Coburg
Basisbewegung

Europa - eine Idee mit Zukunft

Etwa 300 Menschen traten am Sonntagnachmittag auf dem Coburger Marktplatz für den europäischen Einigungsgedanken ein - auch Landesbischof Bedford-Strohm.
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Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (mit Megafon) spricht bei der pro-europäischen Demonstration von "Pulse of Europe" auf dem Coburger Marktplatz; links und rechts von ihm Rainer Maier und Walter Flohrschütz vom Sprecherrat der Bürgerinitiative. Fotos: C. Winter
Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (mit Megafon) spricht bei der pro-europäischen Demonstration von "Pulse of Europe" auf dem Coburger Marktplatz; links und rechts von ihm Rainer Maier und Walter Flohrschütz vom Sprecherrat der Bürgerinitiative. Fotos: C. Winter
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Fünf Tage nach ihrer Gründung hat die Coburger Gruppe von "Pulse of Europe" eine kleine, aber beachtenswerte Demonstration auf dem Marktplatz veranstaltet. Rund 300 Menschen hatten sich versammelt, um für die Ideen eines geeinten und friedlichen Europas einzutreten. "60 Jahre EU - 60 Jahre Frieden" war auf einem Transparent zu lesen.
"Pulse of Europe" erfuhr am Sonntag eine spontane wie gewichtige Unterstützung. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) und evangelische bayerische Landesbischof Heinrich Bedford Strohm erinnerte in seiner spontanen Rede daran, dass "Europa und der europäische Friedensgedanke einstige Kriegsgegner wieder versöhnt habe. Wenige Minuten zuvor war Heinrich Bedford-Strohm mit seiner Schwester durch die Spitalgasse geschlendert und auf dem Weg zu einer Sitzung des Landessynode im Kongresshaus Rosengarten, als er auf dem Marktplatz Europafahnen und blaue Luftballons erblickte.
In etwa zehn Minuten müsse er bei der Sitzung der Landessynode sein, sagte der bayerische Landesbischof unter dem Beifall der Menschen. "Ich freue mich riesig, dass Menschen aus ihren Löchern kommen, um positiv für die europäische Idee einzutreten." Menschen- und Grundrechte, denen sich die Europäische Union verpflichtet fühle, müssten in die ganze Welt getragen werden. Die Union habe gelehrt und vorgemacht, "dass Konflikte nicht mit Gewalt, sondern nur durch Verhandlungen und das Wachsen von Freundschaft gelöst werden können".


Eintreten für die Schwachen

Heinrich Bedford-Strohm forderte, dass die Spirale des Pessimismus verlassen werden müsse. "In der Mitte müssen die Würde des Menschen, das Eintreten für die Schwachen und Solidarität stehen", stellte der EKD-Ratsvorsitzende unter dem Beifall der Umstehenden fest. "Jetzt muss ich aber ganz schnell ins Kongresshaus", fügte er flugs hinzu, drückte das Megafon dem Mitorganisator Rainer Maier in die Hand und enteilte durch die Ketschengasse.
Ganz nach dem Grundgedanken von "Pulse of Europe", eine Bürgerbewegung zu sein, nutzte ein Dutzend Menschen die Gelegenheit, ihre Hoffnungen und Ansprüche an ein freiheitliches, weltoffenes und geeintes Europa auszudrücken.
Ursula Kunze-Hümmel aus Coburg zeigte mit einem Schild "Europa - ja bitte!" ihre Zuneigung zu einem einigen Europa. Ihre Vorfahren arbeiteten als Handwerker in mehreren europäischen Ländern. "Da steht man dem europäischen Gedanken selbstverständlich nahe."
Der Initiator von "Pulse of Europe" in Coburg, Walter Flohrschütz aus Lautertal-Tremersdorf, erinnerte an den Frieden auf dem Kontinent während der vergangenen sechs Jahrzehnte.
Auch der frühere Europa-Abgeordnete und Kronacher Landrat Heinz Köhler war nach Coburg gekommen.
Das nächste Treffen von "Pulse of Europe" Coburg findet am Dienstag, 28. März, um 19.30 Uhr im "Münchner Hofbräu" in Coburg statt. Am Sonntag, 2. April, ist ein Infostand am Gräfsblock in Coburg vorgesehen, eine Woche später soll eine weitere Demonstration, wieder auf dem Marktplatz, stattfinden.
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