Bundestagswahl

Wie Ebern die erste Hochrechnung bei der Bundestagswahl beeinflusst

Eberns Wähler stehen für die gesamte Republik. Die Bürger der Stadt in den Haßbergen liefern am Sonntag Zahlen für Prognosen und Hochrechnungen.
In mehreren Wahllokalen in Ebern finden am Sonntag statistische Erhebungen statt, bei denen die  Wähler mitwirken können.  Eckehard Kiesewetter
 
Bundestagswahl 2017: Prognosen, Ergebnisse, Reaktionen, Wahlbeteiligung

Wie endet die Bundestagswahl? Über mögliche Stimmenanteile und Sitzverteilungen wird seit Wochen gesprochen und spekuliert. Doch Klarheit kann erst der Wähler am Sonntag schaffen. Bis 18 Uhr befindet er darüber, wie der nächste Bundestag aussehen wird. Sekunden später bereits werden erste Prognosen veröffentlicht, die in der Regel dem amtlichen Endergebnis erstaunlich nahekommen.

Doch haben Sie sich schon einmal gefragt, wie die Medien so rasch ermitteln können, welche Partei gewonnen und welche verloren hat, wie die "Wählerwanderungen" zustande kommen und wie viele Menschen ihr Wahlrecht nicht wahrgenommen haben?

Dies ermöglichen repräsentative Erhebungen in ausgewählten Wahlbezirken. Die Stichprobe steht für die Gesamtheit, denn die dort bei wenigen Wählern ermittelten Daten können rasch und relativ zuverlässig auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet werden.


Wahlbezirke in Ebern sind Basis für Rechenexempel

Basis für solche Rechenexempel sind diesmal unter anderem auch mehrere Wahlbezirke in Ebern, und so wartet die Bundestagwahl in der Stadt mit mehreren Besonderheiten auf.

Wie bereits Mitte der Woche berichtet, wurde der Wahlbezirk 2 in Ebern, der Bereich Altstadt mit Wahllokal im Rathaus, vom Bundeswahlleiter als repräsentativer Wahlbezirk ausgewählt.

Hier werden für die Wahlstatistik nach Geschlecht und Altersgruppen gekennzeichnete Wahlzettel ausgegeben. "Das Wahlgeheimnis und die Anonymität ist aber weiter gewährleistet", versichert Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD).


Fragen nach dem Urnengang

Doch damit nicht genug: Auch auf die Wähler in der Grundschule und im städtischen Kindergarten wartet eine Überraschung. Denn diese werden nach dem Urnengang von TV-Korrespondenten von ARD bzw. ZDF "abgefangen". Auch dies sei mit dem Bundeswahlleiter abgestimmt, bestätigt VG-Vorsitzender Hennemann und beruft sich dabei auf die Wahlsachbearbeiter bei der Verwaltungsgemeinschaft (VG), Maximilian Schorn und Susanne Bravo. Diese Wahllokale wurden der Mitteilung zufolge unter 624 Stimmbezirken und unter 152 Briefwahlbezirken für die repräsentative Stichprobe der ARD ausgewählt.

In der Grundschule, wo auch Briefwahlergebnisse ausgezählt werden, werden Korrespondenten für die Berichterstattung zur Bundestagswahl von Infratest dimap für die ARD anwesend sein. Im städtischen Kindergarten sind Vertreter der Forschungsgruppe Wahlen im Auftag des ZDF am Werk.


Anonym und freiwillig

In den beiden Wahllokalen sprechen die Korrespondenten die Wähler nach Verlassen des Wahlraumes an und bitten diese, einen kurzen Fragebogen auszufüllen. Dieser Fragebogen dient der Nachwahlerhebung. Der ausgefüllte Bogen wird dann in einen Pappkarton eingeworfen. Wichtig dabei: Die Teilnahme ist freiwillig und anonym. Erfahrungsgemäß, so heißt es in der Mitteilung der Verwaltung, "nehmen die Wähler sehr zahlreich an der Nachwahlerhebung teil".

Alle Wähler werden auf dem Fragebogen nach ihrer Wahlentscheidung sowie nach Alter und Geschlecht gefragt. Ein Teil der Freiwilligen erhält ein etwas ausführlicheres Formular mit zusätzlichen Fragen zu soziodemografischen Merkmalen und wahlentscheidenden Aspekten. Diese Bogen werden sogleich vor Ort ausgewertet, und stündlich melden die Korrespondenten telefonisch diese Ergebnisse in die Datenzentrale.



Zahlen gibt es ab 18 Uhr

Auf der Basis dieser Nachwahlerhebung entsteht die 18-Uhr-Prognose, die nach Schließung der Wahllokale in der ARD bzw. im ZDF präsentiert werden. Darüber hinaus werden die Daten für eine Reihe weiterer Analysen des Wahlergebnisses (wie zum Wahlverhalten nach Altersgruppen und zur Wählerwanderung) ausgewertet, die dann im Laufe des Abends veröffentlicht werden können.

"Ebern wird also bei den Hochrechnungen beider Fernsehsender am Wahlabend beteiligt sein", erklärt Jürgen Hennemann. Er sei gespannt!
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