Coburg
Interview

Beim SV Bosporus Coburg tut sich was...

Der Bezirksligist denkt an eine Fusion. Trainer Ugur Kolsuz dementiert angebliche Zahlungsengpässe und spricht von einer Offerte an Olaf Teuchert.
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Das Trainertrio des SV Bosporus Coburg kann sich derzeit nicht wie geplant auf dem Trainingsplatz engagieren. Norbert Rebhan (links) unterzog sich einer Knieoperation; Mehmet Ciray (Mitte) ist beruflich mehr eingespannt, als angenommen und Chefcoach Ugur Kolsuz (rechts) war für die Trainingsorganisation nicht vorgesehen. Aus diesen Gründen wird beim SVB derzeit über einen weiteren Coach nachgedacht. Foto: Archiv
Das Trainertrio des SV Bosporus Coburg kann sich derzeit nicht wie geplant auf dem Trainingsplatz engagieren. Norbert Rebhan (links) unterzog sich einer Knieoperation; Mehmet Ciray (Mitte) ist beruflich mehr eingespannt, als angenommen und Chefcoach Ugur Kolsuz (rechts) war für die Trainingsorganisation nicht vorgesehen. Aus diesen Gründen wird beim SVB derzeit über einen weiteren Coach nachgedacht. Foto: Archiv
"Ziel muss es sein, eine gemeinsame Linie zu finden, um drei Mannschaften zu etablieren und eine Jugendarbeit zu forcieren. Konservative Denkweisen von Einwanderern gehören der Vergangenheit. Im Sommer könnte etwas passieren."

Ugur Kolsuz, Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Bosporus Coburg spricht im Tageblatt-Interview Tacheles. Hinter den Kulissen werde längst an einer Fusion der beiden türkischen Klubs in Coburg - Anadoluspor und Bosporus - gearbeitet. Er räumt nachfolgend aber auch mit dem seit einigen Wochen in Fußballerkreisen kursierenden Gerücht auf, dass es bei seinem SV Bosporus zu Zahlungsengpässen gekommen sein soll und Kolsuz gibt offen zu, dass Olaf Teuchert - bis vor kurzem noch Trainer beim SC Sylvia Ebersdorf - als sein möglicher Nachfolger gehandelt wird.

Hallo Herr Kolsuz, wie sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. War für ihr Team bisher nicht mehr möglich?
Ugur Kolsuz: Als Verein ist man mit dem bisher Erreichten vollkommen zufrieden. Wir sind aktuell auf Zielkurs. Genau genommen reden wir über eine Punktlandung. Ziel ist und bleibt es , sich in der Bezirksliga zu etablieren.
Aus meiner persönlichen Sicht kann und will ich natürlich nicht zufrieden sein. Trotz einer, durch Verletzungen und Urlauber verkorksten Vorbereitung, waren wir bis auf zwei Spiele immer überlegen. Als Übungsleiter ärgert es mich, dass die Jungs sich derzeit nicht ausreichend belohnen. Ich bin mir aber sicher, dass unsere Spielart und Spielweise und gerade die Entwicklung der jungen Spieler im Team zu einer besseren Punktausbeute führen wird. Dabei müssen wir einfach Ruhe bewahren und gerade die hohen Erwartungen der Mannschaft selbst einbremsen. Denn das Problem ist derzeit nicht das Umfeld, sondern die Enttäuschung der Spieler selbst.

Es gibt anhaltende Gerüchte, dass die Spieler des SV Bosporus Coburg auf versprochene Zuwendungen warten. Können Sie dazu etwas sagen?
Zuwendungsprobleme sind mir nicht bekannt. Die Verantwortlichen haben stets das Team informiert und die Vorgehensweise und Taktung vorgegeben. Daher gab es keine Unstimmigkeiten. In einem großen Kader mit zwei Mannschaften gibt es immer Unzufriedene. Diese Gerüchte kann ich mir nur dadurch erklären.
Wir haben eine tollen, international bestens aufgestellten Partner, der seiner alten Heimat Coburg etwas zurück geben möchte. Intern reden wir nicht über Sorgen, sondern von Infrastruktur-Änderungen wie Anzeigetafel, neue Ersatzbänke und Sanierung der Feuchträume. Also meines Wissens alles im grünen Bereich.

Möchten Sie weiter an vorderster Front stehen? Es heißt, Sie sind beruflich stark eingebunden.
Ich bin sportlich bereits jetzt nicht so aktiv wie angenommen wird. Die Hauptarbeit, nämlich die Trainingsorganisation haben Mehmet Ciray und Norbert Rebhan übernommen. Daher war die Situation bisher eher entspannt. Allerdings haben wir durch die unerwartete Knieoperation von Norbert Rebhan und der beruflich hohen Auftragslage vom Mehmet Ciray seit einer Woche eine Herausforderung vor uns.
Auf Dauer möchte ich mich allerdings gänzlich zurück ziehen. Es ging vor einem Jahr nur darum, die Mannschaft in der Klasse zu halten und zu stabilisieren. Das war mein Auftrag und ich denke, dass ich diesen erfüllt habe.

Vielleicht wird aufgrund der aktuellen Engpässe bei der Trainingsplanung derzeit Olaf Teuchert als neuer Trainer des SV Bosporus Coburg gehandelt. Er soll ja schon vor der Saison auf ihrem Wunschzettel gestanden haben. Es verdichten sich die Anzeichen, dass er ihr Nachfolger wird. Hat es schon Gespräche gegeben?
Olaf Teuchert war seit einigen Jahren auf der Wunschliste des SV Bosporus. Olaf kennt die Mehrzahl der Jungs aus Coburger Zeiten. Zu dem ist Olaf mit der türkischen Mentalität bestens vertraut, was in der heutigen Zeit nicht unwichtig ist. Daher war es damals wie heute richtig, sich Gedanken über ihn zu machen. Bisher kam eine Zusammenarbeit nicht in Frage, da Olaf stets einen Trainerjob hatte. Aktuelle Gespräche kann ich nur vereinen. Wir tauschen uns aber oft aus.
Selbstverständlich würde der Club irgendwann gern mit Olaf Teuchert zusammen arbeiten. Ich denke, dass unser Vorstand im Winter Gespräche für den Sommer 2017 anbieten wird. Wenn Olaf dies möchte.

Der SV Bosporus und der FC Anadoluspor Coburg streben schon seit längerem eine Zusammenarbeit an. Wann kommt es Ihrer Meinung nach zu der diskutierten Fusion?
Die Fusion ist heute kein Thema. Aus meiner Sicht macht es aber keinen Sinn, zwei türkisch stämmige Vereine im Wettbewerb zu haben. Ziel muss es sein, eine gemeinsame Linie zu finden, um drei Mannschaften zu etablieren und eine Jugendarbeit zu forcieren. Konservative Denkweisen von Einwanderern gehören der Vergangenheit. Im Sommer könnte etwas passieren.
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