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Literatur

Autor aus dem Itzgrund: Orks, Liebe und dunkle Welten

Werner Karl ist nebenberuflicher Autor. Er schreibt Romane und Kurzgeschichten aus den Genres Science Fiction und Fantasy. Er verrät, wie er mit einer Fünf in Deutsch trotzdem zum Autor wurde. Auch der Staffelberg wird bei ihm bald eine "blutige" Rolle spielen.
Werner Karl beherrscht nicht nur das Erdenken und Schreiben von Fantasy- und Science-Fiction-Geschichten, sondern hat auch eine beträchtliche Büchersammlung in seinem Keller angehäuft. Foto: Thomas Heuchling
 
von THOMAS HEUCHLING
Druiden, Schlachtengetümmel, Römer oder futuristische Krieger, die durch die Dimensionen reisen - das sind die Welten von Werner Karl. Dunkle Fantasiewesen vermischen sich dort mit Kelten und Germanen oder die Menschheit befindet sich in einer fiktiven Zukunft im Krieg mit Völkern von fernen Planeten.

Der 55-jährige Karl ist eigentlich Industriemeister in der Druckindustrie und für eine Fürther Firma im Außendienst tätig. Aber, wann immer neben Familie und Beruf Zeit bleibt, dann erschafft er in seinem Kopf fantastische Welten und bringt sie seit 1995 zu Papier. Er bewegt sich in den Genres Fantasy und Science Fiction.

Dabei hatte er zu Beginn seiner Schulkarriere eine Fünf in Deutsch. Karl erzählt, wie er trotzdem seine Begeisterung für das Lesen und später auch das Schreiben entdeckte: "Meine Lehrerin sagte damals zu meiner Mutter, dass sie mit mir mal zum Augenarzt gehen solle. Das taten wir dann auch." Im nächsten Jahr hatte Karl eine Zwei und später immer eine Eins. "Mit der Brille konnte ich auf einmal besser lesen, sogar meine Comics wurden besser. Es war wie eine Offenbarung, ich habe von da an alles verschlungen", erinnert sich Karl.

Der Roman "Ringwelt" von Larry Niven war sein Einstieg in die Welt der Science Fiction. Heute stapeln sich tausende Bücher in seinem Keller und die Ideen für eigene Geschichten in seinem Kopf. "Eine Bibliothek zu haben, dass ist noch so ein Traum von mir", sagt Karl und blättert weiter in einem Buch über die Legionen Roms. "Das brauche ich für die Recherchen meiner Spiegelkrieger-Triologie", so Karl. Denn der korrekte historische Hintergrund ist für den perfektionistischen Autor sehr wichtig. Und nicht nur das: "Jeder Tippfehler ist ein Makel auf der weißen Weste des Autors." Darum überarbeitet er all seine Texte mehrfach.

Spiegelkrieger gegen Rom
Sein neuestes und bis dato umfangreichstes Werk, die Spiegelkrieger-Triologie, von denen die ersten beiden Teile bereits fertig sind, spielt im zweiten Jahrhundert nach Christus und hat den Grenzkonflikt zwischen dem römischen Reich und den keltischen Pikten am Hadrianswall im heutigen Norden Englands zum Hintergrund. "Legions-Bezeichnungen oder Ortsnamen müssen einfach stimmen", betont Karl. Spätestens wenn der Pikten-Druide "Túan mac Ruith" einen magischen Trank zum Erwecken gefallener Krieger einsetzt und Dämonen armeen gen Rom ziehen, dann vermischen sich Realität und Fiktion.

Werner Karl liest die Kurzgeschichte "Es Gibt Keine Orcs" by Infranken.de

An den letzten Kapiteln des dritten Buches arbeitet der Autor gerade: "Erfreulicherweise wurde Band I von einer Literaturagentur unter Vertrag genommen. Optionen auf die beiden Folgebände wurden ebenfalls angemeldet. Aktuell läuft die Verlagssuche", sagt Karl.

