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Region  // Coburg

Bilanz

Warum sich der geschenkte Weihnachtsbaum an die Queen für Coburg gelohnt hat

Der Chef des Haushalts dankt für den Weihnachtsbaum aus Coburg. Die Werbung durch die Aktion entspricht einem Gegenwert von fast einer Million Euro.
Das Schreiben, unterzeichnet von Vize-Admiral Tony Johnstone-Burt, wurde im Auftrag der Queen verfasst. Foto: Ulrike Nauer
 
von ULRIKE NAUER
Der Brief aus dem Londoner Buckingham Palast kam natürlich per Post und wurde nicht etwa von einem Reiter zu Pferd nach Coburg gebracht, wie der Städtepartnerschaftsbeauftragte Jürgen Heeb scherzhaft vermutete. Doch das Schreiben kommt von allerhöchster Stelle: Im Auftrag "Ihrer Majestät, der Queen" hat sich der Chef des königlichen Haushalts bei Oberbürgermeister Norbert Tessmer bedankt. Die englische Königin sei hocherfreut gewesen, über das "extrem großzügige Geschenk", den "überaus eleganten Weihnachtsbaum" aus Coburg, schreibt Vize-Admiral Tony Johnstone-Burt.

Und auch Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber, die bei der Beleuchtuns-Premiere vor Schloss Windsor am 19. November dabei war, ist immer noch hörbar begeistert von der Aktion. "Das war ein Projekt mit irrem Medienecho, eine einmalige Marketingaktion", sagte sie beim Pressetermin am Freitag. Vor einem Jahr, fast auf den Tag genau, hatten sich die Initiatoren zum ersten Mal getroffen und über die Idee gesprochen, Königin Elizabeth II. einen Weihnachtsbaum aus dem Forst des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha zu schenken. Schließlich war es ein Coburger, der die deutsche Tradition des Weihnachtsbaumes einst in Großbritannien populär gemacht hatte: Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, der Gemahl der englischen Königin Victoria.

Die royale Post war nun der Anlass, Bilanz zu ziehen. Und die fällt - auch wenn es durchaus Kritik an der Aktion gegeben hatte - für Coburg äußerst positiv aus. Rechnet man alle Beiträge in den deutschen und internationalen Printmedien, im Radio, im Fernsehen und in den Sozialen Medien zusammen, hatte die Aktion, auf den Werbeeffekt bezogen, einen Gegenwert von rund einer Million Euro - "und das bei einem Einsatz von gerademal 10 000 Euro", rechneten Birgit Weber und Mick Böhm, Koordinator Stadtmarketing, vor. Allein für einen fünfminütigen Werbebeitrag bei ARD oder ZDF zur besten Sendezeit müsste man schon gut 480 000 Euro zahlen, sagte Böhm.

Dabei sei die Aktion zunächst eher etwas schleppend angelaufen, erinnerte Webers Mitarbeiter, Michael Selzer. "Doch dann wurde es plötzlich zum Selbstläufer." Als die 13 Meter hohe Tanne am 11. November im Callenberger Forst gefällt wurde, war das Medieninteresse riesig gewesen. Journalisten aus allen Sparten verfolgten den Baum auf Schritt und Tritt, selbst noch einen Tag später, als die Tanne auf dem Albertsplatz offiziell verabschiedet und auf den Weg nach England geschickt wurde.

Ein Grüppchen Coburger Journalisten begleitete den Lastwagen auf seiner Fahrt durch Deutschland und Belgien nach England und versorgten ihre Heimatstadt mit Nachrichten. In Oudenaarde, wo der Tross einen Zwischenstopp einlegte, spreche man heute noch davon, berichtete Jürgen Heeb, der erst kürzlich in Coburgs belgischer Partnerstadt zu Gast war.

Einen regelrechten Schub bekam die Aktion noch einmal, als der Transporter der Stadt Coburg, der die knapp 2000 Kugeln aus Lauscha geladen hatte, vor Schloss Windsor drei Knöllchen wegen Parkens ohne Parkschein erhalten hatte. Als klar wurde, gegen wen die Geldstrafe da verhängt worden war, wurden die Strafzettel zwar zurückgezogen, die Medien stürzten sich trotzdem auf die Geschichte.

Auch für die Berufsfachschule Glas in Lauscha brachte die Aktion positive Nebeneffekte. Die Zahl der Bewerber sei gestiegen, berichtete Bereichsleiterin Romy Steiner am Freitag. Außerdem konnten mit dem Erlös aus dem Kugel-Verkauf in Coburg und Lauscha Einrichtungen unterstützt werden, etwa das Schulmateriallager "Grünstift".

Nach der Weihnachtsbaum-Aktion steht der Stadt 2019 übrigens die nächste große Zusammenarbeit mit Großbritannien bevor: der jeweils 200. Geburtstag von Queen Victoria und Prinz Albert. Dafür können die Verbindungen von großem Nutzen sein, die jetzt entstanden sind, etwa mit der Deutschen Zentrale für Tourismus in London und dem Goethe-Institut. "Aber jetzt haben wir erst einmal das Lutherjahr", sagte Birgit Weber. "Da konzentrieren wir uns jetzt drauf."

zum Thema "Ein Weihnachtsbaum für die Queen"

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