Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

1. DKB Hadball-Bundesliga

Coburger Handball-Fest trotz Kieler Schützenfest

Mehr als 3500 Zuschauer verwandelten beim Gastspiel des Deutschen Rekordmeister den Coburger Sporttempel in ein Tollhaus.
Steffen Coßbau traf auch gegen Kiel, verwarf aber in der Anfangsphase gleich den ersten Siebenmeter. Die Gäste siegten am Ende mit 23:30. Fotos: Iris Bilek
 
von CHRISTOPH BÖGER
20.20 Uhr in der HUKCoburg Arena: Jan Gorr tobt wie ein Rumpelstilzchen, faltet seine Jungs nach allen Handball-Regeln zusammen. Was war in den vorangegangenen 5:22 Minuten passiert? Kiel traf viermal, seine "Gelben" verballerten fleißig und agierten unkonzentriert am eigenen Kreis. Unerklärlich, schließlich war alles für ein Handballfest angerichtet.
Der proppenvolle Handball-Tempel hatte sich doch auf bis in die Haarspitzen motivierte HSC-Spieler gefreut. Das waren Kiwi & Co. auch, aber eben auch sehr nervös. Schließlich stand dem Aufsteiger eines der besten Kollektive gegenüber, die es im Welt-Handball derzeit gibt.
Das ungleiche Duell war im Prinzip schon nach gut acht Minuten entschieden, denn da führten die "Weißen" aus dem hohen Norden dank ausgezeichneter Paraden von Torsteher Landin schon mit sechs Treffern (1:7). Nach 23. Minuten stand es 7:14, zur Pause 11:17, 15:22 (40.) und am Ende 23:30!
Trotzdem war es für alle Beteiligten ein Handball-Fest - Sport auf höchstem Niveau. Eine Weltklasse-Mannschaft auf der einen Seite, ein Außenseiter auf der anderen, der seine Fans mit unbändigem Einsatz im Laufe des Spiels restlos begeisterte. Der HSC Coburg steigerte sich und nutzte trotz der katastrophalen Anfangsphase seine Chance, um völlig unabhängig vom klaren Endergebnis vor offiziell 3530 Fans - gefühlt waren es 4000 - allerbeste Werbung für die Handball-Stadt Coburg zu machen. Und nur darum ging es gestern in der Vestestadt - denn an Zählbares im Kampf um den Klassenerhalt glaubten nur die kühnsten Optimisten.


HSC 2000 Coburg gegen
THW Kiel 23:30 (11:17)

Klarer hätte die Ausgangsposition vor der Partie nicht sein können. Auf der einen Seite der Neuling HSC 2000 Coburg als Schlusslicht seit Mitte Oktober. Auf der anderen Seite der Rekordmeister THW Kiel, der erstmals in dieser Saison als Spitzenreiter auflief. Dieser Unterschied zeigte sich prompt.


Zu viele Ballverluste

Gleich im ersten Angriff passierte das, was die Coburger vermeiden wollten. Den Ballverlust beim Zuspiel auf Lex nutzte Kiel zum Kontern und zum ersten Treffer. Bei den nächsten Würfen der Coburger war Landin im Kieler Gehäuse auf dem Posten, der nächste Wurf landete am Pfosten und wieder als Konter im HSC-Gehäuse.
Erst nach knapp sechs Minuten erlöste Kirveliavicius seine Mannschaft mit dem ersten Treffer. Danach blieb wieder Landin Sieger bei den Würfen des HSC, bis sich Coßbau einen eigentlich schon verloren geglaubten Ball eroberte und das zweite Tor für sein Team markierte. Doch die Chancenverwertung war in der ersten Viertelstunde das größte Manko Coburgs, die Trefferquote lag bei 25 Prozent, die sich dadurch trotzdem nicht beirren ließen.


Mit mehr Selbstbewusstsein

Mit der besseren Chancenverwertung steigerte sich auch das Selbstbewusstsein beim HSC, die wieder auf drei Tore herankamen. Dabei behielten sie endlich den Überblick, aber diese kurze Phase war schnell vorbei. Zu selten musste Kiel für seine Treffer gegen die HSC-Abwehr arbeiten, landete einen 5:0-Lauf, ehe sie einen weiteren Treffer hinnehmen mussten.
Damit ging die Wellenbewegung weiter. Kiel war am erfolgreichsten, wenn sie nach einem Ballgewinn schnell nach vorne spielten. Harmandic guckte sich dann die Kieler Abwehr und den Torwart ein bisschen aus, sorgte zumindest dafür, dass sich der Rückstand nicht noch weiter vergrößerte.


