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In Coburg digitale Denkmaltechnologien studieren

Die Hochschule Coburg und die Universität Bamberg erhalten drei Millionen Euro für die Einrichtung des Masterstudiengangs "Digitale Denkmaltechnologien". Es ist der erste Studiengang dieser Ausrichtung mit umfassenden IT-Inhalten.
IT und Denkmalschutz vereint: Studierende untersuchen mit einem 3D-Scanner Wandmalereien in der Aula der Universität Bamberg. Foto: Tim Kipphan/Universität Bamberg
 
Im Fokus des Studiengangs steht die durchgängige digitalisierte Erfassung und Bewertung von Denkmälern: von der Geometrie und den Materialeigenschaften bis hin zur Standsicherheit. Denn anders als bei der Planung von Neubauten gibt es bei mehrere Hundert Jahre alten Gebäuden keine oder meist nur unzureichende Kenntnisse über deren Zustand.

1,2 Millionen Euro der Gesamtsumme gehen an die Hochschule Coburg. Diese wird einer Pressemitteilung zufolge davon unter anderem zwei neue Professuren für Simulation und Monitoring besetzen.

Der interdisziplinär ausgerichtete Studiengang richtet sich an Absolventen aus dem Bauingenieurwesen, der Architektur, dem Restaurierungswesen, der Kulturgutsicherung, der Informatik, der Vermessungskunde, der Geografie, der Archäologie, dem Kulturmanagement, aber auch dem Kommunikationsdesign. Das Studienprogramm wird auf die Studierenden so zugeschnitten, dass sie sich gezielt weiterqualifizieren können.

Die Studierenden sollen nach dem Studium digitale Denkmaltechnologien anwenden können sowie deren denkmalpflegerische und technische Grundlagen beherrschen. Sie können außerdem beurteilen, welche Methoden im Denkmalschutz geeignet sind - hinsichtlich Nachhaltigkeit, Material und Konstruktion. Bereits während des Studiums können die Studierenden in praxisorientierten Projekten mit der Denkmalpflege, den Landesdenkmalämtern oder Planungsämtern interdisziplinär zusammenarbeiten.


Bedarf ist gegeben

Den Bedarf für diesen neuartigen Studiengang sehen die beiden Hochschulen vor allem aufgrund der jüngsten Entwicklungen im Denkmalschutz. Sowohl bei der Bestandsdokumentation als auch bei der technischen Analyse, der Wissensarchivierung und der Bauwerkserhaltung seien digitale Techniken nicht mehr wegzudenken, heißt es in der Mitteilung.

Die drei Millionen Euro kommen aus dem Förderprogramm "Digitaler Campus Bayern". Das Wissenschaftsministerium will damit bayerische Hochschulen beim Ausbau ihrer digitalen Infrastruktur und spezifischer Lehrangebote zu Informationstechnologien unterstützen. "Der geplante Studiengang", so heißt es in der Begründung des Ministeriums, "kann einen wertvollen Beitrag dazu leisten, den stetig wachsenden Herausforderungen an die praktische Denkmalpflege unter Einsatz moderner Technologien zu begegnen." Fünf Jahre läuft die Finanzierung insgesamt.

Die Hochschule Coburg und die Universität Bamberg bieten bereits seit vielen Jahren den gemeinsamen Masterstudiengang "Denkmalpflege" an. Präsident Michael Pötzl: "Mit dem neuen Studiengang setzen wir die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Universität Bamberg fort. Und stärken einmal mehr den Wissenschaftsstandort Oberfranken. Das ist ein weiterer Meilenstein beim Ausbau der Technologieallianz Oberfranken." Prof. Godehard Ruppert, Präsident der Universität Bamberg, ergänzt: "Dieser Studiengang ist ein Musterbeispiel für interessante Kooperationen, etwa die von zwei Hochschulen oder die von zwei besonderen Bamberger Kompetenzfeldern, Denkmalwissenschaften und Angewandte Informatik - eine für Studierende höchst attraktive Perspektive."
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