Begutachtung

Das Sonnefelder Rathaus verbraucht zu viel Energie

Für das Sonnefelder Rathaus gibt es großen energetischen Sanierungsbedarf.
Das Sonnefelder Rathaus muss energetisch ertüchtigt werden. Foto: Klaus Oelzner
 
von KLAUS OELZNER
Nach einer vorangegangenen gemeinsamen Bestandsaufnahme mit Bürgermeister Michael Keilich (CSU) präsentierte Wolfgang Böhm, Geschäftsführer der Ernergieagentur Nordbayern, in der öffentlicher Sitzung dem Gemeinderat ein nicht gerade schmeichelhaftes Ergebnis: Im Segment Energieeinsparung hat die Gemeinde erheblichen Handlungsbedarf.

Während mehrstündiger Begehungen wurden im Rahmen einer (kostenfreien) Energieberatung Rathaus und Volksschulgebäude mit Blick auf deren Energieverbrauch und damit zusammenhängenden Kosten unter die Lupe genommen. Mit dem Ergebnis: "Ausbaubare Ansätze für geförderte Sparmaßnahmen", wie es der Energiebreater im Rahmen eines einstündigen Referats formulierte.


Fenster, Gebäudehülle, Dachboden, Heizkörper und so weiter

Für das Rathaus ermittelte er beispielsweise die Notwendigkeit, einschichtige Fenster auszuwechseln, die Gebäudehülle besser zu dämmen, den Dachboden mit Wärmeschutz zu versehen oder Heizkörper in den Amtsräumen von ihrer Abdeckung zu befreien. Im Keller seien ganzjährig aufsteigende Feuchtigkeit zu bekämpfen und eine unwirtschaftliche Umwälzpumpe zu ersetzen.

Als "energiepolitisch vollkommen unwirksam" deklarierte er die vor wenigen Jahren vollzogenen Sanierungsmaßnahmen an Grund- und Hauptschule auf dem Dercksenberg. Deren Stromverbrauch liege weit über dem Durchschnitt, der Wärmebedarf sei nach Abschluss der Arbeiten keineswegs geringer geworden. Außerdem hat der Fachmann eine "Oldtimersteuerung" in dem Gebäude entdeckt.

Der Referent empfahl, Maßnahmen zu ergreifen und Zuschüsse auszuschöpfen, die zu beantragen seien. Gleichzeitig bot er seine Hilfe bei künftigen Maßnahmen an, was Bürgermeister Keilich begrüßte.

"Der Freistaat ist bemüht, Kommunen in eine aktive Rolle zu bringen", gab er den Gemeinderäten mit auf den Weg. Weitere grundsätzliche Ausführungen widmete er der verstärkten Energiegewinnung über Solarkraft und (am Beispiel Zedersdorf und Weischau) Windkraft.


Zu Fuß erreichbar

Keine neuen Erkenntnisse ergaben sich während der öffentlichen Auslegung der vom Gemeinderat bereits behandelten Flächennutzungspläne für die Bereiche Sonnefeld und Gestungshausen. Damit bleibt nach einstimmigen Beschlüssen des Gremiums die Gewerbefläche "Am Roten Hügel" unberührt. Auf einem 800 Quadratmeter großen Sondergebiet ist die Schaffung eines neuen, zu Fuß gut erreichbaren Verbrauchermarktes vorgesehen. Ein Wohnbereich in der Allee wird weiterhin als Gewerbegebiet geführt. Für den Ortsteil Gestungshausen konnten in Zussammenarbeit mit dem Landratsamt Bedenken wegen des Biotopcharakters ausgeräumt werden.

Auf Vorschlag der Verwaltung befürworteten alle drei Fraktionen mögliche Änderungen der Stimmbezirkseinteilungen im gesamten Gemeindebereich für ab 2017 anstehende Wahlen. Damit wird der demografischen Entwicklung (nur noch rund 4000 Wahlberechtigte), sinkender Wahlbeteiligung und Zunahme des Briefwähler Rechnung getragen. Hauptamtsleiter Stefan Markus informierte über einen Ortstermin mit Vertretern der Polizei und des Landratsamts. Dabei wurde vorerst auf eine verkehrseinschränkende Beschilderung im Neubaugebiet "Am Dorfberg" verzichtet. Ob eine Beschilderung der neuen Parkplätze oder als Sackgasse erforderlich sei, will man nach offizieller Freigabe der Innerortsstraße erneut prüfen.

Claus Dötschel (GUB) berichtete davon, dass sich Bürger über Lärm beschweren, der von dem kürzlich in Betrieb gegangenen Windpark bei Zedersdorf ausgehe. Nach eigener Erfahrung könne er dies bei einer bestimmten Wetterlage bestätigen, sagte Bürgermeister Keilich. Auch Joachim Zwosta (CSU) sagte, von der Anlage gehe Lärm aus. Nach einer dreimonatigen Probephase will das Landratsamt eine mit 10 000 Euro Kosten verbundene Schallmessung veranlassen und danach etwa erforderliche Auflagen verfügen.
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