Bayreuth
Stadtführung

Die Top 10 Sehenswürdigkeiten in Bayreuth

Ob Eremitage, Markgräfliches Opernhaus oder die Tropfsteinhöhlen in der Fränkischen Schweiz - an Sehenswürdigkeiten mangelt es Bayreuth und Umgebung nicht.
Artikel einbetten
Hinter einem Blumenbeet thront das Bayreuther Festspielhaus auf dem Grünen Hügel der Stadt.Foto: Daniel Karmann dpa/lby
Hinter einem Blumenbeet thront das Bayreuther Festspielhaus auf dem Grünen Hügel der Stadt.Foto: Daniel Karmann dpa/lby
Obwohl Bayreuth mit seinen rund 73.000 Einwohnern nicht zu den Großstädten Deutschlands zählt, hat es kulturell viel zu bieten. Viele Sehenswürdigkeiten der Stadt sind vom Einfluss des Markgräflichen Ehepaars Friedrich und Wilhelmine geprägt. Als Schwester von Friedrich dem Großen hatte Wilhelmine einen hohen kulturellen und ästhetischen Anspruch.

Im 18. Jahrhundert ließ sie in der damals eher unscheinbaren Stadt einige Bauwerke errichten, die architektonisch mit den großen Metropolen Europas mithalten konnten. 10 Sehenswürdigkeiten, die man in Bayreuth und Umgebung nicht verpassen sollte:


1. Markgräfliches Opernhaus

Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth gilt als eines der besterhaltenen und schönsten Barocktheater Europas. Nicht umsonst wurde es 2012 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Zu verdanken ist das in erster Linie Markgräfin Wilhelmine.

Sie sorgte 1744 dafür, dass im kleinen Bayreuth ein Opernhaus gebaut wurde, das den großen Metropolen in nichts nachstand. Immerhin beherbergte es zu seiner Zeit die größte Bühne Deutschlands. Bei all dem Prunk überrascht es fast, dass das Opernhaus nach nur vier Jahren Bauzeit fertig gestellt wurde.

Im Moment wird das Opernhaus intensiv restauriert und ist deshalb geschlossen. Nach einer über fünfjährigen Sanierungszeit wird das Opernhaus - die wohl bedeutendste Sehenswürdigkeit Bayreuths - voraussichtlich am 12. April 2018 wiedereröffnet.

Hier geht es zum Opernhaus


2. Das Bayreuther Festspielhaus

Das Bayreuther Festspielhaus ist seit 1876 Schauplatz der weltberühmten Richard-Wagner-Festspiele und befindet sich auf dem sogenannten Grünen Hügel der Stadt. Im Vergleich zum Markgräflichen Opernhaus wirkt das Festspielhaus mit seiner schlichten Backsteinfassade fast unspektakulär. Das ist aber gewollt. Denn Ursprünglich war es das prunkvolle Markgräfliche Opernhaus, das Richard Wagner 1872 nach Bayreuth zog.

Schon bei seinem ersten Besuch merkte Wagner jedoch, dass sich das Opernhaus für seine geplanten Festspiele nicht besonders eignet. Es war zu klein und zu pompös.

Weil ihm die Stadt gefiel, entschied er sich dennoch für einen Umzug nach Bayreuth. Noch im selben Jahr veranlasste Wagner den Bau seines neuen Festspielhauses. Es sollte sehr viel schlichter, dafür aber zweckmäßiger als das Wilhelminische Opernhaus werden.
Genau das sorgt noch heute für die einzigartige Akustik im Saal. Das Orchester spielt zum größten Teil verdeckt unterhalb der Bühne im bis zu zwölf Meter tiefen Orchestergraben. Diese indirekte Klangbeschallung ist für das Festspielhaus kennzeichnend.

Hier gibt es nähere Infos zum Festspielhaus


3. Richard Wagner Museum (Haus Wahnfried)

Am Rande des Bayreuther Hofgartens befindet sich eine Sehenswürdigkeit, die bei einem Stadtbesuch nicht ausgelassen werden sollte. Das Haus Wahnfried war von 1874 bis 1883 das Wohnhaus des bedeutenden deutschen Komponisten Richard Wagner. Die Räumlichkeiten des ehemaligen Wohnhauses werden mittlerweile als Museum genutzt.

Das Richard Wagner Museum setzt sich aus drei Gebäuden zusammen: dem Haus Wahnfried, dem Siegfried Wagner-Haus und dem Neubau. In jedem davon gibt es eine Dauerausstellung mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten: Das Haus Wahnfried widmet sich dem Leben und dem Werk Richard Wagners. Das Siegfried Wagner-Haus beleuchtet die Ideologie Richard Wagners, der heute oft für seinen offensiven Antisemitismus kritisiert wird - sowie die persönlichen Beziehungen der Familie zum Nationalsozialismus und zu Adolf Hitler selbst. Der Neubau behandelt die Geschichte der Bayreuther Festspiele. Hier werden historische Bühnenmodelle, Kostüme und weitere Requisiten aus dem Bayreuther Festspielhaus ausgestellt.

