Es ist gemütlich im Büro von Ulrike Barausch: schwere Holzmöbel, ein Teppich, moderne Kunst an den Wänden und geradezu überbordendes Grün. "Die Pflanzen habe ich selbst so groß gezogen", sagt die Juristin. Seit Mitte Februar ist sie Vorsitzende Richterin am Landgericht, die erste Frau in diesem Amt in Coburg. Deshalb die wohnliche Atmosphäre im strengen Richterinnen-Büro? Ulrike Barausch lacht. "Das ist das Präsidentenzimmer aus den 80er Jahren. Demnächst kommen hier neue, sachliche Möbel rein." Wie fühlt sie sich als einzige Frau unter fünf Vorsitzenden Richtern? "Das ist für mich kein Problem, immerhin bin ich schon seit 18 Jahren in der Justiz tätig. Ich bin hier keine Unbekannte."
In den 90er Jahren war Ulrike Barausch in Coburg als Richterin für Zivil- und Strafverfahren tätig. Dann wurde sie Staatsanwältin und wechselte später ans Amtsgericht in Kronach. Seit 2004 arbeitet sie wieder am Coburger Landgericht, zuerst als Richterin, dann als Gruppenleiterin in der Staatsanwaltschaft. Anfang dieses Jahres wurde sie nun zur Vorsitzenden Richterin befördert."In Bayern sind diese häufigen Wechsel üblich. Es ist nicht gut, über viele Jahre auf einem Posten zu bleiben", erläutert Ulrike Barausch. Jetzt sei sie aber erst einmal angekommen.
Wie geht sie mit dieser neuen Herausforderung um? "Man wächst in solch ein Amt hinein, das ist ein langsamer Prozess." Anfangs sei ihr schon etwas mulmig gewesen angesichts der größeren Verantwortung, aber: "Es ist schön, wieder hier am Gericht zu arbeiten." Dazu muss man wissen, dass Staatsanwaltschaft und Gerichte getrennte Behörden sind.
Ulrike Barausch ist jetzt die Chefin von drei Richtern, zwei Beisitzern und zwei Geschäftsstellen (Zivilrecht und Strafrecht) mit je drei Mitarbeiterinnen. Die Aufgaben, die sie zu erledigen hat, verteilt das Präsidium. "Zu zwei Dritteln sind es bei mir Zivilsachen, zu einem Drittel Strafsachen." Das bringe Abwechslung in die Arbeit.

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