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Brose sieht Bamberg und Würzburg vor Coburg

Der Automobilzulieferer Brose hat seine drei fränkischen Standorte untersucht. Coburg unterliegt darin klar gegen Bamberg und Würzburg - und muss sich einige Vorwürfe gefallen lassen.
 

In der Stadt Coburg sind die Rahmenbedingungen für ein Unternehmen wie Brose deutlich schlechter als in Bamberg oder Würzburg. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die der Automobilzulieferer in Auftrag gegeben hat. Die Studie war zudem bereits Grundlage für eine Entscheidung, die vor zwei Monaten für viel Wirbel in der Vestestadt sorgte: Ein neues Bürogebäude, das in den nächsten zwei Jahren errichtet werden soll, entsteht in Bamberg und nicht am Stammsitz in Coburg. Rund 300 der insgesamt 500 Mitarbeiter, die künftig in diesem Gebäude sitzen sollen, werden vom Standort Coburg abgezogen.

Die mit Spannung erwartete Studie wurde am Donnerstag offiziell vorgestellt. Brose-Geschäftsführer Jürgen Otto war dabei sehr um Sachlichkeit bemüht. Denn das Verhältnis zwischen Brose und der Stadt Coburg gilt aufgrund der Spannungen zwischen Michael Stoschek, dem Vorsitzenden der Brose-Gesellschafterversammlung, sowie Oberbürgermeister Norbert Kastner (SPD) ja ohnehin schon als schwierig genug. Ein paar Seitenhiebe auf die Verantwortlichen der Vestestadt konnte und wollte sich Jürgen Otto aber trotzdem nicht verkneifen.
"Leider wurde in Coburg vor allem in all den Jahren extrem hoher Steuereinnahmen versäumt, die Attraktivität zu verbessern und in wichtige Infrastrukturmaßnahmen zu investieren", sagte Jürgen Otto und nannte als Beispiel den Aufbau "zeitgemäßer und hochwertiger Hotel- und Tagungskapazitäten". So könne Brose mit seinen weltweit mehr als 19.000 Mitarbeitern in Coburg weder größere Firmen-Events durchführen noch Veranstaltungen für Kunden oder Geschäftspartner planen. In Bamberg und Würzburg, die in der Studie aber auch bei Kriterien wie Demografie, Verkehrsanbindung oder Lebensqualität die Nase vorne haben, sei das anders.


Ballsporthalle statt Kongresshotel


In der Studie wird auch bedauert, dass ein "interessantes Projekt" wie das Stadtentwicklungskonzept "Coburgs neuer Süden" aufgrund der Sparpolitik der Stadt aufgeschoben wurde. Dieses Projekt geht auf das "neue Innenstadtkonzept" (NIK) zurück, das wiederum von Michael Stoschek initiiert worden ist. Es sah unter anderem den Bau eines Kongresshotels und einer Veranstaltungshalle in der Innenstadt vor. In einem Bürgerentscheid sprach sich 2007 eine Mehrheit der Coburger für das NIK aus. Doch umgesetzt wurde es nie - stattdessen beschloss der Stadtrat, auf der Lauterer Höhe eine Ballsporthalle zu bauen.

"Sicherlich haben einige Entscheidungen des Coburger Oberbürgermeisters und der Stadtratsmehrheit in den zurückliegenden Jahren bei dem Unternehmen und der Inhaberfamilie Spuren hinterlassen und wirken daher bis heute nach", sagte Jürgen Otto. Er betonte aber auch: "Die Frage, wohin wir die künftige Entwicklung unseres Unternehmens lenken, wurde dadurch allerdings wenig beeinflusst."

Zur Präsentation der Studie hatte Brose zahlreiche Politiker aus den drei Regionen eingeladen. Norbert Kastner hatte seine Teilnahme allerdings wegen anderer Termine abgesagt. Er wurde vertreten durch den Zweiten Bürgermeister Norbert Tessmer (SPD).

Mehr dazu - unter anderem alle Details aus der Studie - lesen Sie am Freitag im Coburger Tageblatt (Printausgabe)

zum Thema "Standortwechsel Brose"

Kommentare

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  • community  kwz Diesen Post kommentierenkommentieren

    ja jagrenzlandförderung ade und schon erkaltet die liebe

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  • community  Dr_Pflichtfeld Diesen Post kommentierenkommentieren

    Wie's nur andere machen, ...... bei denen es auch und vor allem während der letzten 20-plus Jahre stetig und kräftig aufwärts geht. Ohne Fördergelder und ohne Flugplatz?