Hier geht es zum Richard Wagner Museum


4. Eremitage und das Alte Schloss

Die Eremitage ist eine barocke Parkanlage vor den Toren der Stadt. Im Sommer findet hier jährlich das Bayreuther Sommernachtsfest statt. Doch auch während der restlichen Zeit ist die Parkanlage eine eindrucksvolle Bayreuther Sehenswürdigkeit: Im Park befindet sich das Alte Schloss, das 1715 von Markgraf Georg Wilhelm errichtet wurde - sowie ein Neues Schloss, das Markgräfin Wilhelmine rund 30 Jahre später erbauen ließ.

Besucher können bei einer Führung das Innere des Alten Schlosses mit seinem Japanischen Kabinett und dem Chinesischen Spiegelscherbenkabinett besichtigen. Doch Vorsicht: Im Winter sind die Räumlichkeiten des Alten Schlosses vom 16. Oktober bis zum 31. März geschlossen.

Das Neue Schloss mit dem Sonnentempel im Zentrum ist ein weiterer Blickfang. Es kann zwar nicht betreten werden. Aber die halbkreisförmigen Arkadengänge davor, sowie die Orangerie laden zum Flanieren ein.

Von Mai bis Oktober findet an der Oberen Grotte außerdem von 10 bis 17 Uhr zu jeder vollen Stunde ein Wasserspiel statt - an der Unteren Grotte jeweils 15 Minuten später.

Hier geht es zur Website der Eremitage


5. Neues Schloss

Nicht zu verwechseln mit dem Neuen Schloss in der Parkanlage Eremitage ist das Neue Schloss in der Bayreuther Innenstadt. Als das Alte Stadtschloss 1753 abbrannte, errichtete das Markgrafenpaar Friedrich und Wilhelmine ein neues Residenzschloss direkt neben dem heutigen Hofgarten.

Das Neue Schloss ist Ausdruck des "Bayreuther Rokokos" und wurde stark vom ästhetischen Anspruch Wilhelmines geprägt. Besonders spektakulär: der Salon mit Golddecke, das Palmenzimmer mit seiner kostbaren Nussholzvertäfelung, sowie Wilhelmines Japanisches Zimmer, das an ein Gartenspalier - bewachsen mit exotischen Blumen - erinnert.

Die Sehenswürdigkeit beherbergt außerdem einige Museen: Zum Beispiel "Das Bayreuth der Markgräfin Wilhelmine" und das Museum "Bayreuther Fayencen -Sammlung Rummel" im Erdgeschoss, sowie die Dauerausstellung "Galante Miniaturen - Sammlung Dr. Löer" im Hauptgeschoss.

Hier geht es zum Neuen Schloss


6. Ökologisch-Botanischer Garten

Eine weitere Bayreuther Sehenswürdigkeit befindet sich auf dem Campus der Universität: Im Ökologisch-Botanische Garten (ÖBG) können Besucher auf dem 16 Hektar großen Gelände innerhalb weniger Stunden eine botanische Weltreise unternehmen: von tropischen Regenwäldern bis zur Gebirgsvegetation des Himalajas. Rund 12.000 Pflanzenarten können hier bestaunt werden.

Rätsel-Fans können den Ausflug mit einer GPS-Schnitzel-Jagd quer übers Gelände verbinden. Mit Hilfe einer App kann man sich anhand von 38 Fragen spielerisch über das Gelände lotsen lassen.

Im ÖBG werden regelmäßig kostenlose, öffentliche Führungen angeboten. Gruppen können außerdem unter Absprache private Führungen buchen. Die Gebühr beträgt pro Gruppe 45 Euro. Schulklassen müssen lediglich 35 Euro bezahlen.

Hier gibt es weitere Infos zum Ökologisch-Botanischen Garten


7. Maisel's Bier-Erlebnis-Welt

Bierliebhaber sollten sich eine Bayreuther Sehenswürdigkeit auf keinen Fall entgehen lassen: In Maisel's Bier-Erlebnis-Welt dreht sich auf einer Fläche von 4.500 Quadratmetern alles rund um den beliebten Gerstensaft. Oberfranken ist berühmt für seine Bierkultur und hat mit über 200 Brauhäusern die größte Brauereiendichte der Welt.

Das denkmalgeschützte Brauereimuseum wurde 1988 als "umfangreichstes Biermuseum der Welt" ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. Bei einem Rundgang durch die Räumlichkeiten des Museums erfahren Besucher einerseits viel über die fränkische Bierkultur an sich, andererseits aber auch über das Handwerk der Brauereikunst.

