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Ausstellung

Hobbyfotograf Richard Franz stellt Bilder von Coburg in Coburg aus

Richard Franz, passionierter Hobbyfotograf, ist von Geburt an spastisch gelähmt und drückt den Auslöser seiner Spiegelreflexkamera mit dem Kinn.
Der leidenschaftliche Hobbyfotograf Richard Franz sitzt im Rollstuhl. Seine Bilder von Coburg werden derzeit in der Metzgergasse 13 ausgestellt. Der Erlös kommt einem guten Zweck zugute.Foto: Katja Nauer
 
von KATJA NAUER
"Ein Freund in Rumänien hat bei mir die Lust am Fotografieren geweckt", erzählt Richard Franz. "Der war hobbymäßig als Kunstfotograf unterwegs und hatte auch einige Auszeichnungen geholt." 18 oder 20 Jahre alt sei er da gewesen, erinnert sich der heute 61-Jährige.

"Wir waren sehr arm", erzählt er weiter, und er habe sich keine teure Kamera leisten können. Doch sein Freund habe zu ihm gesagt: "Die Kamera ist Nebensache. Man kann genauso gut mit einer billigen Kamera gute Bilder machen." Mit dem wenigen Geld, das sein Vater übrig gehabt hatte, kauft ihm sein Kamerad den ersten Fotoapparat. Beim Dorfpfarrer lernt Franz in einem Fotokurs alles über die analoge Fotografie und das Entwickeln der Bilder. Bis heute hat ihn das Hobby nicht mehr losgelassen.

Lange fotografiert der Mann, der von Geburt an spastisch gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen ist, mit einer Zenit, einer russischen Analogkamera. Im Jahr 1988 kommt er mit seinen Eltern nach Rödental, im Jahr 2000 schließlich, als seine Eltern ihn nicht mehr pflegen können, zieht er in eine Wohngemeinschaft in Coburg. "Das war mein Schritt in die Selbstständigkeit", sagt er rückblickend.


Heute fotografiert er mit Assistentin

"In Rumänien haben mir meine Freunde beim Fotografieren geholfen", erzählt er. Heute hat er eine Assistentin. Heike Leowski ist Studentin und vom Verein "Hilfe für das behinderte Kind" in Coburg. Sie befestigt für Franz die Kamera - mittlerweile besitzt er eine digitale Spiegelreflexkamera - mit einer Schraube in Augenhöhe auf seinem Rollstuhl und stellt nach seiner Anweisung die Kamera ein. Wenn der 61-Jährige mit dem Bildausschnitt und seinen Einstellungen zufrieden ist, betätigt er mit dem Kinn den Fernauslöser. Richard Franz kann nur Kinn und Kopf bewegen. Deshalb hat er zu Hause einen sogenannten "Kopfschreiber", eine Art Helm mit einem Stab, mit dem er seinen Computer bedienen kann. So kann er seine Fotos hochladen, sie bearbeiten und ausdrucken. "Meine Assistentin legt nur die Blätter in den Drucker", sagt er. "Bei allem anderen führe ich Regie." Er verlasse sich grundsätzlich noch heute nicht gern auf die Automatik der Kamera, erläutert er, sondern fotografiere viel lieber manuell.

"Ich liebe Coburg", schwärmt der Fotograf. Im Sommer ähnele die Stadt der Toskana. "Alles ist so lebendig, die Menschen flanieren durch die Gassen und Plätze oder sitzen in den Cafés." Doch vor allem die Coburger Architektur hat es ihm angetan: Franz fotografiert die Veste, die Häuser und historischen Bauwerke aus unterschiedlichsten Blickwinkeln.

Auch Thomas Nowak (SPD) ist beeindruckt: "Wenn ein Coburger Bürgermeister zu einer Ausstellung mit dem Titel "Mein Coburg" eingeladen wird, kann er nicht "Nein" sagen", erklärte der Dritte Bürgermeister anlässlich der Eröffnung der Ausstellung im Haus "Dialog" in der Metzgersgasse am Mittwochabend. Es sei mehr als lohnenswert, sich die Bilder einmal anzuschauen. Der Ort der Ausstellung, das Stadtbüro der Diakonie, sei ein wichtiges Netzwerk, das zur Belebung der Innenstadt beitrage. Hausherr Stefan Kornherr freute sich sehr, die Bilder beherbergen zu dürfen. Er kennt Franz aus der offenen Behindertenarbeit. "Wir wollen ein Raum sein für Ideen", erklärte er. Er findet es gut, "wenn jemand mit den Räumen etwas anstellt".

Die Franz-Ausstellung im "Dialog" Öffnungszeiten Die Ausstellung im "Dialog", dem Stadtbüro der Diakonie in der Metzgergasse 13, ist am Montag, Dienstag und Freitag von 10 bis 12 Uhr geöffnet, am Mittwoch und Donnerstag von 14 bis 16 Uhr. Auch während des Flüchtlingstreffens am Freitag ab 9.30 Uhr und zum "Mittagstisch", einer Tischgemeinschaft und Treff für jedermann mit einem günstigem Essen, der jeden Samstag von 11 bis 14 Uhr stattfindet, ist die Ausstellung offen.

Guter Zweck Der Fotograf verkauft seine Bilder für einen guten Zweck: 10 Euro kostet ein Foto. Das Geld kommt in vollem Umfang dem Treff für Geflüchtete zugute.
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