Portrait

Silke Launert will möglichst nah am Wähler bleiben

Silke Launert (CSU) will im Wahlkreis Bayreuth/Forchheim als Direktkandidatin Hartmut Koschyk beerben.
Silke Launert Foto: Josef Hofbauer
 
Silke Launert (40), die beim Bundestags-Wahlkampf im Wahlkreis Bayreuth-Forchheim das Direktmandat für die CSU erringen und MdB Hartmut Korschyk beerben will, fackelt nicht lange. Zielstrebig steuert die Mutter zweier Kinder (7 und 8) im Sportgeschäft "Heimspiel" in Ebermannstadt auf Mädchen-Turnschuhe zu. "Die brauche ich in Größe 33", erklärt sie Inhaber Thomas Merz. Auf dem Weg zur Kasse findet sie auch noch Fußballschuhe für ihren Sohn. Nach zehn Minuten - eine Führung durch den Laden eingeschlossen - verlässt sie das Geschäft.

Ebenso zielstrebig zeigt sich die Bundestagsabgeordnete, die 2013 über Platz 32 der CSU-Landesliste in den Deutschen Bundestag eingezogen ist, wenn sie Unternehmen oder Einrichtungen besucht. Silke Launert will die Dinge auf den Punkt bringen, will wissen, wo der Schuh drückt, wo sie eventuelle Missstände verbessern kann.
"Die Menschen sollen merken, dass ich ich ihre Anliegen ernst nehme, dass ich mich für sie einsetze", fasst sie das Credo ihres Wahlkampfes zusammen. "Ich bin geradlinig, vertrete meine eigene Meinung", unterstreicht die promovierte Juristin, die vor ihrer politischen Tätigkeit als Staatsanwältin am Amtgericht Hof arbeitete.

"Eine Zeit, die mich sehr geprägt hat", erklärt Silke Launert. Da habe sie auch ihre politische Heimat in der Frauenunion gefunden. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Probleme, die sich aus der Geringverdiener-Beschäftigungen ergeben, sind ihr ein besonderes Anliegen. "Die Arbeit der Frauen-Union wird bestimmt durch Jüngere und Erfahrene, Familienfrauen und jenen, die sich ganz der Karriere widmen, Verheirateten und Singles, Stadt- und Landfrauen. Deshalb bin ich eine Verfechterin einer ganzheitlichen Politik, die auf Kooperation und Vernetzung setzt", findet die Wahlkämpferin, die deshalb einen engen Kontakt zu allen Bereichen der Gesellschaft sucht.

Als Staatsanwältin findet sie die "Innere Sicherheit" in der Union am besten aufgehoben. Eine andere Partei als die CSU wäre für sie nie in Frage gekommen, bekräftigt Launert, die Konrad Adenauer als politisches Vorbild nennt.

Die drei großen Themen, um die sich die in Stadtsteinach geborene Politikerin kümmern will sind die Sicherheitspolitik, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Flüchtlingspolitik. "Die Sicherheitspolitik stellt uns jeden Tag vor neue Herausforderungen. Da sich unsere Welt verändert, ändern sich auch die Straftaten. Ich denke da nur an die Cyber-Kriminalität oder den Extremismus."

"Deutlich mehr Geld sollte der Staat für die Flüchtlingshilfe in Afrika ausgeben", findet Silke Launert. "Die Menschen brauchen zuhause eine Perspektive. Solange sie die nicht haben, wird nichts und niemand sie aufhalten können. Der Flüchtlingsstrom in Richtung Europa wird nicht abreißen. Insofern muss die Bundesregierung ihre Aufmerksamkeit auf die afrikanischen Länder richten. Hier sehe ich die Politik gefordert, insbesondere das C in unserem Parteinamen muss uns dafür eine Verpflichtung sein", so Launert. Es müsse eine Pufferzone in Nordafrika geschaffen werden, in der die Menschen sicher leben können. Aber dafür müsse erst ein Bewusstsein bei den Politikern geschaffen werden.


Unmittelbare Auswirkungen

Ebenso wichtig ist es der ehrgeizigen Bundestagskandidatin, den Wählern zu verdeutlichen, dass jede Entscheidung in Berlin unmittelbare Auswirkungen auf die Bürger in ihrem Wahlkreis hat. Es gelte, individuelle Unzufriedenheit zu relativieren. Mehr als 70 Jahre Frieden und Wohlstand seien eine politische Leistung, die es zu vermitteln gelte. "Dafür werden wir in anderen Teilen der Welt beneidet", unterstreicht Launert. Deshalb sieht sie es auch als einen Teil ihrer Aufgaben an, ein Bewusstsein für positives Denken zu fördern. Politische Entscheidungen müssten den Bürgern vor Ort vermittelt werden. Deshalb findet sie es unheimlich wichtig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. So könnten Vorbehalte abgebaut werden.

Ein Problem sieht die Bundespolitikerin im deutlich gestiegenen Anspruchsdenken. Aber auch da sei jeder einzelne Politiker gefordert, den Wählern die Entscheidungen zu erklären. "Der Wahlkreis-Abgeordnete ist immer der erste und wichtigste Ansprechpartner, egal um welches Problem es geht. Nur so könnten die Anliegen der Bürger an die zuständigen Stellen weitergegeben und Lösungsansätze gefunden werden, zeigt sich Launert optimistisch.

Für sie steht jeder Einzelne im Mittelpunkt ihres politischen Handelns. "Ich habe es bisher noch nicht erlebt, dass Wirtschaftsverbände oder Lobbyisten versucht hätten, auf meine persönliche Entscheidung Einfluss zu nehmen. Deshalb kann ich die vielfach zitierte Meinung, wonach Politiker Handlanger der Wirtschaft seien in keinster Wiese teilen", stellt Launert klar. Wirtschaft und Politik seien ein Zusammenspiel, für das die Politik die Richtlinien vorgebe.

Allerdings räumt Launert ein, dass es immer schwieriger werde, die Politik der Union konsequent durchzusetzen. Das verhinderten Koalitionen. "Ich kann die Wähler verstehen, die mit den Zugeständnissen, die in Koalitionsverhandlungen gemacht werden müssen, nicht einverstanden sind. Ich kann aber nur davor warnen, sich deshalb von der Politik abzuwenden."

"Das ist eben das Wesen der Demokratie. Schon mein Vater hat mir gesagt, dass Demokratie keine gute Staatsform ist. Aber es gibt keine bessere." Deshalb sei auch hier Kommunikation gefordert. In Gesprächen mit den Wählern, müssten auch Kompromisse vermittelt werden. "So kann man etwas Druck herausnehmen", ist Launert überzeugt.
Newsletter kostenlos abonnieren