Coburg
Schülerzeitung

"Casiopeia" schaut Luther "aufs Maul"

Das Coburger Gymnasium Casimirianum hat zum Reformationsjubiläum eine Sonderausgabe der "Casiopeia" herausgegeben.
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Die Redaktion der Schülerzeitung Casiopeia - mit Bürgermeisterin Birgit Weber (hinten, links) und Stadtmarketing-Koordinator Mick Böhm (hinten, Zweiter von links) - ist stolz auf ihre Sonderausgabe zum Lutherjahr. Foto: Ulrike Nauer
Die Redaktion der Schülerzeitung Casiopeia - mit Bürgermeisterin Birgit Weber (hinten, links) und Stadtmarketing-Koordinator Mick Böhm (hinten, Zweiter von links) - ist stolz auf ihre Sonderausgabe zum Lutherjahr. Foto: Ulrike Nauer
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Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) und Schulleiter Burkhard Spachmann erinnert das Cover der "Casiopeia"-Sonderausgabe spontan an das berühmte Logo der Rolling Stones oder den Einstein-Druck des Künstlers Andy Warhol. Doch Luthers herausgestreckte Zunge habe weder mit dem einen noch mit dem anderen zu tun, versichert die Redaktion der Schülerzeitung des Casimirianums. "Luther aufs Maul geschaut" lautet der Titel des Heftes. Das haben die Jungredakteure wörtlich genommen und auf 64 Seiten aus den verschiedensten Blickwinkeln die Frage beantwortet, was nach 500 Jahren von Martin Luther geblieben ist und was insbesondere die Jugend mit dem Reformator verbindet.
Das allererste der 1600 Exemplare ging druckfrisch in prominente Hände: Zur Eröffnung der Landesausstellung vergangene Woche überreichten es die Schüler im Lutherzimmer auf der Veste an Kultusminister Ludwig Spaenle. Auch Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat ein Heft bekommen und war - genau wie Spaenle - "voll des Lobes", wie Spachmann sagt.
Natürlich ist die Sonderausgabe nicht nur Prominenten und den Schülern des Casimirianums vorbehalten. Jeder kann sie kaufen. Laut Mick Böhm, dem Koordinator Stadtmarketing, ist sie in der Tourist-Info (Herrngasse), auf der Veste Coburg, im Ausgangsbereich der Landesausstellung, und in der Buchhandlung Riemann zum Preis von vier Euro erhältlich.


An allen Schulen verteilen

Wie kam es eigentlich zur Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing? "Die Stadt Coburg war in der Pflicht, ein Begleitprogramm zur Landesausstellung zu erarbeiten", erläutert Birgit Weber. Die Luther-Ausgabe der Casiopeia sei Teil dieses Programms. Sie selbst habe das Heft noch nicht komplett, aber immerhin "quer gelesen", wie sie zugibt. "Das müsste an allen Schulen verteilt werden!" An ihm solle es nicht liegen, betont Spachmann schmunzelnd.
"Im Mai 2016 hatte uns Mick Böhm gefragt, ob wir nicht eine Sonderausgabe herausbringen wollten", berichtet Cathleen Berger. Die Lehrerin betreut die Schülerzeitung. "Wir haben sofort zugesagt und dann überlegt, welche Texte wir bringen könnten."
Rund 30 Schüler aus allen Jahrgangsstufen kümmern sich um die zwei regulären Ausgaben pro Jahr. Normalerweise dürfe jeder schreiben, was er möchte, erläutert Chefredakteurin Vanessa Wagner. Bei der Sonderausgabe war das Thema vorgegeben, zum anderen habe man auf die sonst üblichen Beiträge aus dem Schulalltag verzichtet, ergänzt Co-Chefredakteur León Eberhardt. Schließlich solle das Sonderheft nicht nur die Casimirianer ansprechen.


Reformator macht Facebook

"Jeder hat das normale Bild von Luther im Kopf. Aber Luther ist eben noch viel mehr als der Thesenanschlag", beschreibt der Elftklässler, wie die Redaktion an das Thema herangegangen ist. Natürlich darf Geschichtliches nicht fehlen, etwa die Fragen, was Luther mit Coburg und speziell mit dem "Casi" verbindet. Aber es gibt auch interessante Gedankenspiele: Zum Beispiel, wie würde Luther in der heutigen Zeit seine Thesen über die sozialen Medien verbreiten? Was kann man überhaupt in der heutigen Zeit aus Luthers Thesen herauslesen? Der wohl witzigste Einfall: Luther lernt, was ein Selfie ist - erzählt im Stil eines Foto-Romans, der Bürgermeisterin Weber stark an die "Foto-Love-Story" in der "Bravo" erinnert.
Stolz sind die Macher der Schülerzeitung allemal auf ihr Werk: "Ich glaube, wir haben noch nie so schnell eine Casiopeia zusammengestellt wie diese", sagt León Eberhardt lachend. "Das war ein Abenteuer für uns."
Die Casiopeia gehört übrigens zu den regelmäßig ausgezeichneten Schülerzeitungen in Deutschland. Für Schulleiter Spachmann keine Frage, dass das Sonderheft unbedingt am Wettbewerb teilnehmen müsse.
Ideen für die nächste Zusammenarbeit mit der Casiopeia-Redaktion hat Mick Böhm auch schon: "2019 gibt's dann vielleicht ein Sonderheft zur Liebesgeschichte zwischen Prinz Albert und Queen Victoria."
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