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Ein Schuss Exotik im Festprogramm

Sein 150-jähriges Bestehen feiert der Fränkische Sängerbund mit ganz besonderen Gästen. Präsident Peter Jacobi holt den Studentenchor der Universität Peking nach Franken. Auf dem Programm steht auch ein Konzert im Coburger Landratsamt am 24. August.
Der Studentenchor der Universität Peking besucht Franken vom 20. bis 27. August. Foto: privat
 

Einen Kontrabass bringen die Chinesen, die Peter Jacobi Ende August zur Grillparty in seinen Garten einladen will, vermutlich nicht mit. Und es sind auch nicht nur drei Chinesen, sondern gleich 40. Der Studentenchor der Universität Peking ist zweifellos der exotischste Beitrag im Festprogramm zum 150-jährigen Bestehen des Fränkischen Sängerbundes (FSB). Jacobi, der dem FSB als Präsident vorsteht, hat für den Besuch aus Fernost vom 20. bis 27. August ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.
Einige Termine sind noch nicht endgültig festgeklopft, eventuell müssen Programmpunkte getauscht werden, aber die Idee, einen chinesischen Chor nach Franken einzuladen, kam Jacobi schon vor zwei Jahren - bei einer privaten Reise nach China. Außerdem ist 2012 in Deutschland "Chinesisches Kulturjahr", da passe der Besuch doch gut ins Konzept.
Zunächst war neben dem Studentenchor sogar noch ein zweites Ensemble angekündigt, doch dieses habe absagen müssen, berichtet Jacobi, der daraufhin etwas umplanen musste. Oberstes Ziel sei natürlich, dem Besuch aus Asien so viel wie möglich von Franken zu zeigen, sagt er. Doch die Gäste - zwischen 20 und 25 Jahre alt - hätten auch schon wissen lassen, dass sie gerne Berlin kennenlernen würden. Peter Jacobi überlegte nicht lange, sondern schickte ein Schreiben in die Hauptstadt, sprach mit der Kulturattachée und hofft nun auf eine Einladung vom Außenministerium.
Sogar den bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil hat der FSB-Präsident für seinen Besuch aus dem fernen Osten begeistern können. Nicht nur, dass Zeil im vergangenen November in Sachen Wirtschaftskontakte in China unterwegs war, er nimmt auch wieder an der "Bratwurst-Tour" der FDP Oberfranken teil. Eine seiner Stationen ist die Burgruine Altenstein am Dienstag, 21. August. Hier soll der Minister nach Jacobis Planung von den 37 Stimmen des Pekinger Studentenchores begrüßt werden.
Auf dem Programm für die 40-köpfige Gruppe stehen außerdem Empfänge - im Coburger Landratsamt und im Bamberger Rathaus; letzterer dient gleichzeitig als offizieller Empfang des FSB-Präsidiums im Jubiläumsjahr. Geplant ist auch eine Betriebsbesichtigung bei der Coburger Firma Waldrich - bekanntlich seit 2005 in chinesischer Hand - und ein Besuch des Museumsfestes im Freilandmuseum Fladungen (Sonntag, 26. August). Das Freilandmuseum hat Jacobi deshalb ausgesucht, weil er auf seiner China-Reise festgestellt hatte, dass solche Einrichtungen auch dort bekannt und beliebt sind.
Das Museum wird der Chor nicht nur besuchen, sondern dort auch am Nachmittag eine musikalische Kostprobe geben. Im Repertoire haben die Sänger nicht nur chinesische Komponisten, sondern auch international bekannte Stücke. In Coburg treten die jungen Asiaten im Landratsamt auf - am Freitag, 24. August, um 19 Uhr im Großen Saal mit Unterstützung des Singvereins Niederfüllbach. Der Eintritt ist frei.
40 Gäste eine ganze Woche lang zu beherbergen und zu unterhalten, das ist nicht billig. "Wir müssen natürlich Sponsoren finden, die das möglich machen", sagt Jacobi, der kräftig die Werbetrommel für seine Besucher rührt - offenbar erfolgreich, wie er mit einem Schmunzeln berichtet: "Eine chinesische Flagge habe ich schon organisiert."

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