1. Handball-Bundesliga

HSC Coburg: Lang gewehrt, aber letztlich chancenlos

Der HSC Coburg verlor beim VfL Gummersbach trotz einer sehr engagierten Leistung mit 31:27. In der 36. Minute stand es 18:18.
Nico Büdel setzt sich hier schön gegen die Gummersbacher Deckung durch und wirft eines seiner zwei Tore für den HSC Coburg vor der Pause. Fotos: Iris Bilek
 
Mit der erwarteten Niederlage kehrte der HSC Coburg gestern aus dem Rheinland zurück. Der VfL Gummersbach wurde seiner Favoritenrolle beim 31:27 (16:13)-Heimsieg gerecht. Die Vestestädter wehrten sich zwar tapfer, doch immer wenn die "Gelb-Schwarzen" den Rückstand scheinbar entscheidend verkürzten, legte der mit Nationalspielern gespickte Favorit wieder einen Zahn zu und zog dem HSC damit den selbigen.


VfL Gummersbach gegen
HSC 2000 Coburg 31:27 (16:13)

In der Anfangsphase ging das Konzept von Trainer Jan Gorr überhaupt nicht auf. Beton wollten die Coburger anrühren und mit einer aufmerksamen, stets entschlossen zupackenden 6:0-Abwehr den Rückraum-Kanonieren des Gegners das Leben schwer machen. Das klappte nicht. Ganz im Gegenteil: Die Gummersbacher trafen schnell und relativ einfach.
Während Büdel, "Kiwi" und Coßbau um jeden Treffer schwitzten und rackern mussten, bekam Jan Kuhlanek und später Oliver Kreckel kaum eine Hand an den Ball. Auf der anderen Seite zeigte Ex-Nationaltorwart Carsten Lichtlein mehrmals seine Klasse (10:5/15.).
Doch die Coburger bissen sich in die Partie und ließen sich trotz eines zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstandes nicht hängen. Die Körpersprache stimmte und die Leistungssteigerung wurde auch belohnt. Bis zur Pause verkürzten die Coburger auf drei Tore, weil die Gastgeber ihr Niveau nicht halten konnten. Selbst eine umstrittene rote Karte gegen Coburgs Halblinken Romas Kirveliavicius nach der dritten Zeitstrafe steckte der Außenseiter weg. Auffallend war jetzt der zu Beginn noch vermisste Kampfgeist des Aufsteigers, der sich nach der Pause sogar noch steigerte.
Mit seinem ersten Bundesliga-Tor für Coburg überhaupt gelang Florian Billek in der 36. Minute sogar der 18:18-Ausgleich und Erinnerungen an den ersten Spieltag, als der Neuling sensationell in Melsungen gewann, wurde bei der kleinen, rund 30 Mann starken HSC-Fangemeinde wach.
Doch Coburg konnte die Schlagzahl nicht halten und vergab jetzt zu viele Chancen, darunter auch einen Siebenmeter durch den ansonsten wieder sehr effektiven Steffen Coßbau. Als Steffen Lex die letzte Chance zum möglichen Ausgleich vergab, ließ sich der VfL Gummersbach die Butter nicht mehr vom Brot nehmen.
Zwar ließ sich Coburg nie richtig abschütteln, aber sie kamen auch nicht mehr wirklich ran (25:22/46.). So sehr sich Trainer Jan Gorr in dieser Zeitstrafen-reichen Partie an der Außenlinie auch engagierte und seine Mannen immer wieder antrieb, die Messe war in der Schwalbe-Arena zehn Minuten vor Schluss vorzeitig gelesen (27:22/50.). Auffallend war, dass die Coburger bis zur letzten Szene keinen Ball verloren gaben und sich sehr teuer verkauften. Der jetzt dreimal siegreiche VfL hatte sich diese Aufgabe sicher einfacher vorgestellt.
Sicher kam auch die eine oder andere unglückliche Schiedsrichter-Entscheidung aus Coburger Sicht hinzu - Gorr wurde wegen Meckerns verwarnt - doch entscheidend waren diese Szene nicht. Gummersbach spielte hart und routiniert zu Ende und kamen zu einem letztlich standesgemäßen Sieg.


Trainerstimme

Jan Gorr (HSC 2000 Coburg): Wir hatten einen ordentlichen Start, vor allem in der Defensive, doch dann haben wir den Zugriff etwas verloren und uns vor allem durch das Tempospiel der Gummersbacher zu oft und zu schnell überrumpeln lassen. Das war etwas zu einfach und so ist auch der Rückstand in der ersten Halbzeit auch entstanden.
Was allerdings super war, ist die Tatsache, dass sich die Jungs nie abschütteln ließen. Selbst nach der roten Karte gegen Kiwi, als wir im Abwehrzentrum sehr limitiert waren, haben unsere Männer das hervorragend gelöst.
In der zweiten Hälfte sind wir noch einmal zurückgekommen und haben das Spiel offen gestaltet. Das war aller Ehren wert. Schade, dass wir uns nicht belohnen konnten, aber das hat insgesamt zu viel Substanz gekostet und da konnten wir in den letzten Minuten nicht mehr mit dem was nötig wäre dagegenhalten. Deshalb muss man anerkennen, dass Gummersbach verdient gewonnen hat. ct


VfL Gummersbach gegen
HSC Coburg 31:27 (16:13)


VfL Gummersbach:
Carsten Lichtlein, Matthias Puhle - Tobias Schroeter, Simon Ernst (1), Christoph Schindler, Julius Kühn (3), Alix Kevynn Nyokas (4), Evgeni Pevnov (6), Mark Bult (1), Kevin Schmidt (3), Florian von Gruchalla (7/3), Daniel Mestrum (1), Alexander Becker, Andreas Schröder (5).
Trainer: Emir Kurtagic.

HSC 2000 Coburg:
Jan Kulhanek, Oliver Krechel (1) - Markus Hagelin, Lukas Wucherpfennig, Dominic Kelm (3), Sebastian Weber (1), Stefan Lex (5), Steffen Coßbau (6/2), Florian Billek (4), Till Riehn (1), Nico Büdel (2), Adnan Harmandic (2), Girts Lilienfelds, Romas Kirveliavicius (2)
Trainer: Jan Gorr.

SR:
Andreas Pritschow / Marcus Pritschow.

Zuschauer:
2814.

Siebenmeter: 3 (3 verwertet):4(2 verwertet).

Gelbe Karten: 3:4.

Zwei Minuten: 6:5.

Rote Karten: 0/1 (Romas Kirveliavicius; 30.Minute).

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