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HSC 2000 Coburg

Handball ist kein Ponyhof

Lesen Sie hier den Kommentar zur aktuellen Situation des HSC 2000 Coburg.
Beim Handball geht's zur Sache! Packen wir es an... Foto: Uwe Gick
 
von CHRISTOPH BÖGER
Katzenjammer beim HSC. Vom Hallensprecher vor bis zu den Geschäftsführern nach dem Spiel. Immer wieder der Hinweis auf die Verletzten: "Vier Mann dürften heute gar nicht auf die Platte..." Dieses Gejammere nervt!
Fakt ist, dass mit Hagelin und Wetzel zwei Spieler nicht zur Verfügung standen - eine normale Quote für die 1. Liga. Büdel, Lex und Lilienfelds bissen auf die Zähne und standen ihren Mann. Das war löblich. Büdel war so stark wie nie zuvor in Gelb. Die beiden anderen agierten in Normalform und eine Außenbandverletzung ist im Profisport auch längst kein Grund mehr zum Pausieren. Handball ist kein Ponyhof. Es geht zur Sache. Machen wir die Personalkiste also an dieser Stelle zu. Die Ausfälle sind ärgerlich, aber nicht entscheidend für die Niederlagenserie, zumal ein Heilsbringer nicht auf der Verletztenliste steht.
Die Leistung des HSC war am Samstag keinesfalls enttäuschend, eher ernüchternd. Es fehlt im HSC-Kader eben an einigen Stellen schlicht Qualität. Das wussten alle Beteiligten aber schon vor der Saison. Und deshalb hält sich der Frust bei Trainern, Spielern und Verantwortlichen auch in Grenzen.
Nicht so bei manchem Fan und Sponsor. Die sind weitaus kritischer. Vorzeitig verließen einige am Samstag die Halle, bei der obligatorischen Ehrenrunde schritt das HSC-Team sogar an einer fast schon leeren Sponsoren-Tribüne vorbei. Das gab es bisher nicht.
Die Erwartungshaltung in Handball-Coburg ist eben trotz der vielen Vorwarnungen ungebremst groß. Ein Vorwurf: "Gegen wen will der HSC gewinnen, wenn nicht zu Hause gegen Leipzig oder Stuttgart?
Ernüchternd ist aber nicht nur das Niveau auf der Platte, sondern auch der Zuschauerzuspruch. In allen drei Heimspielen blieb die erhoffte Resonanz aus - lange Gesichter bei Ramer & Co. Und der Teufelskreis nimmt erst noch seinen Lauf: Bleiben nämlich die Erfolgserlebnisse aus, sind auch immer mehr Plätze im Sporttempel leer. Deshalb ist jetzt guter Rat teuer.
Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Verstärkungen, um die eine oder andere Schwachstelle im Kader eventuell zu stopfen, kosten auf diesem Niveau richtig Geld. Doch die Vereinsphilosophie sieht neues Personal in dieser Saison nicht vor. Zumindest bisher nicht.
Während Mitkonkurrenten im Abstiegskampf nachrüsten, verzichtet Coburg auf neue Spieler. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Doch beim "neuen HSC" legt man Wert darauf, keine finanziellen Wagnisse mehr einzugehen. Ein möglicher Abstieg ist deshalb auch von vorne herein einkalkuliert worden. Denn nichts wäre schlimmer, als teure Spieler zu kaufen - und am Ende mit einem Berg Schulden vielleicht trotzdem abzusteigen.
Selbst Trainer Jan Gorr fordert ja kein neues Personal: "Ich bin sehr zufrieden mit den Jungs, die wir haben und die uns zur Verfügung stehen." Nur wenn er spüren würde, dass einer seiner Spieler nicht alles geben würde und nicht alles aus sich herausholt, funkt er nach eigenen Worten sofort dazwischen. Aber das sei bisher nicht der Fall.
Natürlich wurmen den Trainer fünf Niederlagen am Stück, ärgern ihn durchwachsene Zuschauerzahlen und fehlender Respekt - trotzdem wirkt er, zumindest nach Außen, relativ gefasst. Gorr weiß, dass diese erste Saison in der stärksten Liga der Welt für ihn und vor allem für seine Jungs nur ein Lehrjahr werden kann. Ganz eng verbunden ist dabei die Hoffnung, dass das Team gestärkt daraus hervorgeht.
An dieser Stelle lohnt ein Blick zum fränkischen Nachbarn: Die Erlanger stiegen nach ihrer ersten Bundesliga-Saison gleich wieder ab - doch dann gelang erneut der Sprung nach oben, und jetzt setzt der Prozess ein, sich im Oberhaus zu etablieren. Für ein solches Vorgehen braucht es vor allem Geduld und Verständnis, und zwar im Verein und im Umfeld.
Zweifelsohne ein tollkühnes Unterfangen, denn etliche Fans heißen diesen Plan nicht für besonders gut. Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr, dass Sponsoren und solche, die es beim HSC noch werden könnten, diese Einstellung abschreckt. Fakt ist jedenfalls, dass der in den letzten Jahren so verwöhnte "Erfolgsfan" sich umorientieren muss. Es gibt weniger HSC-Siege zu bejubeln, aber dafür sieht er, wie die besten Handballer der Welt in Coburg zu Gast sind.

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