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Region  // Coburg

Bau- und Umweltsenat

Der "Rheingold" rollt an die Itz nach Coburg

Ein TEE-Panoramawagen findet seine letzte Haltestelle im einstigen Güterbahnhof in Coburg - als Informations- und Veranstaltungsort.
Anfang der 60er Jahre beschaffte die Bundesbahn fünf Panoramawagen für die TEE-Züge "Rheingold" und "Rheinpfeil" mit Aussichtskuppel. Einer dieser Wagen soll im alten Güterbahnhof seinen letzten Halt finden und als Informationspunkt dienen. Die Stadtverwaltung will den seltenen Waggon schon Mitte oder Ende Mai an die Itz transportieren und neben die alte Pakethalle stellen. Foto: Thomas Fischer
 
Ein bahntechnischer Leckerbissen erwartet die Coburger und alle Eisenbahnfans in Kürze: Auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofes wird in einem ausgedienten Eisenbahnwagen über die Vorhaben und Entwicklungen auf dem Areal informiert werden. Aber nicht nur ein alter, mehr oder weniger restaurierter Waggon wird es sein, sondern einer der seltenen Panoramawaggons eines TEE-Zuges. Schon am 14. Mai, spätestens aber zu den Coburger Designtagen Ende Mai, soll neben der alten Pakethalle der 26 Meter lange Eisenbahnwagen mit dem auffälligen Panoramadach und der Aufschrift "Rheingold" stehen. Der Waggon wird als zentraler Informations- und Anlaufpunkt dienen, und das für mindestens 20 Jahre.


Sanierung vorgesehen

Natürlich hätte man sich für einen Informationspunkt auch Container bedienen können, "aber als Reminiszenz an den alten Güterbahnhof", so Joachim Träger vom Stadtplanungsamt, "sollte es ein Eisenbahnwaggon sein". Über die Stiftung Deutsche Bahn wurde die Stadt ans Deutsche Eisenbahnmuseum Nürnberg vermittelt. Zwar ist der Lack an dem avisierten Waggon im wahrsten Wortsinn abgeblättert, soll aber wieder saniert werden. "Vorstellbar ist hier eine Zusammenarbeit mit Auszubildenden des Handwerks und Sponsoren", sagte Joachim Träger. Das Bahnmuseum stellt den Wagen für mindestens 20 Jahre kostenfrei zur Verfügung. Um den nicht mehr fahrbereiten Waggon nach Coburg zu transportieren, zu reinigen und wieder herzurichten, rechnet das Stadtplanungsamt mit 29.000 Euro. Darin ist auch der Bau eines Gleisbetts enthalten. 60 Prozent dieser Summe würden über die Städtebauförderung abgedeckt, rund 12.000 Euro bleiben bei der Stadt beziehungsweise der kommunalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

1962 und 1963 beschaffte die Deutsche Bundesbahn fünf Aussichtswagen für die TEE-Züge "Rheingold" und "Rheinpfeil". Mehr davon wurden nicht gebaut. Unter der mittigen Aussichtskanzel mit 22 Sitzplätzen sind Post- und Gepäckräume, an einem Wagenende zwei normale Abteile, ein Zugsekretariat und eine Telefonkabine, am anderen Ende eine Bar. Insgesamt haben die Wagen 50 Sitzplätze. Mit der Einführung des Intercity-Netzes wurden die Wagen 1976 verkauft. Dann setzte man die Aussichtskanzel 20 Zentimeter niedriger, um sie auch auf Strecken mit kleinerem Profil einsetzen zu können. 1979 kamen die Wagen an ein Reisebüro, schließlich liefen die Aussichtswagen von 1999 bis 2002 im Regelverkehr in Schweden. Vier dieser Fahrzeuge sind 2005 nach Deutschland zurückgekehrt, zwei davon sind noch fahrbereit.

Aktuell macht schweres Baugerät die Gebäude des alten Schlachthofes dem Erdboden gleich, weitere Häuser und Lagerhallen werden abgerissen. In dem Waggon sollen Veranstaltungen und Ausstellungen über dieses Städtebauprojekt stattfinden. Die Idee der Wirtschaftsförderungsgesellschaft nahm der Bau- und Umweltsenat am Mittwoch zustimmend und begeistert zur Kenntnis. Schön wäre es nach Ansicht von Grünen-Stadtrat Wolfgang Weiß, wenn es gleichzeitig eine Bestandsgarantie für die alte Pakethalle gebe, "die sich als Veranstaltungsort etabliert hat". Von einer "tollen Idee" sprach SPD-Stadträtin Petra Schneider.
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