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Region  // Coburg

Entwicklung

Moro geht für Coburg in eine zweite Runde

Der Landkreis hat sich erneut für ein Modellvorhaben der Raumordnung beworben und ist genommen worden.
Blick von der Veste in den Landkreis. Foto: Jochen Berger
 
von RAINER LUTZ
Als 2012 erstmals unter dem Titel "Coburger Land im Wandel" ein Moro-Projekt gestartet wurde, konnte sich unter dem Begriff Moro kaum jemand etwas vorstellen. Moro bedeutet Modellvorhaben der Raumordnung. Jetzt geht der Landkreis Coburg in eine neue Runde mit dem Moro-Titel "Lebendige Regionen".


Antrag bereits bewilligt

26 Regionen haben sich beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur beworben. Das Coburger Land zählt zu den acht, deren Antrag bereits bewilligt wurde. In den kommenden beiden Jahren wird sich der Landkreis im Rahmen des Moro intensiv mit den Themen "Kommunale Finanzen" und "Integration" beschäftigen. Dafür fließen Fördermittel des Bundes in den Landkreis.
Um sich ein Bild von künftigen Möglichkeiten und Herausforderungen machen zu können, soll das Projekt helfen, herauszufinden, wie sich kommunale Finanzen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels entwickeln werden. Ebenso gilt es die Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern zu beleuchten, um zu ergründen, welche Mittel Kommunen künftig am Ende der Kette Bund-Länder-Gemeinden erwarten können. Weiteres Thema ist die Suche nach Finanzierungswegen für die steigende Aufgabenlast der Kommunen und Körperschaften.


Thema Integration

Der zweite Themenkomplex betrifft die Integration. Hier soll es darum gehen, zu erfassen, welche Chancen und Herausforderungen sich mit der Integration von Migranten für den Landkreis verbinden. Es gilt hier die Bedürfnisse der Zuwanderer ebenso zu ergründen, wie die Wünsche der Einheimischen an die Migranten.
Landrat Michael Busch (SPD) rief die Erfolge aus dem ersten Moro ins Gedächtnis und verwies beispielsweise auf den Hol- und Bringedienst für das Klinikum Coburg, Stipendien für angehende Ärzte, die sich bereit erklären, nach der Ausbildung als Hausarzt in der Region zu arbeiten und eine Imagekampagne die schnell für eine bessere hausärztliche Versorgung sorgen soll. Daraus schöpft Busch die Hoffnung, dass mit dem neuen Projekt gute Ansätze zur Finanzierung der Kommunen und zur Integration der Zuwanderer gefunden werden können. "So ein Modellvorhaben erlaubt es auch einmal quer zu denken und unkonventionelle Wege zu probieren", sagte der Landrat. Er sieht es als gutes Zeichen für den Start des Moro, dass die Entscheidung, sich erneut dafür zu bewerben, im Kreistag einstimmig gefallen war.
Zum Ablauf des Programms erklärte Elke Dahlbeck vom Institut Arbeit und Technik, das den Landkreis bei Moro betreut, dass es zunächst eine zweijährige Förderphase geben wird. Danach werden die bis dahin erzielten Ergebnisse evaluiert, ehe es in die zweite, ebenfalls zweijährige, Förderphase geht. Für jede Region steht beim Institut Arbeit und Technik ein fester Ansprechpartner zur Verfügung.
Im Landkreis selbst wird ein Gremium gebildet, dem alle Bürgermeister der Landkreiskommunen und die Fraktionsvorsitzenden des Kreistags angehören. Dieses Gremium ist dazu da, die Marschrichtung im Rahmen des Moro festzulegen.


Fachliche Beleuchtung

Professor Martin Junkernheinrich vom Lehrstuhl für öffentliche Finanzen der Technischen Universität Kaiserslautern beleuchtete in einem Fachvortrag die derzeitige Finanzierungslage der Kommunen. Dabei machte er deutlich, dass den Städten und Gemeinden immer weitere Lasten aufgebürdet werden, ohne, dass bestehende Aufgaben reduziert werden. Gleichzeitig verlieren die ländlichen Gebiete stetig an Bewohnern. Der Altersdurchschnitt der verbleibenden werde immer höher. Das wirke sich ebenfalls negativ auf die Finanzlage in den betroffenen Gebieten aus.


Kommunen fehlt Unterstützung

Die Rechnung, den Bevölkerungsschwund durch Migranten einfach auszugleichen geht nach Junkernheinrich nicht ohne weiteres auf. "Integration hängt sehr stark von Arbeit ab", betonte er und verweist auf Duisburger Stadtviertel in denen Migranten schon in dritter Generation arbeitslos sind, was zu sozialen Brennpunkten führe. Zudem verfügten die wenigsten Flüchtlinge über einen Schulabschluss oder eine Ausbildung, mit der sie direkt in den Arbeitsmarkt aufgenommen werden könnten. Ihre Unterbringung, Sprachförderung, gesundheitliche Versorgung und Ausbildung stelle die Kommunen vor Herausforderungen, zu deren Bewältigung sie Unterstützung brauchen.
Hier spiele das Engagement der Zivilgesellschaft eine besonders große Rolle. Es sei "ein Pfund des ländlichen Raumes", dass dieses ehrenamtliche Engagement hier besonders stark ausgeprägt sei, so Junkernheinrich. Aber auch die Wirtschaft sei gefordert, ihren Beitrag für die Integration zu leisten.
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