Projektarbeit

Hochschule Coburg: Individualität im Klassenzimmer

Wie die Schule der Zukunft ausschauen kann, zeigten Studenten der Hochschule Coburg bei einer Präsentation.
Einen Stuhl den Schüler vollkommen individuell gestalten können, stellten Alexandra Frey, Daniela Böhrer und Christina Mantañés Oroz im Rahmen der Projektarbeit "Schule 2025" in Bad Rodach vor. Die Intention, die hinter der Entwicklung stand, stieß bei Professor Gerhard Kampe, Bernd Kiesewetter (Geschäftsleiter Wehrfritz), Harald Grosch (Geschäftsführer Wehrfritz) und Michael Wirsing (Leiter Design Pool Wehrfritz) auf positive Resonanz.  Foto: Martin Rebhan
 
von MARTIN REBHAN
esign und die zukünftigen Methoden der Wissensvermittlung haben auf den ersten Blick nicht unbedingt etwas miteinander zu tun. Dass hier aber große Schnittmengen bestehen, zeigten eindrucksvoll Studenten der Hochschule Coburg, Studiengang "Integriertes Produktdesign" im Rahmen der Projektarbeit "Schule 2025 - die Schule der Zukunft in den Händen von Designstudenten" auf. Als Partner stand den Studierenden das Bad Rodacher Unternehmen Wehrfritz zur Seite, das die Plattform für die Umsetzung des Projektes stellte und gemeinsam mit dem Studiengangsleiter Professor Gerhard Kampe das Vorhaben vor einem Jahr auf den Weg brachte.


Internationale Bereicherung

Mit der Thematik beschäftigten sich nicht nur Studentinnen und Studenten aus Coburg, sondern auch aus Stuttgart und Aarhus (Dänemark). Gerhard Kampe bestätigte, dass die Gäste aus den Studienrichtungen Medien und Architektur das Projekt nicht nur außerordentlich bereicherten, sondern nur positive Eindrücke aus Bad Rodach mitnahmen.
Fünf Studentinnen und zwei Studenten waren es schließlich, die ihre Vorstellungen von der Schule 2025 der Öffentlichkeit präsentierten. Allen Präsentationen war eines gemein: Das Produkt ist nur ein Teil der Gesamtkonzeption. So stellten Daniela Böhrer, Christina Mantañés Oroz und Alexandra Frey Stühle vor, die von den Schülern selbst zusammengestellt werden können. Nach ihren Vorstellungen könnten die Kinder dann nicht nur ihre persönlichen Sitzgelegenheiten kreieren, sondern es werden damit gleichzeitig die motorischen und kreativen Fähigkeiten gefördert. Kernpunkt der Ausarbeitung ist, dass die Stühle jederzeit umgestaltet werden können und individuell aufrüstbar sind. Rein theoretisch könnten durch das Baukastensystem in einer Klasse keine zwei gleichen Stühle vorhanden sein, war von den angehenden Designerinnen zu hören. Mensch, Natur und Technik in Einklang bringen wollen Felix Marofke und Thomas Eigner, die sich vorstellten, dass Schüler mit einem Hightech-Stift und einem Tablet, welches am Unterarm getragen wird, zur Schule gehen.


Stift und Hologrammchip

Der futuristische Stift soll nicht nur zum Schreiben genutzt werden können, sondern auch mit einem 3-D-Scanner, einem Hologrammchip, und anderen mikroelektronischen Systemen ausgestattet sein. Das Tablet am Handgelenk soll dann schwere Schulranzen ersetzen. Was sich für den außenstehenden Betrachter zunächst als Requisite eines James-Bond-Films anhörte, ist aber nach Meinung der beiden Studenten durchaus umsetzbar. Sie zeigten auf, dass technische Grundentwicklungen bereits vorhanden sind, die in zehn Jahren durchaus ausgereift sein können. "Schule ist eine Stadt", überschrieben Alisa Ehrlicher und Harry Müller ihr Projekt. Bei ihren Betrachtungen legten sie zugrunde, dass die Schule fast gleiche Grundstrukturen aufweist wie eine Stadt.
So könnten sie sich Schulgebäude vorstellen, die in einen öffentlichen, halböffentlichen und privaten Bereich gegliedert sind. Dadurch würde nach ihrer Meinung die Schule zu einer Begegnungsstätte aufgewertet werden. Im Zentrum des Lernens würde dann ein digitaler Tisch stehen, auf dem die Schüler nicht nur arbeiten können, sondern auf dem auch sämtliche Lernunterlagen digital zur Verfügung stünden. "Das Anfertigen und langwierige Austeilen von Fotokopien wäre dann passé", ließen beide wissen. Die Schüler könnten dann die Ergebnisse ihrer Arbeit an einen für alle sichtbaren Bildschirm projizieren. Auch der Aspekt der Sicherheit wurde von ihnen beleuchtet. Über ein sogenanntes digitales Tattoo, das sich auf der Haut des Schülers befindet, können nicht nur Zugangsrechte vergeben werden, sondern die Eltern könnten auch eine Nachricht bekommen, dass ihr Kind sicher in der Schule angekommen ist.


Wichtige Zusammenarbeit

Auch wenn alle Konzepte mit viel Zukunftsmusik untermalt sind, darf nicht außer Acht gelassen werden, dass sich die technische und digitale Entwicklung rasend schnell fortbewegt. So sieht es auch Harald Grosch, Geschäftsführer der Wehrfritz GmbH, der meinte: "Wir müssen heute wissen, was morgen gebraucht wird". Grosch weiter: "Gerade, um auf den internationalen Märkten bestehen zu können, muss man top aufgestellt sein und das geht nur mit Innovationen." Als ein Erfolgsrezept sieht er die Zusammenarbeit mit der Hochschule Coburg. "Nur wenn Wirtschaft und Wissenschaft eng zusammenarbeiten, kommt es zu richtungsweisenden und für die Zukunft maßgeblichen Entscheidungen." Dies ist nach seinen Worten nicht nur für die einzelnen Unternehmen, sondern auch für die gesamte Region Coburg sehr wichtig. Den Studierenden bescheinigte er, dass sie sehr viel Gedankengut in ihre Arbeit gesteckt haben. "Wir brauchen keine fertigen Lösungen, wir brauchen gute Denkanstöße", betonte Harald Grosch abschließend.

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