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Basketball

Bayreuth verliert erstes Play-Off-Duell mit Oldenburg unglücklich

Medi Bayreuth ist mit einer unglücklichen 83:85-Niederlage ins Play-Off-Viertelfinale gegen Oldenburg gestartet.
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Kyan Anderson (links) überspielt den Oldenburger Frantz Massenat. Foto: Peter Mularczyk
Kyan Anderson (links) überspielt den Oldenburger Frantz Massenat. Foto: Peter Mularczyk
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Nach rund 21-jähriger Abwesenheit ist Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth mit einer unglücklichen Niederlage auf die große Bühne des deutschen Basketballs zurückgekehrt: Im ersten Spiel der Viertelfinal-Serie gegen die EWE Baskets Oldenburg mussten sich die Wagnerstädter vor ausverkauftem Haus (3300 Zuschauer) knapp mit 83:85 (48:40) geschlagen geben.

Jugend gegen Erfahrung - während bei Bayreuth mit Kapitän Bastian Doreth lediglich ein Spieler über Play-Off-Erfahrung verfügt, haben die Niedersachsen ein ganzes Arsenal an routinierten Spielern, allen voran Rickey Paulding, der 2009 mit den Niedersachsen die Deutsche Meisterschaft gewinnen konnte.

Und die Jugend, sprich Medi Bayreuth, startete nervös. Anderson warf einen Einwurf an der eigenen Grundlinie an die Rückseite der Korbanlage und verstolperte kurz darauf im Spielaufbau. So ließ der erste Bayreuther Korberfolg bis zum Beginn der 4. Minute auf sich warten, dann durchbrach Assem Marei die Flaute in der Bayreuther Offensive (2:5).
Medi Bayreuth arbeitete sich weiter mit aggressiver Defensivarbeit in die Partie hinein und wurde belohnt: De'Mon Brooks tanzte Brian Qvale in der Oldenburger Zone aus und sorgte für die erste Führung (11:9, 6.) und kurz darauf auch für den bis dahin größten Vorsprung (18:11, 7.). Oldenburg konnte wieder herankommen (18:17, 9.), aber der Endspurt in die erste Viertelpause gehörte den Bayreuthern, die sich durch Brooks und einen Tipp-In-Korbleger von Kapitän Bastian Doreth wieder auf 22:17 (10.) absetzen konnten.

Das zweite Viertel war noch keine Minute alt, da bestellte Oldenburgs Head Coach Mladen Drijencic seine Mannschaft sichtlich verärgert nach zwei sehenswerten Bayreuther Fastbreaks von Brooks und Robin Amaize (26:17, 11.) zur Auszeit an die Seitenauslinie. Amaize sorgte weiter für Höhepunkte: Erst blockte der junge Bayreuther Oldenburgs 2,10-Metermann Brian Qvale beim Korbleger, kurz darauf vollstreckte er einen erneuten Bayreuther Schnellangriff zum 35:24 - erneute Auszeit Oldenburg (16.). Jetzt übernahm der bis dahin geduldig auf seine Chance wartende Trey Lewis: Der Bayreuther Topscorer schraubte den Vorsprung mit sechs Punkten in Serie auf 48:32 (19.) in die Höhe, bevor die Gäste vor der Halbzeitpause mit einem 8:0-Lauf zum 48:40 (20.) verkürzen konnten.

Oldenburg kam stark aus der Kabine und konnte nach Dreiern von Rickey Paulding (zwei) und Maxim De Zeeuw auf 52:49 (23.) verkürzen. Medi Bayreuth musste nun offensiv viel investieren, um zu Korberfolgen zu kommen. Die Gäste hatten das Momentum auf ihre Seite gezogen: Frantz Massenat traf mit Zusatzfreiwurf zum 56:54-Anschluss (25.), kurz darauf eroberte Paulding die Führung für die Huntestädter zurück (60:61, 28.). Raoul Korner reagierte mit einer Auszeit, und Steve Wachalski holte die Führung mit einem Buzzerbeater-Dreier aus über acht Metern vor der letzten Pause zurück (67:65, 30.).

Es blieb spannend: Jeder Ball war hart umkämpft, fast in jedem Angriff wechselte die Führung. Bei den Gästen spielten sich immer mehr die beiden US-Guards Chris Kramer und Vaughn Duggins in den Mittelpunkt, die immer wieder Nadelstiche aus der Distanz setzen konnten. Doch Medi Bayreuth hielt weiter mit großem Kampf dagegen: Assem Marei egalisierte nach sehenswertem Offensivrebound zum 80:80 (38.), Nate Linhart zum 82:82 (39.). Dann versagten dem sonst so sicheren Brooks die Nerven an der Freiwurflinie, und Duggins konnte die Gäste 30 Sekunden vor dem Spielende wieder nach vorne werfen (82:84) - Auszeit Bayreuth.

Kyan Anderson suchte nun die Verantwortung und verfehlte, Chris Kramer ließ die Baskets an der Freiwurflinie weiter davonziehen (82:85). Bei einer Restspielzeit von knapp drei Sekunden musste Nate Linhart an die Freiwurflinie, versenkte seinen ersten Wurf, setzte den zweiten an den Ring und drückte den Rebound durch die Reuse, hatte dabei aber zu früh die Freiwurflinie überschritten (83:85). Einwurf Oldenburg bei einer Restspielzeit von 2,6 Sekunden. Zwar konnte Anderson den Gästen nochmals den Ball abluchsen, sein weites Anspiel auf Brooks fand jedoch nicht den gewünschten Empfänger.

Die Bayreuther mussten sich damit unglücklich mit 83:85 geschlagen geben, wurden von ihren Fans dennoch lautstark gefeiert. Aus einer starken Mannschaftsleistung ragte bei Bayreuth Assem Marei mit einem Double-Double (20 Punkte, 12 Rebounds) heraus. Oldenburg hatte seine Besten im Belgier Maxim De Zeeuw (19) und US-Guard Vaughn Duggins (18).


Trainerstimmen

Mladen Drijencic (Oldenburg): "Wir sind in den ersten 15 Minuten offensiv nicht ins Laufen gekommen, danach wurde es deutlich besser, wir haben zunehmend Sicherheit bekommen und nach der Pause eine sehr gute Leistung gezeigt. Insbesondere Kramer, Duggins und Paulding haben uns nach der Pause getragen."

Raoul Korner: (Bayreuth): "Es war das erwartet umkämpfte Spiel. Wir konnten Qvale aus dem Spiel nehmen, haben dadurch aber die Dreierlinie nicht so gut verteidigen können, was letztendlich wohl den Ausschlag gegeben hat. Ich bin dennoch stolz auf mein Team, wir haben gezeigt, dass wir in den Play-Offs mithalten können. In allen Statistiken, in denen es auf die kämpferische Einstellung ankommt, waren wir besser. Am Dienstag werden wir jetzt versuchen, uns den Heimvorteil in Oldenburg zurückzuholen."
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