Keine Existenzängste
Sein Lehrgeld auf der Suche nach Verlagen und Literaturagenten hat der gebürtige Nürnberger schon bezahlt: "Anfangs habe ich viele handwerkliche Fehler gemacht. Ein Text muss wie geleckt sein, denn die Verlage kriegen am Tag zwischen 50 und 100 Manuskripte." Seine Erfahrungen teilt Karl in seinem Buch: "Autor werden, Autor sein, Autor bleiben" mit, das es aber nur als E-Book gibt.

Der Schriftsteller aus dem Itzgrund hat nach eigenen Angaben viel Glück, da er in seinem Beruf sehr flexibel sein kann, um nebenbei zu schreiben und nicht von der Schreibkunst leben zu müssen, denn das können nach seiner Einschätzung nur fünf Prozent aller Autoren. Veröffentlicht hat er unter anderem den Science-Fiction-Band mit Kurzgeschichten "Danger Zone" , zahlreiche Rezensionen und andere Kurzgeschichten. "Meine Familie ist mir sehr wichtig. Am besten kann ich schreiben, wenn Ruhe ist. Meine Frau ist Altenpflegerin und wenn sie am Wochenende arbeitet, denn schreibe ich mal 80 Seiten runter", sagt Karl und trinkt einen Schluck Kaffee.

Im Wohnzimmer tummeln sich zwei Katzen, Kinder und Frau sind nicht zu Hause, dass ist wohl die Ruhe von der Karl spricht. Der 55-Jährige macht einen ruhigen Eindruck. Orks, Star Trek oder Gollum, sein Lieblingscharakter aus "Der Herr der Ringe", lösen bei ihm hingegen Begeisterung aus.

Klingonen, Orks und andere
Unmut äußert er, wenn er auf den aktuellen Hype um weichgespülte Vampir-Geschichten angesprochen wird. James Bond mag er auch nicht sonderlich, "der ist mir zu glatt, zu perfekt".

In seinen Geschichten tummeln sich zwiespältige Charaktere in von Magie oder Technik getränkten Universen. Seine oft dunklen Welten sind aber nichts für schwache Nerven, wie er betont: "Ich mache keine Weichei-Fantasy für Kinder. Es geht oft brutal dazu, dass ist nur was für Erwachsene." Aber ohne Liebe geht es trotzdem nicht. Auch Túan, aus den Spiegelkriegern, verliebt sich in eine Tochter des Feindes, die Römerin Lucia.
Wenn Karl nicht an seinen Romanen bastelt oder eine Kurzgeschichte "einschiebt", denn verschlingt er Filme oder Bücher voller fantastischer Wesen und Geschichten. Das hat ihn auch im realen Leben tolerant gemacht, wie er sagt: "Jude, Marsianer oder Klingone, ist doch völlig egal. Wenn die Person in Ordnung ist, dann ist sie in Ordnung."

Für die Zeit nach den Spiegelkriegern arbeitet Karl schon an einem Science-Fiction-Buch, der vom Kriegsgefangenen-Roman "So weit die Füße tragen" inspiriert wurde. Und danach? "Denn will ich einen Fantasy-Roman schreiben, der am Staffelberg spielt. Es geht um eine Kelten-Frau, Verlust, Liebe und es wird auch Menschenopfer geben", verrät Karl.

Lesereise von Werner Karl durch Stadt und Landkreis Coburg

Lesungen Werner Karl liest aus verschiedenen seiner Kurzgeschichten und Romane der Genres Fantasy und Scienc Fiction.

Termine Am Freitag, 20. September, im Innenhof der Firma Trice-Textildruck im Schlossweg 1 in Oberessfeld, Ortsteil Sulzdorf an der Lederhecke. Beginn ist um 19 Uhr.

Am Freitag, 11. Oktober, bei Optik Raack, Bahnhofstraße 77 in Bad Staffelstein. Beginn 19 Uhr.
Am Freitag, 25. Oktober, bei Optik Busch im Steinweg 19 in Coburg. Beginn ist ebenfalls 19 Uhr. Der Eintritt ist bei allen Lesungen frei.

Internet www.wernerkarl.org


 


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