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1. Handball-Bundesliga

HSC 2000 Coburg: Das war "Bitter"

Der HSC verlor auch sein drittes Heimspiel. Gegen den TVB 1898 Stuttgart gelangen nur 23 Tore.
Coburgs bester Spieler Nico Büdel ergriff immer wieder die Initiative und hielt sein Team im Spiel. Am Ende reichte es aber trotzdem nicht. Fotos: Albert Höchstädter
 
von CHRISTOPH BÖGER
Es war angerichtet. Alles bereit für den ersten Heimsieg. 2794 Fans waren am Samstagabend in die HUK-Arena gekommen, um ihren HSC siegen zu sehen. Doch es reichte wieder nicht. Die Stuttgarter entführten verdient mit 26:23 die Punkte aus Coburg. Mitentscheidend war neben der individuellen Klasse der Gäste die völlig verschlafene Anfangsphase der Gastgeber! Und vor allem Ex-National-Torwart Johannes Bitter!


HSC 2000 Coburg gegen
TVB 1898 Stuttgart 23:26 (10:12)

Mit überdimensionalen "Vogelscheuchen-Trikots" mit den Rückennummern und Namen jedes einzelnen Coburger Spielers sollten die Schwaben schon vor dem Spiel beeindruckt werden, doch die Gäste bliesen den Coburgern in der Anfangsphase den Marsch.
Und das obwohl Trainer Jan Gorr mit Kulhanek, Billek, Lex, Harmandic, Kiwi, Kelm und Coßbau nahezu sein "Schokoladen-Sextett" auf die Platte schickte. Letzterer scheiterte in der 1. Minute nach einem tollen Rückhand-Anspiel am Innenpfosten und auf der anderen Seite bekam Kulhanek den ersten Ball durch die "Hosenträger".


8.35 Minuten standen die Fans

Kein guter Start, denn danach bestimmten zahlreiche Fehlwürfe, überhastete Abspiele und technische Fehler die Aktionen der "Gelb-Schwarzen". Egal ob Kiwi, Harmandic oder Lex - sie alle hatten Ladehemmungen und wirkten verunsichert.
Es dauerte exakt 8.35 Minute, bis sich die Coburger Fans endlich setzen durften und Ex-National-Torwart Johannes Bitter den Ball zum ersten Mal aus seinem Kasten holen musste. Stefan Lex, dem man seine Bänderverletzung vorerst nicht anmerkte, erlöste die Zuschauer (1:3/9.).
Weil Florian Billek alleine auf Bitter zulaufend genauso an diesem "Teufelskerl" scheiterte wie kurz darauf Kiwi und Kelm, setzten sich die Schwaben zum Entsetzen der vielen Coburger Anhänger sukzessive ab (1:5/12.). Die Folge: Jan Gorr nahm die längst fällige Auszeit und redete intensiv auf seine Jungs aus, während ein paar Meter daneben die hübschen Mädels des Coburger Mohrs ihre Hüften lässig drehten.
Auf der Platte fehlte den Lokalmatadoren dagegen genau diese Lässigkeit. Der Druck war regelrecht spürbar und vor allem war da ja noch Bitter. Immer wieder Bitter!
Auf der anderen Seite gelangen den Gästen jetzt sogar Traumtore: Der Kempa auf Weltmeister "Michi" Kraus, der per Rückhandwurf den Tschechen im Coburger Tor alt aussehen ließ, war zum Zungeschnalzen: 6:2 für die Hellblau (15.). Es sah nicht gut aus.
Natürlich passte dieser Spielverlauf Jan Gorr überhaupt nicht und er wurde früh von der energisch zu Werke gehenden Schiedsrichter-Beobachterin ("Jetzt reicht es! Es reicht! Es reicht Herr Gorr") gemaßregelt. Eine derartige Aggressivität hätte sich der HSC-Chefanweiser lieber von seinen bisher viel zu braven Männer auf der Platte gewünscht.


