Coburg
Altstadt-Sanierung

Oberfränkische Regierung fördert "Sanierungswerkstatt" im Coburger Steinweg

Warum das ehemalige Schlick-Areal zur Keimzelle der Steinweg-Sanierung werden soll.
Artikel einbetten
Die Räume der ehemaligen Fleischerei Schlick stehen seit Jahren leer. Der Fleischerladen wird jetzt zur "Sanierungswerkstatt" umgebaut. Foto: Simone Bastian
Die Räume der ehemaligen Fleischerei Schlick stehen seit Jahren leer. Der Fleischerladen wird jetzt zur "Sanierungswerkstatt" umgebaut. Foto: Simone Bastian
Das Urteil der Regierung von Oberfranken klingt streng: "Das Anwesen Steinweg 29 (Schlick-Areal) befindet sich im Herzen der Steinwegvorstadt und gehört als langjährige innerstädtische Brache zu den augenfälligsten städtebaulichen Missständen im Quartier." Doch genau daran soll sich nun etwas ändern. Das Schlick-Areal soll zur Keimzelle der Stadtsanierung in diesem Gebiet werden. Wie genau, hat die Wohnbau Stadt Coburg (WSCO) am Freitag verkündet (siehe Artikel oben).
Die Unterstützung durch die Regierung ist jedenfalls sicher: "Um den Auftakt der Quartierssanierung zu unterstreichen, wird das Schlick-Areal mit Hilfe der Städtebauförderung kurzfristig für eine vorerst dreijährige Zwischennutzung reaktiviert", schreibt Oliver Hempfling, Sprecher der Regierung von Oberfranken. Das Schlickgebäude soll soweit instandgesetzt werden, dass im Erdgeschoss der früheren Metzgerei ein Quartiers- und Baubüro mit Bürgertreff, ein Seminar- und Besprechungsraum sowie ein Vortrags- und Ausstellungsraum eingerichtet werden können. Dort sollen im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen Informationsveranstaltungen, Arbeitskreissitzungen und offene Bürgertreffs stattfinden.
Die "vorbereitenden Untersuchungen" sind im Deutsch der Stadtsanierer ein feststehender Begriff. Denn bevor die Grenzen des Sanierungsgebiets formell festgelegt werden, muss geprüft werden, wie sich eine Stadtsanierung auswirken würde. Dabei werden auch die vorhandenen sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse betrachtet, und Daten gesammelt, um die Ziele der städtebaulichen Sanierung festzulegen.


Den Steinweg wieder beleben?

In diesen Prozess sollen Anwohner, Geschäftsleute, Gastronomen, Eigentümer und alle übrigen Betroffenen einbezogen werden. Da geht es auch um unterschiedliche Interessen und Vorstellungen: Die einen wünschen mehr Belebung im Steinweg und würden ihn wieder teilweise für Fahrzeuge öffnen wollen, andere lehnen das ab. "Die aktive Beteiligung aller Betroffenen im Rahmen der jetzt anlaufenden vorbereitenden Untersuchungen soll helfen, hier einen Konsens zu finden", betont Hempfling. Denn letztlich gehe es darum, ein attraktives Innenstadtquartier zu schaffen.
Das wird einige Jahre dauern. Hempfling verweist auf das Beispiel Ketschenvorstadt, wo die Städtebausanierung seit 2006 läuft und wo die ersten Erfolge schon sichtbar seien. Das Beispiel Ketschenvorstadt zeige, "wie es gelingen kann, in einem historisch gewachsenen Quartier mit zahlreichen Einzelbaudenkmälern einen attraktiven öffentlichen Raum zu schaffen, dem ruhenden Verkehr seinen Platz in einer Quartierstiefgarage zu geben, die historische Bausubstanz zu Wohnraum und Ladenflächen zu sanieren und durch neue barrierefreie Wohnungen zu ergänzen". sb


Verwandte Artikel
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren