Coburg
Bau- und Umweltsenat

Ohne Architektenwettbewerb kein Zuschuss für Bürgerhaus Wüstenahorn

Das Projekt "Bürgerhaus am Wolfgangsee" in Wüstenahorn selbst ist nicht umstritten, wohl aber ein neuerlicher Architektenwettbewerb, obwohl es schon fertige Pläne gibt. Das Problem: Ohne diesen Wettbewerb gibt es keinen Zuschuss.
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Das Wachinger-Gebäude dient derzeit noch als Ausstellungsfläche. An dieser Stelle soll das geplante "Bürgerhaus am Wolfgangsee" verwirklicht werden. Foto: Simone Bastian/Archiv
Das Wachinger-Gebäude dient derzeit noch als Ausstellungsfläche. An dieser Stelle soll das geplante "Bürgerhaus am Wolfgangsee" verwirklicht werden. Foto: Simone Bastian/Archiv
Das geplante "Bürgerhaus am Wolfgangsee" im Stadtteil Wüstenahorn soll im Jahr 2017 eröffnet werden. Dazu gibt es nun einen Architektenwettbewerb. Zwar hat der Bau- und Umweltsenat am Mittwoch die Ausführungen von Ullrich Pfuhlmann zur Kenntnis genommen - was anderes ist dem Gremium auch nicht übrig geblieben, aber es gab doch deutliches Murren und großen Unmut.

Nicht über das Projekt selbst, das ist unstrittig. Missmut machte sich darüber breit, dass es für das "Bürgerhaus am Wolfgangsee" schon einen fertigen Plan aus dem Jahr 2010 gegeben hat, der aber aus "fördertechnischen Gründen", so die wohlfeile Umschreibung, nicht weiterverfolgt wurde. Damals wurde von einem dreigeschossigen Haus mit rund 1000 Quadratmetern Nutzfläche ausgegangen. Auch eine Großküche für Ausbildungszwecke war vorgesehen.

Seinerzeit gab es für das Projekt "Soziale Stadt" noch finanzielle Unterstützung, dann kürzte der Staat das Programm, jetzt gibt es wieder Geld und alles steht wieder auf Anfang.
"Es hält einen kaum auf dem Stuhl", meinte CSB-Stadtrat und Ex-Baubürgermeister Hans-Heinrich Ulmann. Das Verfahren der Regierung von Oberfranken in Bayreuth sei "reine Geldschredderei". Man habe eine fertige Planung in der Schublade, "und mit dem neuen Architektenwettbewerb bekommen wir nur einen Entwurf und es passiert erst einmal nichts." Der Staat habe offensichtlich zu viel Geld, brummelte Ulmann sichtlich verärgert über dieses "unsinnige Verfahren".

Die Bezirksregierung in Bayreuth unterstützt das Bürgerhaus mit 1,1 Millionen Euro. Voraussetzung ist aber, dass es einen Architektenwettbewerb gibt.
Im vergangenen September hatte Regierungsvizepräsidentin Petra Platzgummer-Martin stolz die Förderbescheide über 1,1 Millionen Euro an OB Norbert Tessmer (SPD) und Baubürgermeisterin Birgit Weber (CSU) übergeben. 2008 ist Wüstenahorn als Gebiet mit besonderem Entwicklungsbedarf in das Förderungsprogramm "Soziale Stadt" aufgenommen worden. Ziel der mehrjährigen Initiative ist auch die Verbesserung des sozialen sowie kulturellen Wohnumfeldes.


"So ein Blödsinn"

Der Behindertenbeauftragte der Stadt Coburg, Johannes Thaben, sparte am Mittwoch im Ämtergebäude ebenfalls nicht an deutlichen Worten. Die erste Planung sei barrierefrei und abgeschlossen gewesen "und keiner kapiert, dass jetzt ein Architektenwettbewerb nötig ist". Für so einen Blödsinn sei Geld da, polterte er. Allenfalls, so Thaben, hätte man die Sache etwas verkleinern können.

Zehn Architektenbüros nehmen am Wettbewerb um die Gestaltung des Bürgerhauses in Wüstenahorn teil: Claus Arnold Architekten (Würzburg), [lu:p] Architektur (Grub am Forst), *Neutardschneider Architekten (München), das Studio Grunder Kirfel (Bedheim), Umarchitekt (Bamberg), SU + Z (München, Architekturbüro Lutz (Coburg), Wutke Architekten (Rödental), Hip (Schweinfurt) und Farthofer (Freilassing).
Im Februar nächsten Jahres sollen die Arbeiten prämiert werden. Die Prämien betragen 39 000 Euro insgesamt, weitere 60 000 sind für das Preisgericht und Nebenkosten nötig. "Das läppert sich", so Ullrich Pfuhlmann. Für die Stadt bleiben Kosten von 900 000 Euro.

Über die Arbeiten entscheiden als Fachpreisrichter Prof. Wolfgang Fischer, Würzburg, Jun.-Prof. Sigrun Langner, Weimar, Karin Schmid, München, Prof. Mario Tvrtkovic und Reiner Wessels, beide aus Coburg. Die Sachpreisrichter sind Dritter Bürgermeister Thomas Nowak (SPD), Ulrich Steiner als Vorsitzender des Stadtteilarbeitskreises Wüstenahorn, Bürgermeisterin Birgit Weber und Pfarrer Ulrich Willmer von der evangelischen Johanneskirche. Als Berater fungieren Karl Baier, Leiter des Stadtbauamtes, Bernhard Ledermann, Chef des Grünflächenamtes, Gabriele Lehrke-Neidhardt vom Quartiersmanagement Wüstenahorn, Ullrich Pfuhlmann, technischer Leiter der Coburger Wohnbau, und Baurätin Isabel Strehle von der Bezirksregierung in Bayreuth.


Öffentlich ausgestellt

Am 29. Januar nächsten Jahres müssen die Pläne für das Bürgerhaus bei der Stadt vorliegen, für die Abgabe der Modelle haben die fünf Büros eine Woche mehr Zeit. Am Donnerstag, 25. Februar 2016, erhalten die Gewinner um 15 Uhr in der Alten Angerturnhalle die Preise. Einen Tag später werden alle Arbeiten bis zum Freitag, 11. März 2016, dort öffentlich ausgestellt.

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