Coburg
Bau- und Umweltsenat

Gelungene Sanierungen in Coburg werden prämiert

Die Stadt Coburg belohnt engagierte Bauherren mit Medaillen und Urkunden.
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Eine Urkunde gibt es für das Anwesen Ketschendorfer Straße 4. Foto: Christoph Winter
Eine Urkunde gibt es für das Anwesen Ketschendorfer Straße 4. Foto: Christoph Winter
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Der Bau und Umweltsenat des Coburger Stadtrates hat am Mittwoch wieder jeweils drei Medaillen und Urkunden für die vorbildliche Sanierung historischer Gebäude in Coburg vergeben. Die Hausbesitzer bekommen in einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Verein Stadtbild Coburg die Auszeichnungen überreicht.

Eine Sanierungsmedaille erkannte der Senat für das sogenannte Beamtenhaus unterhalb von Schloss Callenberg. Das zweigeschossige Haus stammt vermutlich aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts und ist in der Vergangenheit grundlegend saniert worden. Heute sind darin mehrere Wohnungen. Das Haus war sehr marode und vor dem Verfall bewahrt worden.

Auch eine Scheune der ehemalige Callenberger Farm würdigte die Lokalpolitik mit einer Sanierungsmedaille. 1863 entstand die Farm als herzogliche Musterfarm nach den Plänen des Baumeisters Georg Rothbart. Der langgestreckte Vierseithof aus Backstein wird seit 1990 von der Rudolf-Steiner-Schule genutzt. Die baufällige Scheune ist in der Vergangenheit zur Mediathek für die Schüler geworden.


Nach alten Vorlagen saniert

Das Anwesen Webergasse 32 wird ebenfalls in nächster Zeit eine Sanierungsmedaille zieren. Das langgestreckte Neurenaissancegebäude entstand ab 1887 nach Plänen von Hans Rothbart. Der linke Teil besitzt im Erdgeschoss eine breite, ehemalige Einfahrt in den Innenhof und ist durch eine vertikale Sandsteinbänderung gegliedert. Die Schaufensterpaare werden durch Säulen geteilt. Der zugehörige Dachabschnitt ist geprägt durch zwei größere, verschieferte Hausgauben mit Satteldächern und eine dazwischen angeordnete kleinere, verschieferte Gaube mit einem Spitzhelm. Nach alten Zeichnungen wieder hergestellt wurde die Fassade und auch ein Innenhof erfuhr eine Wiederauferstehung.


Neue Elemente

Die Sanierungsurkunden gehen dieses Jahr an die Besitzer der Anwesen Ketschendorfer Straße 4, Rückertstraße 1 und Mühlgasse 8.

Das zweiflügelige zweigeschossige Biedermeier-Eckhaus in der Ketschendorfer Straße 4 an der Ecke zur Ahorner Straße wurde 1827/28 auf einem dem Kreisgerichtsdirektor Georg Ottilius Schnür vom Magistrat überlassenen Bauplatz durch den Magistratsmaurermeister Johann Andreas Meyer gebaut. Anstelle einer üblichen horizontalen Geschossteilung treten stuckierte Schürzen mit sogenannten Festons, in der Mitte mit Kranz, zwischen die Fensterbahnen des Erd- und Obergeschosses. Das Dach gliedern hier drei stehende Gauben, die bei Dachumbauten 1969/70 und 1988 aufgesetzt wurden. Anstelle der einteiligen Fenster gliedern zweiflügelige Fenster die Fassade.

Das dreigeschossigen Wohn- und Geschäftshaus Rückertstraße 1 an der Ecke zur Steingasse lässt sich bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts zurückverfolgen, als es noch zweigeschossig war. Gemäß der Portalbezeichnung FH mit Anker und Jahreszahl über dem Ladeneingang folgte wohl 1767 eine Aufstockung und der Bau des Walmdaches mit zwei Zwerchhäusern. Die beiden Straßenfassaden weisen ein massives Erdgeschoss sowie verputzte Fachwerkkonstruktionen in den Obergeschossen auf. Das Erdgeschoss ist gekennzeichnet durch drei hohe Rundbogenschaufenster und den Bogen des Hauseingangs. Der Eingang entstand zwischen 1949 und 1955, als er zur Vergrößerung der Ladenfläche nach rechts verschoben und das alte Eingangsportal mit einem gestuften Rundbogen Schaufenster wurde. Die Seite zur Steingasse weist ein mittiges Zwerchhaus auf. Unten sind rechts der Ladeneingang und links zwei niedrige Schaufenster vorhanden.

Ebenfalls mit komplett sanierter Fassade zieht das Eckhaus in der Mühlgasse 8 die Blicke auf sich. Der vormals grüne Anstrich ist einer weißen Wandfarbe gewichen. Auch die Wohnungen erfuhren eine komplette Überarbeitung.
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