Gorr: "Hör doch auf"

Der Start in den zweiten Durchgang verlief deutlich besser und als Kiel fast spielen durfte bis sie einen Treffer erzielten war ein "Hör doch auf" ganz deutlich von den Lippen von Jan Gorr abzulesen. Sein Team spielte trotz des klaren Rückstandes ruhig weiter und war immer dann erfolgreich, wenn man eben nicht überhastet abschloss.
So wie der Ex-Kieler Wucherpfennig nach einer tollen Stafette, wenig später nach einem blitzschnellen Konter und wieder nur kurze Zeit darauf, als er an den Kreis einlief. Aber da war dann auch zu oft die andere Seite des HSC, der weiter zu viele freie Optionen vergab, den Ball herschenkte und das Stellungsspiel des gegnerischen TW nicht beobachtete.
Fast hätte der HSC sogar das Remis nach der Pause behauptet und was wäre gewesen, wenn es den 0:4 und späteren 0:5-Lauf vor der Pause nicht gegeben hätte. So agierte Kiel mit dem sicheren Vorsprung im Rücken, konnte sich selbst ein paar Fehlwürfe erlauben und gewann natürlich völlig verdient in Coburg.


HSC 2000 Coburg gegen THW Kiel 23:30 (11:17)

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek, Oliver Krechel - Markus Hagelin (1), Dominic Kelm, Stefan Lex (1), Steffen Coßbau (1), Florian Billek (2), Till Riehn (1), Nico Büdel (8/6), Adnan Harmandic (3), Girts Lilienfelds (1), Romas Kirveliavicius (2), Lukas Wucherpfennig (3), Philipp Barsties. - Trainer: Jan Gorr.

THW Kiel: Landin Wolff - Vujin (2), Weinhold (3), Zeitz, Duvnjak (1), Lackovic (3), Nilsson (3), Ekberg (6), Sprenger (2), Dahmke (2), Santos (2), Toft Hansen, Wiencek (6). - Trainer: Alfred Gislason.

SR-Duo: Martin Thöne und Marijo Zupanovic.

Spielfilm: 0:4 (6.), 1:6 (8.), 2:7 (11.), 4:8 (16.), 5:10 (18.), 7:10 (19.), 7:15 (23.), 10:15 (29.), 10:16 (29.), 11:17 (HZ), 12:17 (33.), 13:20 (36.), 15:22 (40.), 18:23 (46.),

Zuschauer: 3530.
Strafminuten: 4 (Barsties, Hagelin) - 4 (Santos, Dahmke).
Siebenmeter: 6/8 (Coßbau und Büdel scheitern an Landin)
Beste Spieler: Büdel, Wucherpfennig - Wiencek, Ekberg



Stimmen zum Spiel

"Das Wunder von Coburg blieb aus"

Jan Gorr (Trainer HSC 2000 Coburg): Das war in der Anfangsphase eine Nummer zu groß für uns. Wer gedacht hatte, dass die Kieler nicht voll konzentriert spielen, wurde schnell eines Besseren belehrt. Aber wir haben zurück ins Spiel gefunden und den Rückstand dann fast bis zum Ende gehalten. Wir wissen natürlich, dass Kiel Ballverluste hart bestraft. Wir müssen daraus lernen und es dann gegen andere Gegner besser machen.
Alfred Gislason (Trainer THW Kiel): Landin war überragend. Ich bin sehr, sehr erleichtert, dass sich meine Mannschaft so konzentriert präsentiert hat und das Spiel von Beginn an sehr erst genommen hat. Ich freue mich sehr über den Sieg und wünsche Coburg alles Gute.

Steffen Ramer HSC-Geschäftsführer): Das Wunder von Coburg ist ausgeblieben - aber das hat ja auch kaum jemand wirklich erwartet. Was mich aber stört ist, dass wir mit zu viel Respekt am Anfang auf der Platte gestanden haben. Das ist schade vor so einer ausverkauften Halle. oph

zum Thema "HSC 2000 Coburg"

Newsletter kostenlos abonnieren





Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:
Benutzer     Passwort    

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.