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Quadro Nuevo und Martina Schwarzmann

Seinen künstlerischen Höhepunkt erlebte das Festival Tambacher Sommer mit dem Auftritt der musikalischen Weltenbummler Quadro Nuevo. Auf ihrer "Grand Voyage" folgten ihnen etwa 600 Zuhörer. Die bayerische Musikkabarettistin Martina Schwarzmann sorgte für bissigen Spaß.
Für einen zauberhaften Abend sorgten Quadro Nuevo im Tambacher Schlosshof.  Fotos: Albert Höchstädter
 

Die vier grandiosen Musiker von Quadro Nuevo aus der Münchner Gegend, die seit 1996 sich selbst und ein immer größeres Publikum verzaubern, traten auf die Bühne, und für fast drei Stunden war die Welt eine andere. Sie kamen leise und gaben schon einmal programmatisch die "Parole" aus, eines ihrer älteren Lieder von irgendwo auf der Welt, die sie in ganz eigenem und unverwechselbaren Sound erklingen lassen.

Quadro Nuevo malen virtuos und frei impressionistische Bilder, kein Instrument bleibt so, wie wir es kennen. Alles wirkt in so entspannter Gelöstheit und Leichtigkeit, dass Musiker und Publikum wie fortgebeamt träumen. Irgendwann behauptete dieser skurrile Mulo Francel in einer seiner entzückend valentinesken Erklärungen ja auch, das seien gar nicht sie, ein "Es" steige da empor und mache Musik. Da ist was dran.

"Wer Glück hat, kommt", heißt das neue Programm von Martina Schwarzmann, wobei Glück beim Auftritt der bayerischen Musikkaberttistin im Tambacher Schlosshof vor allem die hatten, die bayerisch konnten: Ihr Einstiegs-Lied ("Jeder wart' auf irgendwas") muss die Kabarettistin nach "Akamelwartauftoasn" unterbrechen, um in bemühtem Hochdeutsch zu erklären: "Es geht um ein Kamel, das auf die Oase wartet."

Die zweifache Mutter kommt dabei so unprätentiös daher, dass man ihr zunächst gar nicht zutraut, dass sie einen Heidenspaß daran hat, ihre Mitbürger vor den Kopf zu stoßen. Erst als sie vom beengten Leben in ihrem 1000-Seelen-Heimatdorf Überacker im Landkreis Fürstenfeldbruck erzählt, wo ein stolzer Gartenbesitzer schon mal mit Laubbläser und orangefarbenem Sicherheitshelm sieben Blätter wegbläst ("Vielleicht schätzt der des Risiko a bisserl falsch ei.") wird klar, warum sie in Gedanken Wildschweine auf Golfplätze lockt oder zu viert vor ihr fahrenden Rennradlern "a bissl ins Knia" schießt.

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