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Verwaltungssenat

Coburger Flohmarkt als Privatsache?

Die Stadtverwaltung sucht nach Möglichkeiten, den Flohmarkt zu veranstalten, ohne dass die Stadt drauflegt.
Die Stadt will den Flohmarkt erhalten, aber nicht unnötig Geld drauflegen. Deshalb soll die Veranstaltung 2018 für private Betreiber ausgeschrieben werden. 2017 findet der Flohmarkt noch einmal unter Stadtregie statt - aber der Schlossplatz (Foto) zählt dann nicht mehr zur Flohmarktfläche. Denn die Zahl der Anbieter sinkt kontinuierlich, auch wegen der Konkurrenz auf Supermarktparkplätzen und im Internet. Foto: CT-Archiv
 
von SIMONE BASTIAN
Seit der Stadtrat das Thema Haushaltskonsolidierung diskutiert, geht es auch um den Flohmarkt. Die beiden Märkte im Juni und im September waren jahrelang Ereignisse für Coburg: die Altstadt am Sonntag voll mit Ständen, Flaneuren und Flohmarktfans, die schon am Samstagabend mit Taschenlampen auf den gerade aufgebauten Ständen nach Schnäppchen stöberten. Für die Stadt waren die Flohmärkte allerdings auch immer ein Drauflegegeschäft. Deshalb wurden 2011 die Standgebühren verdoppelt, von zwei auf vier Euro je Quadratmeter Standfläche.

Den erhofften Effekt hatte das allerdings nicht. 2012 gab es dann nur noch einen Flohmarkt, zunächst im September, ab 2014 wieder am Wochenende nach den Pfingstferien. Doch die Zahl der Beschicker ging weiter zurück: Waren es 2012 noch über 700, zählte das Ordnungsamt zuletzt gerade mal rund 420. Deshalb soll in diesem Jahr die Marktfläche weiter verkleinert werden: Der Steinweg wird nur noch bis zum Unteren Bürglaß freigegeben, am Schlossplatz darf gar kein Stand mehr aufgebaut werden. Ordnungsamtsleiter Kai Holland und Fabian Leutheußer erwarten sich davon, dass die Kosten sinken - es werden dann auch keine Toilettenhäuschen am Schlossplatz mehr aufgestellt.

Die Ausgaben der Stadt beliefen sich lange auf rund 10 000 Euro pro Markt; das Defizit lag bei etwa 1000 Euro. Seitdem aber der CEB die Leistungen des Verkehrstrupps in Rechnung stellt, ist das Minus gewachsen: 4376 Euro betrug es 2016. Der Verkehrstrupp wurde 2014 dem CEB angegliedert; vorher gehörte er zum Ordnungsamt, das sich selbst natürlich keine Rechnung fürs Schilderaufstellen und Straßensperren ausstellte. Würde das Amt seine Personalkosten einkalkulieren, wäre der Markt noch einmal rund 3500 Euro teurer, sagte Kai Holland am Montag im Verwaltungssenat.

Der hatte sich mit dem Vorschlag zu befassen, den Flohmarkt an einen privaten Anbieter zu vergeben. Denn stadtintern fand sich kein anderer Veranstalter: Es habe Gespräche mit dem Tourismus und dem Stadtmarketing/Citymanagement gegeben, berichtete Holland. "Es besteht aber kein Interesse." Stattdessen meldete sich ein privater Veranstalter. Um zu sehen, ob es noch mehr Interessenten gibt, soll der Flohmarkt nun ausgeschrieben werden. "Wir suchen einen privaten Dienstleister, der den Markt ab 2018 nach unseren Vorgaben auf eigene Kosten veranstaltet", fasste Leutheußer zusammen.

Der Flohmarkt müsste dann als "Spezialmarkt" deklariert werden, erläuterte Leutheußer. Das würde allerdings auch bedeuten, dass mindestens zwölf gewerbliche Anbieter teilnehmen; so sieht es die Gewerbeordnung vor.
Gerade die Tatsache, dass offiziell nur Privatleute ihre gebrauchten Sachen verkaufen durften, habe den Charme des Flohmarkts ausgemacht, kommentierte Andreas Gehring (SPD). Auch Hubertus Erbprinz von Sachsen-Coburg und Gotha (CSU) sah die Gefahr, dass der Charakter des Marktes sich verändern würde. Allerdings, das gab Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) zu bedenken, waren vermutlich schon bisher beim Flohmarkt auch zumindest semiprofessionelle Händler zu finden. "Man sieht es an den Waren, den Mengen und den Umsätzen."

Jürgen Heeb (WPC) sprach sich wie Erbprinz Hubertus dafür aus, dass die Stadt auch so etwas wie eine Gebühr verlangen solle, wenn sie den Markt schon aus der Hand gebe. Er regte an, dass gewerbliche Händler für Besucher erkennbar gemacht werden sollten. Gewerbetreibende müssten ja nicht unbedingt Flohmarktware verkaufen. "Das kann Popcorn, Bratwurst, sonst was sein." Angela Platsch (Grüne) fragte nach, ob die Außengastronomieflächen der Gastwirte durch einen Spezialmarkt beeinträchtigt würden. Nein, lautete Hollands Antwort: Die Straßencafés und - restaurants würden ja zum Flair des Marktes beitragen.

Lediglich Hans Weberpals (CSB) und Andreas Gehring (SPD) stimmten am Ende gegen den Vorschlag, den Flohmarkt 2018 mit einer Option zur Verlängerung um vier Jahre auszuschreiben. Auch eine Wiedervergrößerung der Fläche ist dann nicht ausgeschlossen. Für Hans Weberpals waren die vorgelegten Zahlen nicht überzeugend. Es müsse doch auch Einnahmen geben, zum Beispiel in den Parkhäusern, argumentierte er. "Wenn wir erst ausgeschrieben haben und es eine Vergabeempfehlung gibt, dann müssen wir auch vergeben", warnte Andreas Gehring.
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