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Coburg ist bunt und stellt sich quer!

Der für Samstag in Coburg geplante Neonazi-Aufmarsch soll nicht unwidersprochen hingenommen werden. Ein breites Bündnis bereitet gleich zwei Veranstaltungen vor.
Mit einem bunten Fest will sich Coburg am Samstag erneut gegen rechtsextreme Rattenfänger stellen. Unser Bild stammt vom bunten Fest, das im Juli vergangenen Jahres in der Viktoriastraße gefeiert wurde, als nebenan die NPD gegen ein Minarett auf der Moschee protestierte;  Dekan Christoph Liebst applaudierte dabei Güliz Celik von der Türkisch-Islamischen Gemeinde Coburg. Foto: CT-Archiv/Oliver Schmidt
 

Mit einem bunten Fest (Motto: ""Coburg ist bunt...") an der Hauptpost/Ecke Lohgraben und einer Kundgebung (Motto: "...und stellt sich quer") an der Kreuzung Hindenburgstraße/Schenkgasse soll am Samstag von 11 bis 15 Uhr das friedliche Miteinander von fast einhundert Nationen und verschiedensten Religionen und Konfessionen in der Stadt und im Landkreis Coburg gefeiert werden. Aktueller Anlass dazu ist eine für Samstag geplante Demonstration der "jungen Nationaldemokraten", der Jugendorganisation der rechtsextremen NPD, quer durch die Coburger Innenstadt.

Hinter den beiden Gegenveranstaltungen steht ein breites gesellschaftliches "Bündnis gegen Rechts", in dem sich Kirchen, Sozialverbänden, Gewerkschaften, Initiativgruppen und Parteien aus der Stadt und dem Landkreis Coburg zusammengeschlossen haben.

Makaberer Jahrestag


In einer gestern veröffentlichten Einladung heißt es: "Dem unerträglichen Versuch, 90 Jahre nach dem ersten Auftreten Adolf Hitlers in Coburg seiner menschenverachtenden Ideologie mit diffusen Ängsten und Vorurteilen Raum zu geben, will das Coburger Bündnis gegen Rechts entgegentreten und deutlich machen: Nazis haben in Coburg keinen Platz. Die Menschen in Coburg wollen sie nicht hier haben. Ganz im Gegenteil: Seit Jahrzehnten bewährt sich das Zusammenleben der Menschen in der Stadt, die den Mohren, den Fremden, in seinem Wappen trägt und damit Weltoffenheit zeigt. Das soll am kommenden Samstag beim bunten Fest und bei der Kundgebung sichtbar werden."

Es wird verschiedene Stände, kulturelle Beiträge, eine Spielstraße der Ejott sowie Kulinarisches in der Tradition des Samba-Festivals und des Festes der Nationen geben. Das Bündnis ruft alle Bürger dazu auf, durch eine Teilnahme "ein Zeichen dafür zu setzen, dass in unserer Heimat kein Platz sein soll für fremdenfeindliches, antisemitisches und menschenverachtendes Gedankengut." Bei der Kundgebung wollen verschiedene Redner Klartext reden und sich mit den Kundgebungsteilnehmern buchstäblich "querstellen", wenn zeitgleich die Rechtsextremen durch die Stadt ziehen. Es solle deutlich werden, wie es in der Einladung heißt, dass in Coburg nationalsozialistisches Gedankengut "nichts mehr verloren hat". Im Andenken an die Opfer des Dritten Reiches seine die und Bürger von Coburg darüber empört und protestieren dagegen, dass in ihren Straßen die alten Parolen wieder laut werden sollen. ct

Kommentare

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  • community  Melvin Diesen Post kommentierenkommentieren

    Zeitgeist vs. SachlichkeitUnd zur von "Zeitgeist" bemängelten Sachlichkeit des Artikels sei gesagt:
    Wer gegen die Scharia ist, der könnte sich auch amnesty international oder vielen anderen Menschenrechtsorganisationen anschließen. Selbst Alice Schwarzer kämpft wie viele andere Persönlichkeiten gegen die Unterdrückung von Menschen im Namen falsch verstandener Religiösität. Um gegen die Scharia zu sein muss man nicht Mitglied der NPD sein.

    Wenn es aussieht wie Nationalsozialismus, riecht wie Nationalsozialismus und sich anfässt wie Nationalsozialismus, dann sind eben Nazis am Werk. Da gibt es doch nichts zu deuteln!