Nico Büdel bester Coburger

Doch der HSC steigerte sich jetzt und fand endlich in die Partie: Fünf Tore nach 23 Minuten waren zwar eine extrem dünne Ausbeute, doch die "Bittenfelder", wie sie von den rund 70 mitgereisten Fans genannt und angefeuert wurden, ließen auch jede Menge Bretter liegen. Der Ex-Coburger Felix Lobedank, der wie erwartet sehr herzlich in der HUK-Arena empfangen wurde, fügte sich in dieser Zeit auf Halbrechts gut ein und war Wegbereiter des 10:6 (25.).
Die Coburger leisteten dagegen Schwerstarbeit für jedes einzelne Tor. Vor allem Steffen Coßbau und der in Lemgo noch schmerzlich vermisste Nico Büdel nahmen jetzt ihr Handball-Herz in die Hand und sorgten mit ihren Treffern für Stimmung in der Bude.
Über 7:10 (27.) hieß es nach Büdels Gewaltwurf bei drohendem Zeitspiel sogar 8:10 und Coburg war kurz vor der Pause wieder dran.


Endlich wachte der HSC auf

Doch damit nicht genug: Kulhanek parierte im Gegenzug und Billek traf von Rechtsaußen. Nur noch ein Tor Rückstand - TVB-Coach Markus Baur war stocksauer und nahm gut zwei Minuten vor der Halbzeit seine erste Auszeit. Jetzt ertönte der Coburger Marsch und die erwartungsfrohen Fans sehnten den Ausgleich herbei.
Coburgs mit Abstand bester Mann - Nico Büdel - holte mit einer weiteren Energieleistung einen Siebenmeter heraus, und Coburgs Zweitbester - Seffen Coßbau - verwandelte diesen erneut sicher. Doch die Freude über den Anschlusstreffer verpuffte schnell, weil den Gästen tatsächlich in der letzten Sekunde im ersten Abschnitt noch der zwölfte Treffer zum 10:12-Halbzeitstand gelang (30.).


Billek trifft zum 15:15

Büdel machte nach dem Wechsel da weiter, wo er zuvor aufgehört hatte, und sein Nebenmann Kiwi steigerte sich auch.Büdels fünftes Tor leitete die beste Phase der Coburger ein (14:15/39.): Billek lief den Konter zum Ausgleich und hinten standen die "Gelben" jetzt viel besser, weil aggressiver zupackend.
Bestnoten am eigenen Kreis verdienten sich neben Kelm und Kiwi vor allem auch Philipp Barsties, der vor Ehrgeiz sprühte - bei einer Aktion gegen Lobedank den Einsatz allerdings auch übertrieb und völlig zu Recht für zwei Minuten runter musste.
Vorne traf Coburgs Halbrechter - Girts Lillienfels - zwar nicht selbst, glänzte aber öfters mit klugen Kreisanspielen. Es blieb jetzt richtig eng: 16:17(43.) und die Halle "kochte" - so wie es sich HSC-Geschäftsführer Florian Dotterweich gewünscht hatte.
In der 44. Minute scheiterte Seffen Coßbau zum ersten Mal vom Strich und Kiwi fand wieder öfters in "Jogi" Bitter seinen Meister. Weil aber einmal mehr Büdel in die Trickkiste griff und Coßbau sein tolles Anspiel vergoldete, stand es nur 17:18 (47.).


