Coburg
Szene

Gegen eine längere Sperrzeit im Coburger Steinweg

Um Coburgs Nachtleben attraktiv zu halten, spricht sich das Jugendforum gegen eine Sperrzeitverlängerung aus. Gefordert wird mehr Polizeipräsenz.
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Nach 2 Uhr am Wochenende ereignen sich im Steinweg laut Polizei die meisten Aggressionsdelikte in Coburg. Bei einer Sperrzeitverlängerung müssten die Kneipen um diese Zeit schließen. Foto: CT-Archiv/Jochen Berger
Nach 2 Uhr am Wochenende ereignen sich im Steinweg laut Polizei die meisten Aggressionsdelikte in Coburg. Bei einer Sperrzeitverlängerung müssten die Kneipen um diese Zeit schließen. Foto: CT-Archiv/Jochen Berger
Die CSU fordert eine Videoüberwachung, die SBC-Fraktion könnte sich vorstellen, dass mit einer längeren Sperrzeit mehr Sicherheit im Coburger Nachtleben, und hier speziell im Steinweg, zu erreichen ist. Jetzt hat sich auch das Jugendforum Coburg Stadt in einer Sitzung mit dieser Thematik beschäftigt. An der von Sprecherin Lara Nowak moderierten Diskussion nahm auch Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) teil.

Schnell wurde in der Diskussion deutlich, wie es in einem abschließend verfassten Bericht heißt, dass das Jugendforum hier ein einheitliches Meinungsbild vertritt: Man müsse auf Präventions- statt auf Repressionsmaßnahmen setzen, so die Jugendlichen. Dazu brauche es eine höhere Polizeipräsenz wie auch ein verstärktes Mitwirken der Gastronomen, beispielsweise in Bezug auf deren Tür- und Ausschankpolitik.


Problem wird nur verlagert

An erster Stelle müsse es um einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol gehen, so die einhellige Meinung. Durch eine Sperrzeitverlängerung hingegen würde sich das Problem nur verlagern, die von der Polizei benannte kritische Zeit für Gewalttaten sei schließlich "immer noch da" - genauso wie ein gewisses Aggressionspotenzial. "Die Leute sind dann nur woanders. Auf der Straße zum Beispiel oder in Privatwohnungen, in jedem Fall sind sie dann noch weniger greifbar für die Polizei als vorher", war das Fazit der Jugendlichen.

Es kam in der lebhaften Diskussion auch die Frage auf, ob es in Sachen Sicherheit nicht auch schwierig wäre, wenn zu Beginn einer verlängerten Sperrzeit plötzlich "alle gleichzeitig" die Kneipen verlassen müssen. Alternativen für junge Leute könnten das Problem entzerren. Beispielsweise, indem bestimmte Räume für die alternative und subkulturelle Szene geöffnet würden, in denen deren Konzerte und Veranstaltungen Platz finden könnten.

Es sei, so die teilnehmenden Jugendlichen abschließend, "nicht vertretbar, dass die Leute, die zu großen Teilen friedlich feiern, kollektiv bestraft werden". Coburg sollte eine für die Jugend attraktive Stadt bleiben und ihnen auch in Hinsicht auf die Freizeitgestaltung Perspektiven bieten.


OB: "Weg des Dialogs"

Oberbürgermeister Tessmer versprach einen "Weg des Dialogs" zu gehen. Das Thema vereine viele Interessenslagen und Emotionen, weshalb es umso wichtiger sei, alle Meinungen anzuhören und ernst zu nehmen. Er sei deshalb gerne ins Jugendforum gekommen, nehme die Argumente mit in die weitere Diskussion und stehe jederzeit wieder für Gespräche zur Verfügung.
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