Coburg
Maibock

Coburger SPD sticht Maibock an

Zumindest ein Vorurteil konnte der Hofer SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Adelt beim Maibockanstich im Coburger Gasthof "Münchner Hofbräu" am Donnerstagabend über Bord werfen: "Die Münchner können auch ein ordentliches Bier brauen!"
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Freibier in der Freinacht: Der Hofer SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Adelt sticht mit Peggy Hofmann vom SPD-Ortsverein Coburg Mitte das erste Fass Maibock an.  Foto: Martin Koch
Freibier in der Freinacht: Der Hofer SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Adelt sticht mit Peggy Hofmann vom SPD-Ortsverein Coburg Mitte das erste Fass Maibock an. Foto: Martin Koch
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Der überzeugte Oberfranke, er war vor seiner Zeit 24 Jahre Bürgermeister von Selbitz, reist immer noch mit einer gesunden Portion Restskepsis zu den Sitzungstagen in München. Und die Rest skepsis schließt Proviant aus Oberfranken, einen "Notfallpresssack" und heimisches Bier, mit ein.

"Er steht für die oberfränkische Hartnäckigkeit", stellte Gastgeberin Peggy Hoffmann vom SPD-Ortsverein Coburg-Stadmitte den Genossen aus Ostoberfranken vor. "Er ist ein Mann, der sich für den alkoholfreien Bierschinken einsetzt." Klaus Adelt sparte aber auch nicht mit Komplimenten. Er habe zwar schon einige Parteifreunde aus Coburg gekannt. Aber: "Als ich heute die Franziska (Bartl) und die Peggy (Hoffmann) kennengelernt habe, weiß ich, dass es auch schöne Sozialdemokraten in Coburg gibt."

Adelt leistet nach eigenem Bekunden fränkische Basisarbeit in der Landeshauptstadt. Ein fundamentaler Separatist, der den Freistaat spalten will, ist er jedoch nicht. "In Bayern ist es schön, aber in Oberfranken ist es noch schöner!"

Es ist die beginnende Walpurgisnacht, die Freinacht in Bayern. Aber der 1. Mai ist ja auch der Kampftag der Arbeiterklasse, Traditionstag für Sozialdemokraten und Gewerkschafter. "Es ist eine dringende Aufgabe für die Sozialdemokraten, sich um die kleinen Leute zu kümmern", betont Hofer Landtagsabgeordnete. Auch Gastgeberin Hoffmann weist auf ein gutes soziales Miteinander als Ziel aller sozialdemokratischen Politik hin. Klaus Adelt verteidigt den im letzten Jahr von der SPD durchgesetzten Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Negativprognosen so genannter Wirtschaftsexperten seien nicht eingetroffen. "Die Arbeitslosigkeit sinkt weiter, und die Wirtschaft brummt."

Der langjährige Selbitzer Bürgermeister denkt aber auch an die Städte und Gemeinden. "Wir haben einen kommunalen Investitionsfonds durchgesetzt. Damit bekommen finanzschwache Kommunen insgesamt 3,5 Milliarden Euro, damit sie wieder mehr in ihre Kindergärten, Schulen, Schwimmbäder und Straßen investieren können." Man müsse jetzt nur aufpassen, dass dieses Geld nun auch bei den Kommunen ankomme, und nicht etwa vom Freistaat Bayern für andere Zwecke einbehalten werde.

Auch die möglichen Straßenausbaubeitragssatzungen in den Städten und Gemeinden nimmt Adelt kritisch ins Visier. "Das stellt die Hauseigentümer vor existenzielle Probleme." Die SPD habe jetzt erst einmal eine Anhörung im Landtag zu diesem Thema am 15. Juli dieses Jahres durchgesetzt.

Eine weitere Herausforderung für die Kommunalpolitik sei die Hilfe für Flüchtlinge. Unterkünfte, Gesundheitsversorgung und Bildung müssten organisiert werden. "Darum haben wir in Berlin eine zusätzliche Hilfe von einer Milliarde Euro für die Jahre 2016 und 2017 für die Flüchtlingsunterbringung durchgesetzt." Die Hilfe für Flüchtlinge sei nur gemeinsam zu leisten, von Städten und Gemeinden, von Bundes- und Landespolitik und vielen engagierten ehrenamtlichen Helfern. "Sie zeigen, dass Deutschland mehr als Pegida ist, dass Deutschland weltoffen und hilfsbereit ist."
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