Coburg
Stadtentwicklung

"Keine Luftschlösser!" am Coburger Güterbahnhof

Das Wohl und die Chancen für die Stadt stehen im Vordergrund, was geplant wird, soll auch umgesetzt werden können: Das sind die Kernpunkte für die jetzt beginnende Planungsphase für den ehemaligen Güterbahnhof. Auch die Bürger sollen mitreden dürfen.
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Das Güterbahnhofsgelände von Süden: Einige Betriebsgebäude stehen noch, die Gleise sind abgebaut, ein Teil der Fläche dient als Parkplatz. Foto: Volkmar Franke/www.hochbild-design.de
Das Güterbahnhofsgelände von Süden: Einige Betriebsgebäude stehen noch, die Gleise sind abgebaut, ein Teil der Fläche dient als Parkplatz. Foto: Volkmar Franke/www.hochbild-design.de
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Spätestens mit Beginn des nächsten Jahres sollen die Coburger wissen, wie es weitergehen soll mit dem ehemaligen Güterbahnhof. Gestern stellten Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) und die Wohnbau Coburg den Stadtplaner vor, der mit seinem Team und möglichst vielen Coburgern das städtebauliche Konzept für den Güterbahnhof entwickeln soll: Professor Martin Schirmer und seine Kollegen aus Würzburg haben den Auftrag erhalten. Der Beirat, der vom Bau- und Umweltsenat für die weitere Entwicklung des Güterbahnhofs berufen ist, hatte die Vorauswahl getroffen.

In die Stadt eingliedern

Wie Schirmer sagte, befasst sich sein Büro nur mit Stadtentwicklung und Bauleitplanung. Der Güterbahnhof sei aufgrund seiner Funktion ein eigenständiges und "ausgegrenztes" Gebiet innerhalb der Stadt gewesen, sagte Schirmer. Nun müsse er in die Stadt eingegliedert werden - und gewisse Ansprüche gibt es schon, wie Baureferentin und Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) anklingen ließ: " Es geht auch um die Erschließung. Wir müssen für die Industrie gewisse Grundbedingungen leisten." So will das Kunststoffunternehmen Ros seinen Standort spätestens bis 2017 von der Bamberger Straße in die Halle der Firma Max Carl südlich des Güterbahnhofs verlagern; Brose nutzt jetzt schon einen Teil des ehemaligen Bahnhofgeländes als Parkplatz. "Wird man Brücken bauen? Wird man die Itz umleiten?" - für diese Fragen seien nun die Stadtplaner zuständig, erläuterte Weber. Ansprüche haben auch Hochschulpräsident Michael Pötzl und IHK-Präsident Friedrich Herdan formuliert, indem sie forderten, das "Band der Wissenschaft, Technik und Design" müsse nun schnell umgesetzt werden. Doch ob am Ende ein "Band der Wissenschaft" rauskommt, vermag noch niemand zu sagen. Der Begriff stammt aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept für Coburg aus dem Jahr 200 9.

Es gehe beim nun anstehenden Planungsprozess nicht um Begehrlichkeiten, sondern "um Entwicklungsmöglichkeiten für die Stadt", betonte Martin Schirmer. Das Wohl der Stadt müsse im Vordergrund stehen, auch, wenn private Investoren bei der Umsetzung gebraucht würden. Der Stadt gehört zwar ein großer Teil des fraglichen Areals, aber bei der Umsetzung des gesamten Entwicklungskonzeptes sind auch die anderen Grundstückseigentümer gefragt.

Bürger gefragt

Auch die Coburger werden Vorschläge einbringen und sich an der Planung beteiligen können. Wie und wann, das soll nach der Sommerpause entschieden werden, sagte Andreas Heipp, Wohnbau-Geschäftsführer und federführend in Sachen Güterbahnhof. Noch seien auch einige offene Fragen zu klären, angefangen bei Altlasten im Boden bis dahin, ob es künftig einen weiteren Bahnhaltepunkt geben wird. "Wir wollen ein Konzept entwickeln, das man auch umsetzen kann", betonte Heipp. "Ziel muss es sein, der Wirtschaft direkt zu helfen." Darauf legt auch OB Tessmer größten Wert: "Wir wollen keine Luftschlösser oder Riesenkonzepte, von denen am Ende nichts übrig bleibt."
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