Billek trifft nur die Latte

Ärgerlich aus Coburger Sicht, dass Florian Billek kurz darauf nach perfektem Coßbau-Diagonalpass den Rundling frei vor Bitter mit Brachialgewalt an die Latte schweißte und somit den Ausgleich verpasste. Das war Pech und die Strafe folgte sofort: Mit zwei tollen Aktionen erhöhten die Schwaben und Gorr zückte die Grüne Karte (17:20/50.).
Jetzt begann die Crunch-Time im Coburger Sporttempel: Nico Büdel hielt sein Team im Spiel. Er traf jetzt vom Strich und aus dem Rückraum. Das erkannte auch Baur und nahm den HSC-Neuzugang zwischenzeitlich sogar an die kurze Leine, sprich in Manndeckung. Mit dem Treffer zum 24:20 in der 56. Minute war die Vorentscheidung gefallen, obwohl sich Kreisläufer Sebastian Weber jetzt zweimal toll in Szene setzte. Hätte er in der 57. Minute ein drittes Mal getroffen, als der Ball nach einer Abwehr von Bitter auf der Torlinie tanzte, wäre es vielleicht noch einmal richtig spannend geworden.
So aber spielten die cleveren Gäste ihre Angriffe lange aus und den verdienten Sieg nach Hause. Natürlich hatten sie dabei auch das notwendige Quäntchen Glück und auch eine offene Manndeckung des HSC in der letzten Minute änderte nichts mehr an der dritten Heimniederlage des HSC in dieser Saison. Mit 26:23 entführten die Schwaben zwei wichtige Zähler aus der Vestestadt.


HSC 2000 Coburg - TVB 1898 Stuttgart 23:26 (10:12)


HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek (10 Paraden - 22 Gegentore), Oliver Krechel (0 Paraden - 1 Gegentore); Philipp Barsties (1), Lukas Wucherpfennig, Dominic Kelm, Sebastian Weber (2), Stefan Lex (1), Steffen Coßbau (6/3), Florian Billek (4), Till Riehn, Nico Büdel (7/1), Adnan Harmandic, Girts Lilienfelds, Romas Kirveliavicius (2). Trainer: Jan Gorr. - Beste Spieler: Büdel, Coßbau.

TVB Stuttgart: Dragan Jerkovic (1 Parade - 1 Gegentor), Johannes Bitter (12 Paraden - 25 Gegentore); Tobias Schimmelbauer (4), Felix Lobedank, Dominik Weiß (4), Bobby Schagen (6/1), Michael Schweikardt (1), Michael Kraus (6), Djibril M"Bengue, Teo Coric, Simon Baumgarten (4), Finn Kretschmer, Marian Orlowski (1), Can Celebi. - Trainer: Markus Baur. - Beste Spieler: Bitter, Kraus.
SR: Marcus Hurst, Mirko Krag



Stimmen zum Spiel:

Felix Lobedank (ehemaliger HSCler und jetzt in Diensten des TBV 1898 Stuttgart): Wir wollten natürlich heute hier unbedingt gewinnen, weil es für uns besonders wichtig ist, bei den Aufsteigern zu punkten. Es war sicher kein hochklassiges Spiel, aber das ist egal. Ich freue mich natürlich, dass ich hier viele alte Bekannte getroffen habe. Flo Lendner, Dirk Wolf oder Elvis. Ein paar Jungs aus der aktuellen Mannschaft kenne ich natürlich auch gut, habe aber nicht den großen Kontakt.

Markus Baur (Trainer BV 1989 Stuttgart): Es war nervenaufreibend heute. In der Anfangsphase war sicher der Pfosten unser bester Abwehrspieler. Die ersten 20 Minuten waren von uns gut und wir haben nur fünf Tore zugelassen, aber vorne auch nicht optimal getroffen. Gut war natürlich, dass Mitte der zweiten Halbzeit Jogi BItter in der entscheidenden Phase zwei, drei Dinger rausgeholt hat und wir es dann auch gut zu Ende gespielt haben.

Jan Gorr (Trainer HSC Coburg): Ich muss meiner Mannschaft trotz dieser Niederlage ein großes Kompliment machen. Sie hat toll gekämpft und alles gegeben. Stuttgart hat es aber clever gemacht. Stuttgart wackelte, fiel aber nicht. Das ist bitter, aber sie haben verdient gewonnen, weil MIchi Kraus auch sehr viel Verantwortung in der entscheidenden Phase übernommen hat.

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