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  • community  Stammbus Diesen Post kommentierenkommentieren

    Warum gibt Brose ...... keine Auslastungsgarantie für das Hotel und das geforderte neue Kongresszentrum, so wie das Volkswagen in Wolfsburg mit dem Ritz Carlton Hotel gemacht hat? Dann würde jeder Hotelbetreiber gerne nach Coburg kommen. Sonst sieht sich jeder an, auf welchem Auslastungs- und Preisniveau selbst das Brose-benachbarte 4*-Hotel läuft und winkt ab.

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  • community  Dr_Pflichtfeld Diesen Post kommentierenkommentieren

    Zu Zeiten des Manchester-Kapitalismus ...... fragen die regierenden Politiker submissest bei den Unternehmen an, was getan werden müsse, um den Standort Manchester zu erhalten. Was hätten die Unternehmer wohl geantwortet? Natürlich das, was sie für richtig und notwendig hielten: Zwölfstundentag, Kinderarbeit, Steuerbefreiung, dies müsse garantiert werden, dann könne der Standort Manchester erhalten bleiben.
    (Robert Menasse)

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  • community  heiwesch Diesen Post kommentierenkommentieren

    billyHerzog würde ich sagen zwinkernwürd

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  • community  unbekannt Diesen Post kommentierenkommentieren

    SchwachsinnsstudieWenn die Studie mit derselben Sorgfalt erstellt wurde wie einst die von Stoschek in Auftrag gegebene Studie zum NIK von GHK, welche u.a. dem Luxushotel in Heiligendamm schöne Zukunftsperspektiven versprochen hatte (mittlerweile wurde das Hotel 2009 verkauft und ist seit diesem Jahr insolvent), wundert mich gar nichts.

    Die Ergebnisse dieser Studie waren doch von vornherein absehbar, wenn man Punkte wie Bildung o. Verkehrsanbindung untersuchen lässt. Dass kleine Städte im Vergleich zu größeren bei solchen Punkten in der Regel immer schlechter abschneiden, liegt in der Sache der Natur. Wobei Coburg als Schulstadt ja nicht wirklich schlecht ist (vgl. Bildungsatlas) - als einziges Manko gibt es dort halt keine richtige Uni, sondern "nur" 2 FHs. Auch die Tatsache, dass größere Städte idR eine bessere Verkehrsanbindung haben, ist klar - dafür braucht es keine "Studie". Merkwürdig nur: Jahrzehntelang war Coburg im Grenzland ohne Autobahnanbindung gut genug - und jetzt, nach bzw. während dem massiven Ausbau der Infrastruktur (A73, ICE-NEB, neuer Verkehrslandeplatz), wird das bemängelt. Ahja.
    Fakt ist: Bei solchen Punkten schneiden die "kleinen" eben fast immer schlechter ab - punkten aber im Ausgleich dafür mit anderen Faktoren. Coburg z.B. mit dem niedrigsten Gewerbesteuerhebesatz aller dt. kreisfreien Städte.
    Einzig und alleine bei dem NIK-Punkt kann ich Brose/Stoschek etwas Recht geben: Nach dem Bürgerentscheid war es wirklich sinnlos, 15 Mio. in eine reine (Ball)sporthalle (!) auf der LH zu investieren. Das Geld hätte man besser für eine MFH auf dem Anger ausgegeben (für Brose als Unternehmen dürfte das aber keine große Rolle spielen). Allerdings ist es nicht Aufgabe der Stadt, ein Hotel zu betreiben.

    Fazit: Mal wieder eine neue Runde im Kampf Stoschek vs. Kastner - mehr ist nicht dahinter! Schade nur, dass es mal wieder auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen wird. Dass Coburg gute Bedingungen bietet, beweisen die vielen anderen, zufriedenen Firmen (HUK, Kaeser!).

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  • community  Dr_Pflichtfeld Diesen Post kommentierenkommentieren

    Tja ...Sie schreiben ganz richtig: "Jahrzehntelang war Coburg im Grenzland ohne Autobahnanbindung gut genug - und jetzt, nach bzw. während dem massiven Ausbau der Infrastruktur (A73, ICE-NEB, neuer Verkehrslandeplatz), wird das bemängelt." – Was Wunder, ließ sich doch von den steuerfinanzierten Grenzlandhilfen prächtig leben und "investieren". Da wurde das "Grenzland" freilich gern genommen ...

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  • community  billy1 Diesen Post kommentierenkommentieren

    Boxkampf zwischen Kastner und StoschekIch schlage einen Boxkampf auf dem Coburger Markt zwischen Kastner und Stoschek vor. Wer verliert, muß Coburg für immer verlassen, wer gewinnt, ist auf Dauer König von Coburg und darf Coburg bis zum Lebensende regieren.

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  • community  Erstleser Diesen Post kommentierenkommentieren

    Und die Coburger wären mit einer solchen Lösung einverstanden?Das kann ich mir aber nicht so recht vorstellen...

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