Coburg
Proben-Besuch

Coburger Tango-Zauber

So bereitet sich das Philharmonische Orchester auf das Sonderkonzert am Samstag im Landestheater mit zwei argentinischen Musikern vor.
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Marcelo Mercadante (Bandoneon) probt mit dem Philharmonischen Orchester für das Tango-Konzert im Landestheater.Foto: Jochen Berger
Marcelo Mercadante (Bandoneon) probt mit dem Philharmonischen Orchester für das Tango-Konzert im Landestheater.Foto: Jochen Berger
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Das Philharmonische Orchester frischt seine Tango-Kenntnisse auf - nicht auf dem Tanzparkett, sondern droben im Probensaal des Landestheaters.


Auf den Pulten liegen an diesem Vormittag Noten von Astor Piazzolla und zwei weiteren argentinischen Komponisten: Juan Cuacci und Marcelo Mercadante. Piazzolla, Cuacci und Mercandante statt Brahms und Beethoven, Tango statt Symphonik: für ein klassisch gescultes Orchester eine sicher reizvolle, aber auch eine spannende Herausforderung.


Das Schwierige ist das Tempo

"Philharmonic goes Tango" lautet am Samstag das Motto eines Sonderkonzerts im Landestheater (freier Verkauf, Details siehe Info-Kasten), das unter ganz besonderen Vorzeichen steht. Denn zwei Musiker aus dem Heimatland des Tangos übernehmen an diesem Abend die künstlerische Verantwortung als Solisten und musikalischer Leiter: der Pianist Juan Cuacci und der Bandoneon-Virtuose Marcelo Mercadante.


"Das Schwierige beim Tango ist das Tempo", erklärt Juan Esteban Cuacci, der vom Klavier aus die Probe leitet. Mit knappen Worten erklärt er bei den einzelnen Stücken, worauf besonders zu achten ist, klopft auf dem Klavier einige rhythmisch markante Passagen und setzt vor dann vor allem am Klavier wichtige Akzente und markiert entscheidende Übergänge.


Nach einigen Korrekturen stellt sich das Orchester rasch ein auf den Tango-Tonfall. Cuacci und Mercandante können dabei auch darauf aufbauen, dass das Philharmonische Orchester durchaus auf ein wenig Tango-Erfahrung zurückgreifen kann. So gab es im März 2009 in einem Sinfoniekonzert unter Leitung von Alois Seidlmeier die Begegnung mit dem deutschen Bandoneon-Solisten Lothar Hensel. Und in der Spielzeit 2012/2013 stand Astor Piazzollas "Maria di Buenos Aires" als Tango-Ballett auf dem Spielplan.


Solo für Dietmar Engels

Dazu gab es im Herbst 2012 eine Tango-Night im Spiegelsaal mit dem aus Musikern des Philharmonischen Orchesters gebildeten Ensemble Imas Tango unter Leitung des philharmonischen Solo-Kontrabassisten Dietmar Engels. Engels war es auch, der den Kontakt zu den beiden Solisten dieses Konzerts herstellte. In Astor Piazzollas "Kicho" demonstriert Engels dann bei einem Solo sein besonderes Gespür für den speziellen Tango-Tonfall.




Sie bringen den Tango nach Coburg


Konzert-Tipp Sonderkonzert im freien Verkauf "Philharmonic Goes Tango" - Juan Cuacci (Klavier), Marcelo Mercadante (Bandoneon), Chor des Landestheaters, Philharmonisches Orchester, Leitung: Juan Cuacci - Samstag, 22. Oktober, 20 Uhr, Großes Haus

Programm Werke von
Astor Piazzolla (1921 bis 1992)
Juan Cuacci (geb. 1945)
Marcelo Mercadante (geb. 1969)

Vorverkauf Tageblatt-Geschäftsstelle, Theaterkasse

Tango-Geschichte
Ob in Deutschland, Frankreich oder Spanien, der Tango ist aus der Musikszene europäischer Großstädte nicht mehr wegzudenken. Er ist der Inbegriff südamerikanischer Melancholie und Raffinesse und ein mehr als hundert Jahre altes Produkt vieler kultureller Einflüsse. Seine Geschichte geht auf die Einwanderer zurück, die Ende des 19. Jahrhunderts in den Vororten von Buenos Aires versuchten, Heimweh und Herzschmerz mit wehmütigen Melodien zu beschwichtigen.

Bandoneon Das typischste Instrument des Tangos, das Bandoneon, ist über den Seeweg von Deutschland nach Buenos Aires eingewandert. Der Krefelder Heinrich Band hatte um 1845 dieses damals neuartige Zuginstrument in Deutschland kommerzialisiert. Dass sich das Bandoneon bis heute behaupten kann, ist auch ein Verdienst von Astor Piazzolla und seinen Schülern. Piazzolla kreierte Mitte der fünfziger Jahre den Tango Nuevo.
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