Wüstenahorn
Soziale Stadt

Es hat das Zeug zum Wahrzeichen

Eine Ausstellung in der Alten Angerturnhalle zeigt, wie sich zehn Architekturbüros das Bürgerhaus am Wolfgangsee in Wüstenahorn vorstellen.
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Anika Gründer (links), Florian Kirfel und Nikola Mayer vom Studio Gründer Kirfel aus Bedheim wurden für ihren Entwurf des Bürgerhauses mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Foto: Ulrike Nauer
Anika Gründer (links), Florian Kirfel und Nikola Mayer vom Studio Gründer Kirfel aus Bedheim wurden für ihren Entwurf des Bürgerhauses mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Foto: Ulrike Nauer
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Von einem "kleinen Haus am Wolfgangsee", wie es Jury-Vorsitzender Wolfgang Fischer scherzhaft umschrieb, sind die prämierten Ideen für das neue Bürgerhaus in Wüstenahorn weit entfernt. Zehn Planungsbüros haben sich im inzwischen zweiten Architektenwettbewerb ihre Gedanken gemacht. Herausgekommen sind zehn völlig unterschiedliche Gebäudevarianten - vom filigranen Glaspavillon bis hin zum massiven Gebäudeensemble mit Sonnenterrasse am Wasser. Alle Entwürfe sind bis 11. März in der Alten Angerhalle ausgestellt.
Die Jury, bestehend aus Architekten sowie Vertretern der Stadtverwaltung und des Stadtteils, hat aus den zehn Entwürfen einstimmig ihre drei Favoriten ausgewählt. Deren Planer erhielten bei der Eröffnung der Ausstellung am Freitag Geldpreise. Auch wenn diese nach den Plätzen 1 bis 3 unterschiedlich hoch ausfallen, beschlossen ist damit noch nichts. Welcher Entwurf umgesetzt werden soll, entscheidet sich voraussichtlich am 3. März, wenn die Lenkungsgruppe unter Vorsitz von Drittem Bürgermeister Thomas Nowak (SPD) tagt. Dabei wird selbstverständlich auch die Frage eine große Rolle spielen, was finanziell machbar ist.
In den Vorgaben für den Wettbewerb gingen die Ausschreiber von rund 2,2 Millionen Euro Gesamtkosten aus. Die Nutzfläche des Bürgerhauses soll zwischen 500 und 600 Quadratmeter liegen. Wie Nowak noch einmal zusammenfasste, soll das Bürgerhaus, Café inklusive, als Treffpunkt für den gesamten Stadtteil dienen, etwa beim Dorffest und der Dorfweihnacht. Es soll gleichzeitig Quartiersbüro sein und Nachbarschaftshilfe anbieten, einen "inklusiven Charakter" haben, Generationen und Kulturen verbinden.
Nach Jury-Chef Fischer erfüllt der erstplatzierte Entwurf des Bedheimer Studios Gründer Kirfel diese Voraussetzungen bestens. "Das Dach hat etwas Offenes und gleichzeitig Schutzgebendes." Für Planer Florian Kirfel hat das auffällige Dach das Zeug zum "Bezugspunkt" mit "Identifikationskraft".
Bei aller Freude über die gelungenen Entwürfe klang zwischen den Zeilen am Freitag auch leise Kritik durch - und der dringende Wunsch, solche Projekte in Zukunft schneller, einfacher und unbürokratischer umzusetzen. Der Hintergrund: Das Thema Bürgerhaus ist bereits einige Jahre alt. Schon einmal hatte es dazu einen Architektenwettbewerb gegeben. 2010 waren sogar die Pläne schon fertig. Vorgesehen war ein dreigeschossiges Gebäude mit rund 1000 Quadratmetern Nutzfläche, inklusive einer Großküche zu Ausbildungszwecken.
Damals gab es für das Projekt "Soziale Stadt" zunächst noch Fördergelder aus dem Bund-Länder-Programm. Doch die Fördermittel wurden gekürzt, die fertigen Pläne deshalb nicht mehr weiterverfolgt. Nun gibt es wieder mehr Geld - die Bezirksregierung in Bayreuth unterstützt das Bürgerhaus mit 1,1 Millionen Euro - und das Bauprojekt rückte wieder in den Fokus der ausführenden Wohnbau Stadt Coburg GmbH. Da sich jedoch inzwischen die Anforderungen an das Haus geändert haben - die Großküche wird zum Beispiel nicht mehr gebraucht - heißt es nun: alles wieder auf Anfang.

Rund um die Ausstellung und die Jury

Geführter Rundgang Preisrichter Mario Tvrtkovic führt am Samstag, 5. März, 11.30 Uhr, Interessenten durch die Ausstellung in der Alten Angerhalle, Schützenstraße 1a. Die Ausstellung ist noch bis 11. März zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr und Samstag 9 bis 12.30 Uhr.

Jury - Fachpreisrichter Wolfgang Fischer (Architekt - Vorsitzender), Sigrun Langner (Landschaftsarchitektin), Karin Schmid (Architektin/Stadtplanerin), Mario Tvrtkovic (Architekt) und Reiner Wessels (Architekt).

Sachpreisrichter Thomas Nowak (Dritter Bürgermeister Coburg) Ulrich Steiner (Vorsitzender Stadtteilarbeitskreis Wüstenahorn), Birgit Weber (Baureferentin) und Ulrich Willmer (Pfarrer in der Johanneskirche).

Die Preisträger
1. Preis: Studio Gründer Kirfel, Bedheim, Preisgeld: 16 065 Euro.
2. Preis: HJP Architekten, Schweinfurt/Grafenrheinfeld, Preisgeld: 9639 Euro.
3. Preis: Umarchitekt, Bamberg, Preisgeld: 6426 Euro.
Ausloberin und Bauherrin: Wohnbau Stadt Coburg.


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