Neustadt
Geschichte

Als es ein "hüben" und ein "drüben" gab

Jugendliche aus Thüringen und Franken beschäftigten sich gemeinsam mit dem Thema "Deutsche Teilung". Das Regionalmanagement hatte zusammen mit der Jugendbildungsstätte Neukirchen zum Lerncamp eingeladen.
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In der Informationsstelle über die Teilung Deutschlands konnten sich die Jugendlichen aus Thüringen und Franken ein Bild davon machen, wie die unmenschliche Grenze ihre Heimat einst geteilt hat. Fotos: Regionalmanagement
In der Informationsstelle über die Teilung Deutschlands konnten sich die Jugendlichen aus Thüringen und Franken ein Bild davon machen, wie die unmenschliche Grenze ihre Heimat einst geteilt hat. Fotos: Regionalmanagement
Nicht nur das Jubiläum "25 Jahre Fall der Mauer" legt es nahe, dass jungen Leuten die jüngere deutsche Geschichte ins Bewusstsein gerufen wird. 40 Schüler aus Eisfeld und Neustadt nahmen an einem Lerncamp "Deutsch-deutsche Geschichte" teil, das von Regionalmanagement und Jugendbildungsstätte Neukirchen organisiert wurde.
Es war das erste Mal, dass das Regionalmanagement Coburger Land in Zusammenarbeit mit der Jugendbildungsstätte Neukirchen einen Tag rund um das Thema "Geteiltes Deutschland und Wiedervereinigung" auf die Beine stellte. Ziel des Tages war es, Schülern die deutsch-deutsche Geschichte vor Ort näher zu bringen und besonders auf die regionalen Besonderheiten der ehemaligen Grenzregion hinzuweisen.
Knapp 40 Schüler der 10. Klasse der Regelschule Eisfeld und der staatlichen Realschule Neustadt nahmen am "Grenz-Tag" teil.
Nach einer kurzen Einführung besichtigten sie in gemischten Kleingruppen das Zweiländermuseum in Streufdorf, den Grenzturm Eisfeld mit dem darin eingerichteten kleinen Museum und die Informationsstelle über die Teilung Deutschlands in Neustadt. Dabei erarbeiten die Jugendlichen selbstständig anhand von vorher vergebenen Rechercheaufgaben unterschiedliche Aspekte der deutschen Teilung, beispielsweise den Aufbau der Grenzanlagen, die Ein- und Ausreisebestimmungen der DDR oder den Unterschied zwischen Markt- und Planwirtschaft am Beispiel heimischer Firmen.

Präsentationen erarbeitet

Im Anschluss an die Museumsbesuche bereiteten die einzelnen Gruppen Präsentationen vor, um auch ihren Mitschülern von den Ergebnissen zu berichten. Projektmanagerin Jasmin Bräutigam zeigte sich begeistert: "Ich freue mich, dass die Jugendlichen so engagiert und interessiert bei der Sache waren. Die Präsentationen haben meine Erwartungen übertroffen."
Am Nachmittag trafen sich die Realschüler mit vier Zeitzeugen, die die deutsche Teilung ganz unterschiedlich erlebt hatten.
René Hähnlein berichtete vom Alltag eines politischen Häftlings in der DDR und seinem Freikauf durch die Bundesrepublik Deutschland. Erwin Westphal war damals Pfarrer in der DDR. Den Schülern stellte er Auszüge aus seinem 800 Seiten umfassenden Stasi-Bericht vor. Der Verleger Hans-Jürgen Salier sprach über die 89er Revolution im Kreis Hildburghausen und seine persönlichen Erlebnisse, während Reinhardt Kilian, ehemaliger Beamter des Bundesgrenzschutzes vom Aufbau der Grenze und seinen Erfahrungen berichtete.
Die Schüler waren von den lebendigen Erzählweisen und der Möglichkeit, selbst Fragen zu stellen, begeistert: "Wir hätten ruhig noch mehr Zeit mit den Zeitzeugen verbringen können, es war sehr interessant." Aber auch so hat die Zeit gereicht, viele Aspekte zum Thema "DDR und BRD" zu vermitteln und den Jugendlichen einen Anstoß zu geben, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen.
"Insgesamt war der Tag ein voller Erfolg", sind sich Projektmanagerin Jasmin Bräutigam vom Regionalmanagement Coburger Land und Günter Schiller von der Jugendbildungsstätte Neukirchen einig. Derzeit wird gemeinsam an weiteren Lernmodulen zum Thema "deutsch-deutsche Geschichte" gearbeitet, um noch unterschiedlichere Aspekte für Jugendliche abzubilden. Ganz klar im Vordergrund soll auch hier der regionale Bezug stehen. red

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