Coburg
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Callenberger erst Anfang Juli frei

Die Verlegung der Fernwärmerohre an der Callenberger Unterführung geht nur schleppend voran. Der Werkleiter des ZAW, Peter Baj, erläutert die Gründe ...
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Das Wasser macht den Bauarbeitern zu schaffen. Innerhalb von nur einem tag mussten 180 Kubikmeter Wasser herausgepumpt werden, da das Grundwasser nachläuft. Fotos: Christiane Lehmann
Das Wasser macht den Bauarbeitern zu schaffen. Innerhalb von nur einem tag mussten 180 Kubikmeter Wasser herausgepumpt werden, da das Grundwasser nachläuft. Fotos: Christiane Lehmann
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Der Regen ist nur die eine Sache, mit der die Bauarbeiter in der 3,70 Meter tiefen Grube an der Callenberger Unterführung kämpfen. 180 Kubikmeter Wasser innerhalb eines Tages abpumpen zu müssen, ist eine Herausforderung. An der tiefsten Stelle der Großbaustelle vom Parkplatz im Kanonenweg bis zum Werner-Daniel-Weg _ insgesamt 880 Meter - sammelt sich nicht nur das Oberflächen-, sondern eben auch das gesamte Grundwasser aus der Umgebung.


Alte Brücke gefunden

Die andere Sache, die dazu führt, dass die Umleitung über die Lossaustraße wohl noch mindestens vier Wochen länger als geplant bestehen bleibt, sind die unbekannten Leitungen, versteckte Rohre , Telefonkabel, die keiner zuordnen kann, Betonplatten und eine alte Lauterbrücke, die so eben mal aus den Tiefen aufgetaucht ist. "Wir sind sehr erschrocken, was wir da alles entdeckt haben", sagt Peter Baj. Zwar seien der Zweckverband und auch die Spezialbaufirma schon vorher gewarnt worden, "aber so schlimm hätten wir es nicht vermutet", gibt Baj zu.
Bauleiter Benedikt Röde erläutert, was es heißt, auf ein Stück unerklärlichen Materials zu stoßen. Beispiel die Sandsteine zu der Brücke. Es hätte der Albtraum sein können. Doch der Denkmalschutz gab Entwarnung. Die Brücke ist kein Relikt aus römischer Zeit, sondern eine zugeschüttete Brücke der Lauter, die nicht mehr benötigt wurde. Pläne gibt es dazu keine.
Überhaupt sind fehlende Pläne für gefundene Kabel und Rohre ein Problem, mit dem Röde tagtäglich zu tun hat. Denn es lässt sich nichts einfach kappen, nichts einfach wegbuddeln oder zuschütten. "Es muss erst recherchiert und untersucht werden", sagt er. Im Klartext bedeutet das immer: Baustopp. Das gleiche gilt für die regelmäßigen Wasseruntersuchungen. Mindestens einmal die Woche wird eine Probe entnommen und auf Schadstoffe getestet. Erst, wenn das Ergebnis da ist, kann es weiter gehen. "Gott sei Dank haben wir bisher keine Verunreinigungen gefunden."
Während Peter Baj im Baucontainer die Unwidrigkeiten erläutert, die die Sperrung der Callenberger Straße bis Ende Juni notwendig machen, gießt es draußen in Strömen. Die Arbeiter der Spezialfirma stehen dennoch im Schlamm und versuchen den Wassermassen Herr zu werden.
Für die gesamte Baumaßnahme - also die Verlegung der beiden Fernwärmerohre - war von Anfang die Sommerzeit bis Mitte September anvisiert. Dabei soll es auch bleiben. Es wird derzeit an verschiedenen Stellen gleichzeitig gearbeitet, so dass die Verzögerungen an der Callenberger Unterführung wohl keine Auswirkungen auf die Gesamtbauzeit haben werden.
Bis die Callenberger Straße wieder befahrbar sein wird und der Kanonenweg keine Einbahnregelung mehr braucht, dauert es aber noch drei Wochen. Doch Baj ist überzeugt, dass die Verkehrsteilnehmer die Umleitung längst akzeptiert und sich damit arrangiert haben. "Wir tun, was wir können, aber Baustellen sind immer auch lästig. Daran wird sich nichts ändern."


Kosten im Rahmen

Übrigens, die alten Leitungen durch die Raststraße und die Callenberger Straße, bei denen es in den vergangenen Jahren mehrmals zu Problemen kam, wird nach der Umstellung auf die neue Leitung still gelegt. Das war so geplant. Der Schaden, der die letzte Sperrung der Kreuzung über mehrere Wochen notwendig gemacht hatte, ist ein Versicherungsfall. 300000 Euro hat die Reparatur gekostet, die Rechnung sei bei der Versicherung eingereicht.
Apropos Kosten: 3,5 Millionen Euro hat der Zweckverband für die Verlegung der Fernwärmerohre eingeplant. Ob es dabei bleibt, weiß Baj zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Aber er ist zuversichtlich - "schließlich planen wir großzügig." Und halten sollen die Rohre dann 50 Jahre.
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