Coburg
Bau- und Umweltsenat

Coburger Albertsplatz: Sind Stühle und Tische Kommerz?

Die Meinungen über eine Außengastronomie vor der Lutherschule gehen auseinander. 50 Plätze dürfen es zunächst sein, ehe eine endgültige Entscheidung fällt.
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Auf der freien Fläche in der Mitte des Albertsplatzes soll mit dem Start der Markthalle (hinten) auch Außengastronomie möglich sein. Zunächst dürfen dort 50 Sitzplätze mit Tischen geschaffen werden, ehe ein endgültiger Beschluss im Bau- und Umweltsenat fallen wird.  Foto: Christoph Winter
Auf der freien Fläche in der Mitte des Albertsplatzes soll mit dem Start der Markthalle (hinten) auch Außengastronomie möglich sein. Zunächst dürfen dort 50 Sitzplätze mit Tischen geschaffen werden, ehe ein endgültiger Beschluss im Bau- und Umweltsenat fallen wird. Foto: Christoph Winter
Die Markthalle am Albertsplatz mit Bäcker, Eiscafé, Restaurant, Käse- und Obstladen sowie einer Destillerie (Obstbrände und -säfte) soll im Juli in Betrieb gehen. Der Bau- und Umweltsenat setzte sich am Mittwoch engagiert damit auseinander, wie viele Stühle und Tische auf den Platz zwischen den Bäumen gestellt werden können. Am Ende stand der Kompromiss, dass mit maximal 50 Sitzplätzen vor der Lutherschule begonnen werden soll und ein endgültiges Bestuhlungskonzept erarbeitet wird.
108 Sitzplätze mit Tischen wären maximal auf dem Albertsplatz unterzubringen, stellte Ullrich Pfuhlmann von der städtischen Wohnbaugesellschaft dar. An möglichst vielen Stühlen und Tischen haben das Backhaus Nahrstedt Interesse und auch die Eisdiele der Familie Pizatto. Bislang genehmigt ist Außengastronomie nur direkt vor den Häusern, so wie es auch gegenüber am Albertsplatz beim Café Queens gehandhabt wird. Dessen Besitzer hat schon bei der Stadt angekündigt, er werde, wenn der Albertsplatz für Außengastronomie zur Verfügung stehe, auch weitere Flächen in Anspruch nehmen wollen.
108 Sitzplätze zu genehmigen, so Ullrich Pfuhlmann, ziehe förderrechtliche Folgen nach sich. Die Bezirksregierung habe sich klar dagegen ausgesprochen, "den Platz komplett wirtschaftlich zu nutzen". Stadtrat Peter Kammerscheid (Pro Coburg) erinnerte an die schon gefassten Beschlüsse der Vergangenheit, wonach es Stühle und Tische geben soll, festzulegen sei die Menge. Ebenso CSU-Stadtrat Max Beyersdorf: Er beantragte, mit 50 Plätzen zu beginnen und bei Veranstaltungen den Albertsplatz unterschiedlich zu nutzen. Außengastronomie auf dem Albertsplatz war nach den Worten von SPD-Stadträtin Petra Schneider "stets gewollt und auch bekannt". "Lasst die Menschen auf den Platz", so auch die Position von Hans-Heinrich Ulmann (CSB).
Ein öffentlicher Platz dürfe nicht dauerhaft kommerzialisiert werden, bezog Jürgen Oehm (CSU) eindeutig Stellung gegen eine dauerhafte Bestuhlung des Albertsplatzes. Das könne nur über zeitlich befristete Sondernutzungen geregelt werden. Er argumentierte weiter, dass vom Bäcker keine Bedienung vorgesehen sei und sich die Gäste mit ihrem Kaffee den Weg durch den Verkehr in der Zinkenwehr-Straße bahnen müssten.
Auch Grünen-Stadtrat Wolfgang Weiß sprach sich gegen eine Außengastronomie auf dem Platz aus und fand einen Mitstreiter in Mathias Langbein (SBC). Es könne nicht sein, dass vor der Lutherschule unter anderem Bier und Spirituosen konsumiert würden. Von der SPD erklärte Andreas Gehring, nachts würden die Möbel an den Bäumen zusammengestellt und dann sei die nächtliche Atmosphäre mit der beleuchteten Lutherschule und den Sitzwürfeln verloren. Baubürgermeisterin Birgit Weber (CSU) plädierte "für einen Kompromiss in abgespeckter Form". Gegen die Stimmen von Wolfgang Weiß (Grüne) und Mathias Langbein (SBC) wird nun ein Bestuhlungskonzept erarbeitet und nochmals behandelt. Weiter erhielt der Antrag von Max Beyersdorf, nur 50 Plätze zuzulassen, eine Mehrheit von fünf Stimmen.
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