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  • community  Zeitgeist Diesen Post kommentierenkommentieren

    Sachlichkeit ist gefragtSo recht kann ich mich mit der Ausdrucksweise im Artikel nicht anfreunden. So wenig wie die "Rechten" aus jedem Moslem einen Islamisten machen sollten, sollten die "Bündnisbürger" nicht aus jedem Jugendlichen der die Scharia kritisiert, einen Neonazi, Nationalsozialisten, Rassisten, Antisemiten bzw. Anhänger des III. Reiches machen.

    Diese Themen sind zu sensibel, um auf diese Art und Weise abgehandelt zu werden. Dieser Tage machte das Bild eines vermummten, stellvertretenden Kreisvorsitzenden die Runde, der zu Verhinderung dieser genehmigten Demonstration aufgefordert hat. Es war die Partei "die Linke" welche übrigens in obigem Bündnis vertreten ist.

    Das Ganze wird dadurch nicht glaubwürdiger. Ich befürworte auch keine Steinigungen bei Ehebruch, Zwangsehen oder Ehrenmorde und bin dennoch weit davon entfernt ein "Nazi" zu sein. Viele meiner Freunde sind Ausländer.

    Ich halte etwas mehr Weitsicht für notwendig. Keiner der "Jungen Nationaldemokraten" dürfte als solcher geboren worden sein. Die Gesellschaft macht Mensch zu dem, was er ist. Hier gilt es kritische Fragen zu stellen!

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  • community  roehrenfuchs Diesen Post kommentierenkommentieren

    Hallo!Hier in D haben wir was am Laufen, dass sich Demokratie nennt! Da darf JEDER seine Meinung sagen! Sogar die NPD.

    Ok, ich mag sie auch nicht, aber das Recht haben sie.

    Was wäre, wenn die Antifa eine Kundgebung hätte? "Nichts" wäre dann - keine Gegendemo. Das hiesse dann ja, dass die Rechtsradikalen toleranter wären, als die anderen... Ich grüble...

    Leute, da läuft was schief! Hirn starten!

    LG

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  • community  Cyrano Diesen Post kommentierenkommentieren

    DemokratieMeines Wissens wurde die Demo nicht verboten, also den Rechten ihre freie Meinungsäußerung in unserer demokratischen Gesellschaft nicht verwehrt. Jedoch gehört zur Freiheit der Meinung auch, dass man sich gegen eine Nazidemo stellen darf. Sie können nächstes Jahr Pfingsten gern mit Ihren Freunden vom Heimatschutz ne Gegendemo auf die Beine stellen wenn die CC-Gegner aufmarschieren, sie werden feststellen, dass sie niemand abhalten wird.

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  • community  Melvin Diesen Post kommentierenkommentieren

    GG Art. 2) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die...Leider vergessen das mit der Demokratie gerade die "Rechtsaußen" gern.

    Der Tagesspiegel führt 149 Todesopfer von rassistischer und rechtsextremer Gewalt für die Jahre seit 1990 auf.
    http://www.tagesspiegel.de/politik/rechtsextremismus/toedlicher-hass-149-todesopfer-rechter-gewalt/1934424.html

    Diesen Hintergrund darf man nicht vergessen. Die heutigen Neonazis, speziell die JN, haben Kreide gefressen. Natürlich kein kein vernunftbegabter Mensch für die Einführung der Scharia in Deutschland sein. Ist auch keiner. Oder ist ihnen da in letzter Zeit auch nur einer über den Weg gelaufen. Und dennoch veranstalten die JN unter dieser Überschrift eine Demo.

    Dazu ein Zitat von Pastor Niemöller (evangelischer, bekennender Christ, KZ-Häftling von 1937 bis 45):
    Als sie die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen – denn ich war ja kein Kommunist.
    Als sie die Sozialisten und Gewerkschafter geholt haben, habe ich geschwiegen – denn ich war ja keins von beiden.
    Als sie die Juden geholt haben, habe ich geschwiegen – denn ich war ja kein Jude.
    Als sie mich geholt haben, hat es niemanden mehr gegeben, der protestieren konnte.

    Den Neonazis unwidersprochen die Stadt zu überlassen, wäre ein Schritt Richtung Abgrund!

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