Coburg
Idee

Handball-Leistungszentrum für Coburg?

Die Handball-Nachwuchsförderung in Bayern hinkt denen im Rest der Republik meilenweit hinterher. Hans Michelbach würde das gerne ändern.
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Vorbild Nico Büdel: Der wurfgewaltige Rückraumspieler ist seit Wochen der große Leistungsträger im HSC-Team. Viele junge Handballer in der Region wollen ihm nacheifern. Im Bild eine Szene aus dem Spiel gegen die Füchse Berlin. Foto: Timo Geldner
Vorbild Nico Büdel: Der wurfgewaltige Rückraumspieler ist seit Wochen der große Leistungsträger im HSC-Team. Viele junge Handballer in der Region wollen ihm nacheifern. Im Bild eine Szene aus dem Spiel gegen die Füchse Berlin. Foto: Timo Geldner
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Der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach will sich dafür stark machen, dass in Coburg - nach dem Vorbild der Fußballer - ein Handball-Leistungszentrum eingerichtet wird. Coburg sei als Standort geeignet, weil hier beim Erstligisten HSC 2000 bereits eine sehr gute und umfangreiche Jugendarbeit geleistet werde, wie Michelbach am Mittwoch am Rande des Spiels gegen die Füchse Berlin erklärte. Bislang gibt es in Bayern lediglich ein Handball-Leistungszentrum, und zwar in Großwallstadt.


Lob für HSC-Führung

Dass das Thema ausgerechnet am Mittwoch aufkam, war kein Zufall. Denn die Füchse Berlin gelten als deutscher Vorzeigeclub, was eine gezielte Nachwuchsförderung betrifft. Im dortigen Leistungszentrum, einem Handball-Internat, ist aktuell auch der Neustadter Jakob Knauer aktiv.

"Talente aus Bayern müssen derzeit Bayern meist verlassen, weil es hier kaum Strukturen für sie gibt", stellte Bob Hanning fest. Bob Hanning ist Manager der Füchse Berlin und zudem Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes. Außerdem trainiert er bei den Füchsen die A-Jugend - und somit auch Jakob Knauer. Hanning zeigte sich sehr angetan vom HSC ("Der Verein ist gut geführt") und von dessen Konzept, das - ebenso wie das der Füchse Berlin - auf eine starke Jugendarbeit setzt.

"Wir brauchen keine abgehalfterten Stars", bestätigte Füchse-Präsident Frank Steffel, der die Entwicklung der Coburger Handballer seit längerem aufmerksam verfolgt. Denn der CDU-Mann Steffel ist auch Bundestagsabgeordneter und kennt daher Hans Michelbach sehr gut. "Wir haben in den letzten Jahren viel über Handball gesprochen, und ich freue mich, dass Coburg den Aufstieg geschafft hat!" Noch schöner fände er es, wenn der HSC den Klassenerhalt schafft.


Der Süden schwächelt

Denn: "In der Bundesliga gibt es fast nur Vereine aus dem Norden und dem Westen Deutschlands - im Süden sieht es recht mau aus." Ob das auch daran liegt, dass in Bayern in Sachen Handball-Leistungszentrum zu wenig läuft? "Da ist Bayern politisch gefragt", sagte Frank Steffel, woraufhin Michelbach zustimmend nickte und eine entsprechende Initiative ankündigte. Vielleicht, so Hans Michelbach, könnten die Füchse Berlin eine Patenschaft für ein "Coburger Handball-Leistungszentrum" übernehmen. Die Kontakte seien ja schon da.


Kommt Jakob Knauer zurück?

Die vielen lobenden Worte für den Coburger Handball hörte natürlich allen voran HSC-Vorstandssprecher Stefan Apfel sehr gerne. Mit Blick auf die vorbildliche Nachwuchsarbeit in Berlin sagte er: "Wir wollen von den Füchsen lernen." Und will man eines Tages auch Jakob Knauer zurück? Da schmunzelte Bob Hanning und gab sich überraschend großzügig: "Ja, es wäre schön, wenn der Jakob eines Tages wieder bei Euch spielt!" Übrigens: Aktuell spielen nicht weniger als 20 Handballer in der Ersten Bundesliga, die im Leistungszentrum der Füchse in Berlin ausgebildet worden sind.


Wer ist Frank Steffel?

Zur Person Bundesweit bekannt wurde der 1966 geborene CDU-Politiker Frank Steffel 2001, als er Regierender Bürgermeister von Berlin werden wollte. Doch bei der Wahl verlor er gegen einen gewissen Klaus Wowereit (SPD). Aber es gab Trostpflaster: Er wurde Fraktionsvorsitzender der Berliner CDU - und bei der Wahl 2006 holte er das beste Ergebnis eines Direktkandidaten in ganz Berlin. Seit 2009 ist Frank Steffel Bundestagsabgeordneter und sitzt dort - zusammen mit dem Coburger Hans Michelbach - im Finanzausschuss. Seit Mai 2005 ist Frank Steffel ehrenamtlicher Präsident des Sportvereins Füchse Berlin Reinickendorf. Die Handball-Profi-Mannschaft stieg 2007 in die Bundesliga auf. os
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