Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Startschuss

Coburgs Landrat hat acht Millionen unterm Arm

Mit der Zusage hoher Fördersummen kann jetzt mit der Verwirklichung des Natuschutzgroßprojektes "Das Grüne Band" begonnen werden.
Coburgs Landrat Michael Busch kann in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Zweckverbands für das Naturschutzgroßprojekt den Scheck mit der Fördersumme von mehr als acht Millionen Euro getrost nach hause tragen. Fotos: Rainer Lutz
 
von RAINER LUTZ
"Der Weg von der Idee eines Naturschutzgroßprojekts in unserer Region bis hin zur Umsetzung, dem so genannten Projekt II, dieser Weg war ein langer und steiniger Weg", sagte Coburgs Landrat Michael Busch (SPD) als er am Freitag in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Zweckverbands für das Projekt aus den Händen des Amtschefs im Bayerischen Umweltministerium, Christian Barth, den symbolischen Scheck über 8,159 Millionen Euro entgegen nahm.

Die Idee, den einstigen Todesstreifen der innerdeutschen Grenze als Lebenslinie mit dem Namen "Das Grüne Band" zur Erinnerung an die Trennung des Landes zu behalten, diese Idee ist fast so alt wie die politische Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. Tatsächlich führt dieses Grüne Band heute über eine Strecke von rund 1400 Kilometer durch Deutschland.


Start schon 2003

Schon 2003 reichte der Landschaftspflegeverband Coburger Land gemeinsam mit weiteren Projektträgern eine Projektskizze für ein Naturschutzgroßprojekt auf dem Grünen Band in unserer Region ein. Ein Jahr später beschlossen die Freistaaten Bayern und Thüringen, dieses Vorhaben zu unterstützen.

Allerdings liegt das Grüne Band, das ja die Flächen des ehemaligen Todesstreifens umfasst, ausschließlich auf dem Gebiet der neuen Bundesländer. Um das Naturschutzgroßprojekt grenzübergreifend verwirklichen zu können - was die Hoffnung auf Bundesfördermittel beinhaltet - mussten auf bayerischer Seite Flächen zugekauft werden. Landrat Busch erinnerte daran, dass damit ein Interessenkonflikt zwischen Naturschutz und Landwirtschaft ausgelöst wurde, der 2005 zur Ablehnung des Projektantrags führte.


Fronten zuerst verhärtet

2006 startete ein intensiver Dialogprozess, der lange mit verhärteten Fronten zu kämpfen hatte. 2009 gründeten die Landkreise Hildburghausen, Coburg, Sonneberg und Kronach den Zweckverband "Naturschutzgroßprojekt Grünes Band, Rodachtal, Lange Berge, Steinachtal". Der Projektantrag für die Phase I (Planung) wurde eingereicht. Auf thüringer Seite wurde die der Landwirtschaft nahe stehende Thüringer Landgesellschaft eingeschaltet, um die Akzeptanz des Maßnahmenplans zu untersuchen. In Bayern übernahm dies die "Landsiedlung" des Bayerischen Bauernverbands. Am Ende stand fest, dass auf einem großen Teil der Flächen die geplanten Maßnahmen uneingeschränkt und auf einem weiteren Teil mit Auflagen umgesetzt werden können. Projekt II, die Verwirklichung des Naturschutzgroßprojektes kann damit und mit der Mittelzusage des Bundes und der Länder jetzt eingeläutet werden.

Insgesamt gibt es entlang des Grünen Bandes sechs solcher Projekte mit einer Gesamtlänge von 342 Kilometern, erklärte die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Beate Jessel. Sie erinnerte daran, dass es ein 12 500 Kilometer langes Grünes Band Europa (European Green Belt) gibt. Es führt vom Eismeer im Norden bis ans Schwarze Meer und markiert die einstige Trennungslinie zwischen den Machtblöcken Nato und Warschauer Pakt. "Sie dürfen sich hier als Teil eines Europäischen Verbundsystems fühlen", stellte Jessel fest.


Hoffnung für die Muschel

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) verbindet mit der Umsetzung des Großprojekts die Hoffnung, dass kleine und mittlere Fließgewässer im Projektgebiet wieder Heimat der vom Aussterben bedrohten Flussmuschel und seltener Krebse werden können. Sie verspricht sich von Projekt II auch eine Förderung der Schaf- und Ziegenhaltung, weil diese zur Offenhaltung großer Flächen eingesetzt werden sollen.

Christian Barth betonte die hohen fachlichen Ansprüche, die ein Projekt mitbringen muss, wenn es Fördergelder vom Bund erhalten will. Naturschutz ist schließlich, wie Anja Siegesmund feststellte, Landesangelegenheit. Das Förderprogramm "Chance Natur - Bundesförderung Naturschutz" wurde aufgelegt, um herausragende Projekte doch unterstützen zu können.

Der Freistaat schätzt das Vorhaben ebenso hoch ein, betonte Christian Barth: "Bayern sieht das Grüne Band auch als Basis für seine Biodiversitätsstrategie."


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.