Kontrollen

Heiße Tage für Polizei und Sanitäter in Kreis Coburg

Blaue Narren sind out. Im Straßenverkehr soll es an den tollen Tagen geordnet zugehen. Die Polizei wird sehr präsent sein.
Ein Polizist beobachtet einen geschminkten Clown bei einer Atemalkoholkontrolle. Die Polizei in Coburg verstärkt an den närrischen Tagen Alkohol- und Drogenkontrollen. Foto: Patrick Seeger/dpa
 
"Vorbeugen ist besser als bohren." Diesen Satz aus der Werbung für Zahnpflege hat sich die Polizei besonders in der Faschingszeit auf die Fahne geschrieben. Es geht den Beamten um die Verhütung von Trunkenheits- und Drogenfahrten. Bei der Polizeiinspektion Coburg werden die Ordnungshüter während der nun anstehenden tollen Tage mit verstärkter Präsenz dafür sorgen, dass es möglichst keine Autofahrten unter Drogen gibt. "Wir werden uns besonders im Umfeld von Faschingsveranstaltungen ganz offen zeigen", sagt Stefan Probst von der Polizeiinspektion Coburg. Probst nennt hier den Sportland-Fasching in Dörfles-Esbach und den Zeltfasching in Meeder.

Nicht nur in der Umgebung von Faschingsveranstaltung muss mit verstärkten Kontrollen der Polizei gerechnet werden. "Selbstverständlich sind wir während der Faschingstage rund um die Uhr mit stationären und mobilen Kontrollen im Einsatz." In den späten Nacht- und frühen Morgenstunden werden die Kontrollen ihren Schwerpunkt haben.


Die Statistik beweist: Kontrollen bringen etwas

Dass die Präsenz der Polizei, die Appelle der Vergangenheit, die verschärften Sanktionen, aber selbstverständlich auch die Vernunft Wirkung zeigen, wird an den Zahlen des vergangenen Jahres deutlich. "Während der Faschingszeit haben wir verhältnismäßig wenig alkoholbedingte Fahrten", weiß der Beamte. Aus der Zeit vom 6. bis 18. Februar 2015 sind in der Statistik der Polizeiinspektion Coburg vier Alkoholfahrten vermerkt, "wobei damals der Spitzenreiter mit 2,1 Promille Blutalkoholgehalt schon ganz ordentlich getrunken hatte". Weiter erwischte die Polizei vor Jahresfrist drei Fahrer, die sich unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln ans Steuer gesetzt hatten.

Auch die höheren Bußgelder, der in den vergangenen Jahren verlängerte Entzug des Führerscheins und das Mehr an Punkten in der Verkehrssünderkartei in Flensburg mögen zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Der Bußgeldkatalog sieht bereits bei 0,5 Promille Alkohol oder einem nachweisbaren Drogenkonsum eine Geldbuße von wenigstens 500 Euro, vier Punkte in der Verkehrssünderkartei und mindestens einen Monat Fahrverbot vor.
Noch teurer wird es für diejenigen Verkehrssünder, die mit mehr als 0,3 Promille oder im Drogenrausch in einen Verkehrsunfall verwickelt werden oder 1,1 und mehr Promille Alkohol intus haben. Diese Fahrer müssen sich für die begangene Straftat vor Gericht verantworten, das neben einer Eintragung in die Verkehrssünderkartei eine entsprechende Geldstrafe und regelmäßig einen neunmonatigen Führerscheinentzug anordnet. Bei 1,6 und mehr Promille oder im Wiederholungsfall muss der Verkehrssünder zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU). Achtung: Fahrradfahrer sind bei Alkoholkontrollen nicht außen vor. Ab 1,6 Promille Blutalkoholgehalt wird es für Radler ernst. Dann gilt das als Straftat.

Vermehrt im Einsatz sind während der tollen Tage auch die Rettungsdienste, wenn die Narren zu oft und tief ins Glas geschaut haben. "Bei der Alarmierung des Rettungsdienstes über die Nummer 112 entscheidet der Disponent in der Integrierten Rettungsleitstelle (ILS), ob auch ein Notarzt vonnöten ist", erklärt Volker Drexler-Löffler, Leiter des Rettungsdienstes beim BRK Coburg. "Einerlei ob ein Patienten sich bis zur Bewusstlosigkeit betrunken hat oder aus anderen Gründen nicht mehr Herr der Dinge ist, es kommt immer auf den Zustand der betroffenen Person an."


Aggressionen gegen Sanitäter

Leider würden die Sanitäter bei Einsätzen immer öfters beleidigt. "Unsere Mitarbeiter werden ab und zu auch richtig angegriffen und bedroht", so Drexler-Löffler. Sollen die Sanitäter die Opfer einer Schlägerei versorgen, sei automatisch die Polizei bei dem Einsatz mit dabei. "Wenn ein angetrunkener Patienten den Rettungswagen wieder verlassen möchte, sich die Infusion herausreißt und die Hilfe ablehnt, können wir nur versuchen, ihn zu beruhigen", so Volker Drexler-Löffler. Zwangsmaßnahmen könnten nur von der Polizei ausgehen. Leider, so stellt der Leiter des Rettungsdienstes beim BRK Coburg fest, gebe es gegenüber den Einsatzkräften gleich welcher Art immer weniger Respekt.


Kampagne "Schlaue Faschingsnarren fahren nüchtern"

Damit es nach den wilden Faschingstagen zwar möglicherweise ein verkatertes, aber hoffentlich kein böses Erwachen gibt, rät die Polizei:

Wer fährt? Klären Sie bereits vor einem Konsum berauschender Mittel, wie Sie wieder sicher nach Hause kommen, ohne selbst fahren zu müssen.

An den ÖPNV denken
Greifen Sie auf öffentliche Verkehrsmittel und Taxen zurück. Das ist allemal billiger als der Verlust des Führerscheins.

Ist mein Fahrer nüchtern?
Steigen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit nie in einen Auto ein, wenn Sie das Gefühl haben, dass der Fahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss steht.

Ups, Restalkohol! Unterschätzen Sie am nächsten Morgen den Restalkohol nicht. Reichlich Alkoholgenuss am Vortag kann zur Folge haben, dass Sie auch am nächsten Tag noch nicht fahrtauglich sind.





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