Coburg
Projekt

Coburgs neue Sporthalle kostet über acht Millionen Euro

Die Passivbauweise lässt die Kosten für die neue Dreifachschulsporthalle ansteigen. Trotzdem gab der Bau- und Umweltsenat am Mittwoch - nach längerer Diskussion - grünes Licht. Im dritten Quartal 2015 könnte mit dem Bau begonnen werden.
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Die Halle soll ein Passivbau werden und dennoch möglichst kostengünstig sein. Das ist ein Spagat, der schwierig, aber hinzukriegen ist. Davon ist Hochbauamtsleiter Ullrich Pfuhlmann überzeugt. In der Entwurfsphase wurden die Kosten für die Dreifachschulsporthalle auf 8,05 Millionen Euro gedeckelt. Die Regierung von Oberfranken hat bereits im vergangenen Jahr Fördergelder in Aussicht gestellt, die aber erst 2016 fließen werden, weil 2015 schon alles verplant ist. Dennoch darf schon in diesem Jahr mit dem Bau der Halle begonnen werden.

Vorgaben der Regierung

Um die Kosten ging es trotzdem noch einmal in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltsenats. Der Kostenrichtwert für Hallen dieser Art liegt nach Auskunft von Ullrich Pfuhlmann bei 5,3 Millionen Euro. Vorgaben der Regierung von Oberfranken für eine schulaufsichtliche Genehmigung - zusätzliche Umkleiden, Waschräume und eine Freisportfläche mit Kunststoff- und Kunstrasenplatz - treiben diese Kosten aber in die Höhe. Bis auf 6,5 Millionen Euro.

Der Passivhausstandard erfordere schließlich weitere Aufwendungen, erläuterte der Hochbauamtsleiter. So kommt schließlich ein Betrag von 8,05 Millionen Euro zusammen. Ullrich Pfuhlmann wies aber darauf hin, dass in der Phase der Entwurfsplanung bereits nach Eins parmöglichkeiten gesucht wurde. Zum Beispiel das Flachdach: "Das dort vorgesehene Blech ist etwas höherwertig als der Standard, aber auch von besserer Qualität. Da könnte man noch etwas einsparen", erläutert Ullrich Pfuhlmann. Auch die Fassadengestaltung mit flachem Paneel lasse noch Luft nach unten. Bei der Haustechnik sieht Ullrich Pfuhlmann außerdem Möglichkeiten der "Nachjustierung". Wärme für die Halle kommt über eine Deckenstrahlheizung, die Umkleiden bekommen Fußbodenheizung.

Auch der Standort der Dreifachschulsporthalle verursacht höhere Kosten, als die Richtwerte vorgeben. Am Anger muss auf Schwemmland gebaut werden - entweder auf Pfählen oder indem ein Geschoss in den Boden abgesenkt wird. Im Hochbauamt hat man sich für Letzteres entschieden. "Durch die Erdbewegungen und die Grundwasserabdichtung entstehen dann noch einmal mehr Kosten, die die Regierung nicht berücksichtigt hat."
Die Gestaltung der Außenanlage hat der Leiter des Grünflächenamts, Bernhard Ledermann, erarbeitet. An der Karchestraße sind 30 Stellplätze vorgesehen. Noch im März könnten der Bauantrag und der Förderantrag bei der Regierung von Oberfranken eingereicht werden. "Wir müssen jetzt schnell die Ausführungsplanung erstellen, wenn wir in diesem Jahr noch mit dem Bau beginnen wollen", sagte der Hochbauamtsleiter. Er wolle jetzt erst einmal 65 Prozent der Gewerke ausschreiben, um eine Kostenrechnung erstellen zu können. Denn noch liegt seine aktuelle Schätzung über den 8,05 Millionen Euro. Darauf aber schaut das vor ein paar Jahren eingerichtete Bauinvestitions-Controlling kritisch.

Peter Kammerscheid (Pro Coburg) regte an, darüber nachzudenken, ob Passivhausstandard bei der Dreifachschulsporthalle noch sinnvoll ist. "Das sollten wir noch einmal diskutieren." Für eine Diskussion sprach sich auch Wolf-Rüdiger Benzel (Grüne) aus. Er hält den jetzt vorgesehenen Standard allerdings nicht für ausreichend. Ullrich Pfuhlmann sieht auch in der Gestaltung der Bodenplatte noch Reserven. "Die reine Lehre gibt beim Passivhaus 30 Zentimeter Dämmung unter der Bodenplatte vor. Es gibt an dieser Stelle aber keine so riesige Verlustfläche und wir könnten etwa 150 000 Euro einsparen." Trotzdem bliebe der Bau noch immer auf einem extrem guten Standard. "Im Vergleich zur HUK-Arena um Klassen besser."

Westansicht überdenken

Petra Schneider (SPD) bat darum, die Fassadengestaltung der Westansicht zur Bamberger Straße noch einmal zu überdenken. "Wer in die Stadt kommt, sieht dort nur eine geschlossene Wand." Auch die davor geplanten Bäume verbesserten die Ansicht nicht wesentlich. "Wenn die keine Blätter mehr haben, bleibt doch wieder die kahle Wand." Christian Müller (CSB) äußerte die Ansicht, dass dort sicher "relativ leicht etwas zu machen" wäre. Schließlich stimmten die Senatsmitglieder mit Ausnahme von Wolf-Rüdiger Benzel einer Genehmigungsplanung mit Kostenschätzung zu. Zudem wurde das Hochbauamt beauftragt, den Förderantrag einzureichen und einen Plan für die Ausführung zu entwickeln.
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