Bundestagswahl 2017

Bundestagswahl 2017: Was wähle ich mit Erst- und Zweitstimme?

Am 24. September ist es wieder so weit: Deutschland wählt. Doch was wählt man bei der Bundestagswahl eigentlich mit Erst- und Zweitstimme?
Am 24. September ist es wieder so weit: Deutschland wählt. Doch was wählt man bei der Bundestagswahl eigentlich mit Erst- und Zweitstimme? Foto: Pixabay
 
Auch bei der Wahl zum 19. Deutschen Bundestag stehen jedem Wähler nicht nur eine, sondern zwei Stimmen zur Verfügung. Doch was wählt man bei der Bundestagswahl eigentlich mit seiner Erst- und was mit seiner Zweitstimme? Und was hat es mit diesen Überhangmandaten auf sich, von denen in der Wahlnacht immer die Rede ist?

Mit der Erststimme wählt man keine Partei, sondern eine Person, die im eigenen Heimat-Wahlkreis kandidiert. Diese sind zwar oftmals Mitglieder einer Partei, können aber auch unabhängig von diesen antreten. Der Kandidat, der innerhalb seines Wahlkreises die meisten Stimmen auf sich vereinigt, erhält ein Direktmandat und somit den direkten Einzug in den Bundestag. Der Bundestag besteht im Normalfall aus 598 Abgeordneten. Bei 299 Wahlkreisen in Deutschland bedeutet das, dass die Hälfte der Abgeordneten über die Erststimme praktisch als Vertreter ihres Wahlkreises direkt nach Berlin gelangen. Dadurch ist gewährleistet, dass jede Region im Parlament vertreten ist.

Mit der Zweitstimme wählt man hingegen eine Partei - genauer gesagt die Landesliste einer Partei. Je mehr Zweitstimmen eine Partei auf Bundesebene erhält, desto mehr Sitze nimmt sie im Bundestag ein. Die Zweitstimme bestimmt also die Zusammensetzung des Parlaments und somit die Machtverhältnisse zwischen den Parteien. Deshalb ist sie die wichtigere der beiden Stimmen.


Was ist ein Überhangmandat?

Damit eine Partei bei der Zweitstimmenaufteilung berücksichtigt wird, muss sie mindestens fünf Prozent aller abgegebenen Zweitstimmen erreicht oder mindestens drei Direktmandate über die Erststimme errungen haben. Andernfalls verfallen ihre Zweitstimmen.

Wenn feststeht, wie viele Sitze einer Partei zustehen, werden zunächst Parteimitglieder berücksichtigt, die in ihrem Wahlkreis ein Direktmandat erhalten haben. Erst dann werden die restlichen Plätze mit Listenkandidaten der einzelnen Landeslisten aufgefüllt. Je höher der Listenplatz eines Kandidaten, desto höher sind also seine Chancen, über die Zweitstimme in den Bundestag zu gelangen.

Was aber passiert, wenn eine Partei mehr Mandate durch Direktkandidaten erhält, als ihr bei reiner Betrachtung der Zweitstimme zustünde? In diesem Fall ziehen trotzdem alle Direktkandidaten ins Parlament ein. So kann es vorkommen, dass sich der Bundestag aus mehr als 598 Abgeordneten zusammensetzt. Die zusätzlichen Mandate nennt man dann Überhangmandate.
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