Grub am Forst
Wochenmarkt

Samstag in Markt in Grub! Aber was kommt dann?

Der Wochenmarkt in Grub am Forst (Landkreis Coburg) feiert ein Comeback - aber vorerst einmal nur auf den Ostersamstag (14 bis 18 Uhr) beschränkt.
Artikel einbetten
Die Werbung hängt schon: Am Samstag findet ein Ostermarkt in Grub am Forst statt - auf dem umstrittenen Gelände hinter dem Rathaus.
Die Werbung hängt schon: Am Samstag findet ein Ostermarkt in Grub am Forst statt - auf dem umstrittenen Gelände hinter dem Rathaus.
+1 Bild
Fast genau einen Monat nach seinem Aus durch einen Gemeinderatsbeschluss wird der Grüber Wochenmarkt hinter dem Rathaus sein Comeback feiern. "Wir werden am kommenden Samstag einen Ostermarkt veranstalten", sagte Bürgermeister Jürgen Wittmann (GfG) zum Ende der Gemeinderatssitzung. Ob es sich dabei um eine Abschiedsvorstellung oder um dauerhafte Rückkehr handeln wird, steht indes noch in den Sternen - denn einen Beschluss zur Durchführung eines Bürgerentscheides traf der Gemeinderat nicht. Der Punkt wurde von der Tagesordnung genommen.
Wenn es nach dem Bürgermeister, Geschäftsleiter Michael Heß und der GfG-Fraktion gegangen wäre, hätte der Gemeinderat gut und gerne über den Bürgerentscheid beschließen können - doch die große Mehrheit aus SPD, CSU und Freien Wählern stimmte dagegen. Hauptargument im entsprechenden Antrag von Stefan Rose (FW) war ein Gutachten, das die Gemeinde zur Überprüfung der Rechtmäßigkeit des Bürgerbegehren erstellen ließ. Wichtiger Teil dabei: Eine Bestandsaufnahme zur Frage, ob der Marktbetrieb den abwehrenden Brandschutz in der Gemeinde gefährdet.


Gut drei Wochen bleiben noch

Bürgermeister Jürgen Wittmann hatte zur Sitzung zwar ein Vorab-Statement des Gutachters mitgebracht, kündigte aber die ausführliche Version erst für den Lauf der Woche an. Das störte nicht nur Helfried Schreiner (CSU): "Ohne komplettes Gutachten fehlen wesentliche Grundlagen für eine Entscheidung." Zudem habe der Gemeinderat noch Zeit, im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Vier-Wochen-Frist über das Bürgerbegehren auf Wiedereinführung des Marktes zu entscheiden. Peter Pillmann (GfG) sah da die Zeitfrage schon drängender: "Die Bürger haben ein Recht darauf, dass wir die Sache straff durchziehen."
Bei 11:5 Stimmen beschloss der Gemeinderat, die Diskussion über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens von der Tagesordnung zu nehmen und mit dem Markt-Gutachten als Grundlage in eine Sondersitzung zu gehen. Wann diese sein könnte, erklärte der Bürgermeister am Tag nach der Sitzung auf Tageblatt-Nachfrage: "Ich könnte mir den Donnerstag nach Ostern gut vorstellen - wenn es sich mit der Ladungsfrist vereinbaren lässt." Die gesetzlich vorgegebene Vier-Wochen-Frist zur Behandlung des Bürgerbegehrens endet am Freitag, 28. April.
Zu welchem Fazit das Gutachten zur Beeinträchtigung des Brandschutzes durch den Markt kommt, wurde am Montagabend wohl erst in nichtöffentlicher Sitzung besprochen. Nach Einschätzung von Fachleuten geht es aber in die Richtung, dass der Marktbetrieb - einige organisatorische und räumliche Veränderungen vorausgesetzt - mit den Belangen der Feuerwehr in Einklang zu bringen sein dürfte. Dies würde auch eine Aussage von Stefan Rose stützen: Er deutete an, dass es ein "vages Konzept" zur Fortsetzung des Marktes an seiner jetzigen Stelle gebe. Insbesondere dann, wenn ein neutrales Gutachten eine uneingeschränkte Einsatzbereitschaft der Feuerwehr in Aussicht stelle.
Kritik von gleich mehreren Gemeinderäten ging am Montagabend in Richtung der Rechtsaufsicht am Landratsamt. Diese hatte vergangene Woche nach einer Anfrage von Heiko König (GfG) den dringlich durchgesetzten Gemeinderatsbeschluss vom 13. März zur Einstellung des Marktbetriebes überprüft und als unwirksam eingestuft. Verwunderlich dabei: Die schriftliche Stellungnahme ging bei Heiko König ein, die Gemeinde hat bis heute noch kein offizielles Schriftstück des Landratsamtes in Händen. "Ein Unding", schimpfte Werner Kaiser (CSU) und bezeichnete das Schreiben aus dem Landratsamt als "unverbindliche Rechtsauffassung", die man in der Gemeinde als "Denkanstoß" sehe könne - mehr aber nicht.


Kritik an der Rechtsaufsicht

Auf Tageblatt-Nachfrage bestätigte Dieter Pillmann, Pressesprecher am Coburger Landratsamt, die Einschätzung der Rechtsaufsicht: "Die erforderliche Dringlichkeit zur Beschlussfassung war nicht gegeben und der Beschluss ist deshalb unwirksam." Dennoch sicherte Jürgen Wittmann schon während der Gemeinderatssitzung zu, noch im Laufe dieser Woche ein schriftliches Statement der Rechtsaufsicht einzuholen: "Ich werde mich darum kümmern."
Zum Schluss der Sitzung drängte Helfried Schreiner darauf, bei der Markt-Diskussion die Belange der Feuerwehr nicht zu vergessen. Schreiner verwies dabei auf den schriftlich vorliegenden Jahresbericht des Grüber Feuerwehr-Kommandanten Dominik Alex, der den Markt in seiner bisherigen Form als "unakzeptabel" bezeichnete. Und nicht nur das: Was nach der ablehnenden Stellungnahme an verbalen Attacken auf die Feuerwehr hereingebrochen sei, bezeichnete der Kommandant als "absolut untragbar".


Köhler sagt: Alle werden kommen!

Für den Ostermarkt am kommenden Samstag rechnet der ehrenamtliche Marktleiter, Klaus Köhler, mit einer "vollen Besetzung" bei den Händlern. Das hat Köhler dem Tageblatt auf Nachfrage hin mitgeteilt.
Um den Kunden das gewohnte Angebot bieten zu können, wurde der Markt zeitlich nach hinten verschoben: Er findet nun erst von 14 bis 18 Uhr statt. So können die Händler, die zuvor noch auf den Märkten in Coburg und Kronach ihre Produkte anbieten, auch noch nach Grub am Forst kommen. Zusagen liegen Köhler für Käse, Imkereiprodukte, Geflügel, Gemüse und Fisch vor. Nach seinen gestrigen Telefonaten mit den Händlern hat Köhler eine weitere gute Nachricht für die treuen Kunden des Wochenmarktes: "Ich glaube, die Händler werden sich eine kleine Überraschung einfallen lassen."
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren