Coburg
Baukultur

Coburg: Steinwegvorstadt wird Gegenpol zur Ketschenvorstadt

Die Steinwegvorstadt wird das Sanierungsgebiet VII. Im Zuge der Städtebauförderung übernimmt der Staat 40 Prozent der förderfähigen Kosten.
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Die Steinwegvorstadt in Coburg ist das Sanierungsgebiet VII. Dazu beginnen nun die vorbereitenden Untersuchungen. Foto: Christoph Winter
Die Steinwegvorstadt in Coburg ist das Sanierungsgebiet VII. Dazu beginnen nun die vorbereitenden Untersuchungen. Foto: Christoph Winter
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Die Steinwegvorstadt, grob das Gebiet zwischen Hindenburgstraße und Oberer Bürglaß, zwischen Mohren- und Heiligkreuz-Straße, sieht Christian Meyer "als Gegenpol zur Ketschenvorstadt". Rund um den Albertsplatz hat die Stadtsanierung und Städtebauförderung ein attraktives Gebiet geschaffen. In den nächsten zehn bis 15 Jahren soll Gleiches in der Steinwegvorstadt geschehen, erklärte der Geschäftsführer der kommunalen Wohnbaugesellschaft. Am Donnerstagabend setzten Fachvorträge in der ehemaligen Hofschlachterei Schlick im Steinweg den Anfang für das neue und siebte förmliches Sanierungsgebiet.

30 Jahre, zwischen 1982 bis 2012, war ein Teil der Steinwegvorstadt eines der bislang sechs Sanierungsgebiete gewesen. Das Areal zwischen Steinweg, Oberem und Unterem Bürglaß sowie das Gebiet rund um das Parkhaus Post standen damals im Fokus der Architekten und Bauleute. Nun soll rund um den Lohgraben Neues entstehen, Altes saniert und bewahrt werden. Wobei sich das sogenannte Untersuchungsgebiet auch auf das frühere Sanierungsgebiet erstreckt. "Aber das Untersuchungsgebiet muss nicht deckungsgleich mit dem späteren Sanierungsgebiet sein", sagte Vinzenz Dilcher vom Weimarer Büro Umbau Stadt, welches in Coburg tätig sein wird.
In der nächsten Zeit werden Immobilienbesitzer, Bewohner und Gewerbetreibende mittels Fragebögen um Auskunft gebeten. Die Planer wollen wissen, welche Bedürfnisse die Menschen dort haben. "Bürgerbeteiligung", "Transparenz" und "Gemeinsamkeit" waren daher am Donnerstagabend auch die bestimmenden Schlagworte, die sich durch die Vorträge zogen. Baubürgermeisterin Dr. Birgit Weber (CSU) zeigte sich "froh über den Impuls Schlick 29" im Steinweg. Ein Euro Städtebauförderung ziehe acht Euro private Investitionen nach sich, zitierte sie einschlägige Erfahrungs-werte. Die Wohnbau wird Eigentümer kostenfrei über Fördermöglichkeiten beraten und mögliche Zuschüsse berechnen. Heute am Samstag können sich Bewohner der Steinwegvorstadt ebenfalls umfassend informieren.


"Coburg kann Stadtsanierung"

Die formaljuristischen Schritte von den nun ersten vorbereitenden Untersuchungen bis hin zu einzelnen Projekten sowie den Mechanismen der Städtebauförderung im Allgemeinen erläuterte Isabel Strehle, Baurätin bei der Regierung von Oberfranken. "Coburg kann Stadtsanierung", meinte die Architektin mit Blick auf die abgearbeiteten Sanierungsgebiete in der Vestestadt während der vergangenen 40 Jahre. "Hier nimmt Coburg eine Pionierrolle ein." Bei der Städtebauförderung kann die Stadt mit einer Zuschussquote von 40 Prozent rechnen, so die Baurätin. Werde ein Areal zum Sanierungsgebiet erklärt, ergäben sich Pflichten, möglicherweise auch Einschränkungen für Immobilienbesitzer, dagegen auch steuerliche Vorteile und Fördermöglichkeiten.

Die Geschichte und Entwicklung der Steinwegvorstadt seit dem Mittelalter beleuchtete Reiner Wessels. Der Abteilungsleiter ist bei der Wohnbau Coburg federführend bei der Sanierung. Er erinnerte an den künstlichen Hahnfluss, der vor Jahrzehnten verrohrt wurde und heute unter dem Lohgraben fließt. Vielleicht tritt der Wasserlauf im Zuge der Stadtsanierung wieder zu Tage. "Dieser künstliche Wasserlauf nahm die Abwässer auf." Weiter zeigte er alte Aufnahmen, die den Steinweg als Bundesstraße 4 zeigen, beherrscht von fahrenden und parkenden Autos.

Mit der Hochschule Coburg und dem Architekturtreff Coburg initiiert die Wohnbau Stadt Coburg GmbH eine Veranstaltungsreihe rund um den Tag der Städtebauförderung am 21. Mai. Bei den Coburger Baukulturwochen finden sich seit 18 Mai und bis zum 29. Juni die Themen Stadtentwick-lung, Stadtgestaltung, aber auch Städtebauförderung in einem breiten Programm an Ausstellungen, Führungen, Vorträgen und Podiumsdiskussionen wieder.


Die Steinwegvorstadt

Die Steinwegvorstadt war schon einmal als Sanierungsgebiet II festgelegt. Das 2,5 Hektar große Areal wurde als solches am 17. Juli 1982 erklärt und 2012 abgeschlossen. Die förderfähigen Kosten betrugen damals 12,5 Millionen Euro.

Ziel und Aufgabe der Sanierung ist der Erhalt und die Aufwertung der historischen Altstadt Coburgs mit ihrem ursprünglichen, gotischen Stadtgrundriss einschließlich ihrer späteren Erweiterungen und denkmalpflegerisch bedeutsamen Umbauten. Attraktives Wohnen mit begrünten Innenhöfen, verkehrsberuhigte Bereiche und Fußgängerzonen mit Quartiersgaragen und Parkhäusern sowie weiterentwickelte Einzelhandels- und Gewerbeflächen stärken im Ergebnis die Vitalität der Stadt und schaffen attraktiven Lebensraum für die Menschen in Coburg.

Zum ersten Sanierungsgebiet wurde 1972 die westliche Innenstadt ausgewiesen, mit einem Inves-titionsvolumen von 17,5 Millionen Euro.

Mit der Hochschule Coburg und dem Architekturtreff Coburg initiiert die Wohnbau Stadt Coburg GmbH eine Veranstaltungsreihe rund um den Tag der Städtebauförderung am 21. Mai. Bei den Coburger Baukulturwochen finden sich seit 18 Mai und bis zum 29. Juni die Themen Stadtentwicklung, Stadtgestaltung, aber auch Städtebauförderung in einem breiten Programm an Ausstellungen, Führungen, Vorträgen und Podiumsdiskussionen wieder.



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