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Ex-Bayreuther: Was sie am meisten vermissen - und was nicht!

Fast jeder kehrt einmal einer Stadt den Rücken zu. Aber was genau vermissen Ex-Bayreuther am meisten? Und was fehlt ihnen überhaupt nicht?
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Fast jeder kehrt einmal einer Stadt den Rücken zu. Sei  es für die Arbeit, die Liebe oder einfach aus Lust und Laune. Aber was genau vermissen Ehemalige an Bayreuth?  Symboldbild: pixabay.com
Fast jeder kehrt einmal einer Stadt den Rücken zu. Sei es für die Arbeit, die Liebe oder einfach aus Lust und Laune. Aber was genau vermissen Ehemalige an Bayreuth? Symboldbild: pixabay.com
Jede Stadt hat ihre Vor- und Nachteile. Und wenn man nach längerer Zeit wegzieht, ist zu Beginn oft ein wenig Heimweh zu spüren. Man hat sich eben doch an die jeweilige Wohnstätte gewöhnt und das ein oder andere schätzen und lieben gelernt. So auch in Bayreuth. Viele Studenten verlassen die Stadt nach dem Studium wieder, aber auch viele Amerikaner waren einst in Bayreuth stationiert und haben mit ihren Familien das Land nach einiger Zeit wieder verlassen. Was vermissen sie an Bayreuth? Und gibt es Dinge, die überhaupt nicht vermisst werden? Die vielleicht sogar wirklich genervt haben?


Isoliert in Bayreuth

Was sofort ins Auge springt: So gut wie jeder beschwert sich über die schlechte Anbindung der Stadt zur Außenwelt. Wirklich gut kommt man aus Bayreuth aber auch nicht weg: Nach Nürnberg führen eine Autobahn und eine Bahnstrecke, ebenso nach Bamberg. Wirklich mehr gibt es aber auch nicht. Die Zuganbindungen sind sehr auf die Strecken nach Weiden, Hof oder Kulmbach beschränkt. Verpasst man einen Zug nach Nürnberg oder dieser hat Verspätung, kann die Reise schon mal länger dauern - vor allem, wenn die Anschlusszüge nicht warten. Auf der Autobahn merkt man schnell, dass eigentlich nichts los ist. Bayreuth liegt aber auch abgeschieden. Die nächst größere Stadt ist doch rund eine Stunde entfernt - und das in jede Himmelsrichtung.


Kurze Wege, gutes Busnetz

Was dafür umso mehr geschätzt wird, sind die kurzen Wege und das gute Busnetz in der Stadt. Zu Fuß kommt man hier überall gut hin, mit dem Rad sowieso, und die Busse fahren in kurzen Abständen in jede Ecke der Stadt. Außerdem hat Bayreuth mit der Eremitage, dem Hofgarten oder dem Röhrensee wunderschöne Grünflächen, die viele Bewunderer und Liebhaber anziehen. Ob zum Winterspaziergang im Schnee oder dem Sonnenbaden im Sommer, diese Parks haben zu jeder Jahreszeit etwas für sich. Mit prächtigen Gebäuden und Wasserspielen ist ein Park wie die Eremitage auch kaum irgendwo sonst zu finden. Jedenfalls nicht in nächster Umgebung.


Kein ansprechendes kulturelles Angebot

Was jedoch zu all dem Prunk und Glanz der Anlagen gänzlich fehlt, ist ein ausgewogenes und ansprechendes kulturelles Angebot. Der Wagner-Clan dominiert mit den Festspielen die Stadt - und das spürt man deutlich. Abseits der Spielstätte am Grünen Hügel ist die Stadt kulturell nicht sehr aufregend. Da muss man schon nach Nürnberg, Leipzig, Bamberg oder in noch größere Städte fahren, um ein breites Angebot zu genießen und seinen kulturellen Horizont zu erweitern. Die Konzerte, die in Bayreuth stattfinden, gibt es in jeder anderen Stadt auch, ebenso die meisten Museen. Mit der Wiedereröffnung des Markgräflichen Opernhauses ziehen wenigstens wieder ein wenig Musik und Theater in ein weiteres Gebäude der Stadt. Ein richtiges Stadttheater findet man hier nämlich auch nicht. Da trösten nur die Live-Übertragungen im Kino und das Leihentheater Studiobühne darüber hinweg.


Gute Gastro- und Kneipenszene

Was immer sehr beliebt scheint, ist die Gastronomie und Kneipenszene der Stadt. Die zahlreiche Restaurants sind immer gut gefüllt und abends streifen die Studenten durch die Straßen der Innenstadt. Ist aber Wochenende und die Studierenden besuchen ihre Familien, herrscht in der Fußgängerzonen gähnende Leere. Die Einheimischen genießen die Ruhe, Auswärtigen ist es zu unaufgeregt. In Bayreuth weiß man jedenfalls immer, wo was los ist, denn viel Auswahl hat man nicht. Das sorgt aber wiederum dafür, dass man immer wieder bekannte Gesichter trifft und sich schnell ein persönlicher Draht entwickelt.


Die fränkische Mentalität muss man mögen - oder auch nicht

Die fränkische Mentalität liebt oder hasst man. Ein Zwischen-Ding gibt es nicht. Franken sind eben eigen, aber wer ist das nicht. Auf die einen wirken die Franken unfreundlich und mürrisch, gerade die Bayreuther kommen aufgrund ihrer Kleinstadtmentalität nicht immer unbedingt gastfreundlich und aufgeschlossen rüber. Andere wiederum haben die fränkische "Basst scho"-Haltung lieben gelernt und schätzen das gemütliche aber mitunter zynische Wesen der Einwohner.

Schlussendlich kann man nur sagen, dass Bayreuth - wie jede andere Stadt - seine positiven und negativen Eigenschaften hat. Im Endeffekt muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er sich in der Stadt wohlfühlt oder nicht.
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