!" Sagt's und hievt einen Fünf-Kilo-Beutel Eis aus der Kühltruhe.
Bei aller Caipi-Euphorie müssen zwei Dinge aber auch noch angesprochen werden. Erstens: Als Gegenleistung für den Hauptsponsor des Samba-Festivals wird der Caipirinha auf allen Schildern "Piturinha" genannt. Zweitens: Caipi wird zwar auf lange Sicht das Top-Getränk beim Festival bleiben, doch laut Erkan Balkan ist der "Cuba Libre" stark im Kommen.
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