Zu besichtigen gibt es viel: unter anderem das Sudhaus, in dem die Bierwürze hergestellt wird. Der Fasskeller und die Büttnerei geben Aufschluss über den aufwendigen Herstellungsprozess von Bierfässern. Außerdem gibt es eine Ausstellung von rund 5.500 verschiedenen Biergläsern und Krügen.

Die Besichtigungen finden täglich um 14 Uhr und 18 Uhr statt und dauern etwa 60 Minuten. Gruppen ab 10 Personen können nach telefonischer Absprache auch Führungen zu individuellen Zeiten buchen.

Hier erfahren Sie näheres über Maisel's Bier-Erlebnis-Welt


8. Schloss Faintaisie mit Gartenkunst-Museum

Etwa fünf Kilometer von Bayreuth entfernt kommen Gärtnerei-Interessierte auf ihre Kosten: Das imposante Schloss Faintaisie hält nicht nur eine ansehnliche Parkanlage bereit, sondern beherbergt seit 2000 auch das erste Gartenkunst-Museum Deutschlands.

Im 18. Jahrhundert begann das Markgrafenpaar Friedrich und Wilhelmine mit dem Bau der Anlage. Später wurde sie von ihrer Tochter Friederike Sophie vollendet. Deshalb beinhaltet der Schlosspark auch Elemente aus verschiedenen Stilepochen - wie beispielsweise dem Rokoko oder dem Historismus.

Das Gartenkunst-Museum beschäftigt sich in erster Linie mit der süddeutschen Gartengeschichte des 17. bis 19. Jahrhunderts. Diese wird in zwanzig verschiedenen Räumen in Szene gesetzt. Die Verknüpfung von Geschichte und Gegenwart macht das Museum besonders: Besucher erhalten Informationen zur Gartenkunst-Historie inmitten einer Schloss- und Parkanlage, die selbst Teil der Gartenkunst-Geschichte ist.

Hier erfahren Sie mehr über Faintaisie und das Gartenkunst-Museum


9. Teufelshöhle bei Pottenstein

Etwa 40 Kilometer von Bayreuth entfernt befindet sich die Teufelshöhle. Dabei handelt es sich um eine natürliche Tropfsteinhöhle nahe der oberfränkischen Kleinstadt Pottenstein im Landkreis Bayreuth. Sie ist die größte der rund 1.000 Höhlen in der Fränkischen Schweiz und eine der besterschlossenen Schauhöhlen Deutschlands.

Die Gesamtlänge der Höhle beträgt etwa 3.000 Meter. Rund die Hälfte davon ist für die Öffentlichkeit bei Führungen begehbar. Der Eingang der Höhle - das sogenannte Teufelsloch - ist eine rund 14 Meter hohe und 25 Meter breite Felsgrotte. Das Innere der Höhle setzt sich aus mehreren großen Hallen zusammen, die durch enge Gänge miteinander verbunden sind. Besonders spektakulär ist der Barbarossadom: Der Höhlenraum ist rund 45 Meter lang, 18 Meter breit und etwa 18 Meter hoch. Über ihm liegt eine etwa 52 Meter dicke Felsschicht.

Eine Führung durch die Teufelshöhle dauert etwa 45 Minuten. Zu luftig sollte man sich nicht anziehen. Denn in der Höhle herrscht eine konstante Temperatur von 9 Grad Celsius - sowohl im Sommer als auch im Winter.

Hier geht es zur Teufelshöhle


10. Felsendorf Tüchersfeld mit dem Fränkische-Schweiz-Museum

Wer genug vom Bayreuther Stadttrubel hat, findet in der umliegenden Fränkischen Schweiz Natur und Erholung. Das Felsendorf Tüchersfeld lässt sich gut mit einer längeren Wanderung durch die Region verbinden. Wer nicht ganz so viel Zeit hat, sollte sich die Sehenswürdigkeit trotzdem nicht entgehen lassen. Bekannt ist das rund 250-Seelendorf für seine markanten, hoch übers Dorf ragenden Felsnadeln, die ein Überbleibsel aus der Jura-Zeit sind.

Sehenswert ist auch das Fränkische-Schweiz-Museum: Die - an die Gesteinstürme angrenzenden - Fachwerkhäuser wirken fast so, als hätte man sie an den Fels geklebt. Wie der Name bereits sagt, dreht sich im Museum alles um die Fränkische Schweiz. Von ihrer Bodenbeschaffenheit und Archäologie bis hin zur Geschichte und regionalen Traditionen.

Da die heutigen Museumsgebäude im 18. Jahrhundert ursprünglich von Juden finanziert wurden, befindet sich dort auch eine Synagoge, in der über die jüdische Kultur - speziell den jüdischen Jahreskreislauf - informiert wird.

Hier gibt es weitere Informationen zum Fränkische-Schweiz-Museum
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren