Bamberg
Bamberg zaubert

Ein Zauberer lässt sich über die Schulter schauen

Vom 19. bis 21. Juli ist Bamberg fest in der Hand von magischen Künstlern. Wer sich fragt, wie die Zauberer das mit den Knoten und Münzen und Karten machen: Schauen Sie unser Video an!
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Immer wieder verblüffend: Draufpusten und der Knoten verschwindet. Wie das funktioniert? Für Klaus Kühn ein Kinderspiel. Foto: Barbara Herbst
Immer wieder verblüffend: Draufpusten und der Knoten verschwindet. Wie das funktioniert? Für Klaus Kühn ein Kinderspiel. Foto: Barbara Herbst
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... dann werden sie wieder da stehen und blasen Knoten aus Seilen und lassen Karten verschwinden und machen Tücher bunt und so. Und die Zuschauer stehen ebenfalls da - und staunen und fragen sich: Wie kriegen diese Zauberer das bloß hin? Sieht ja eigentlich ganz einfach aus: Knoten da, Knoten weg. "Von wegen einfach!" sagt Klaus Kühn und lacht. Wir haben den Mitbegründer des Festivals "Bamberg zaubert" gebeten, ein paar Kunststücke vorzuführen und uns zu verraten, wie sie funktionieren. Doch langsam: Auf das Verraten von Zaubertricks steht eine Strafe.




Drei Tricks fürs Video
Weil Kühn aber weiß, dass Magie einfach Neugier weckt und die Menschen zum Rätseln bringt, hat er sich doch überreden lassen und drei kleine Kunststücke gezeigt: Zwei Kartentricks und ein psychokinetisches Effekt-Kunststück mit einer Schraube samt wundersam sich drehender Mutter. Das Ergebnis ist auf unserer Themenseite zaubern.inFranken.de zu sehen.


Bitte nachmachen!
Vor allem den Trick mit den sechs schwarzen und der einen roten Karte - sieht von vorn ganz einfach aus! - findet Kühn selbst ganz gut. "Das ist eine nette Geschichte", sagt er und schmunzelt, wenn er an das Video denkt und daran, wie manche sich dann am Karteln versuchen werden. Vielleicht mit Erfolg: "Das kann jeder nachmachen", meint Kühn. Weil es in diesem speziellen Fall eher einfach sei und daher kein richtiges Zaubergeheimnis. Offiziell dürfen Kühn und seine Kollegen ihre Künste nämlich nicht verraten, darauf steht eine Vereinsstrafe. Das Schweigegebot ist eines der obersten des Magischen Zirkels und steht auch in dessen Satzung. Der Zirkel: Das ist eine "Internationale Vereinigung der Zauberkünstler zur Pflege der magischen Kunst" mit 2900 Mitgliedern weltweit. Stars wie David Copperfield oder Siegfried&Roy sind Ehrenmitglieder.


101 Jahre Magischer Zirkel
In Deutschland gibt es den Magischen Zirkel seit 101 Jahren. Die Zauberkünstler sind in 87 Ortszirkeln aktiv, in Franken ist der Verein in Nürnberg, Fürth, Würzburg, Ansbach, Bayreuth und Wendelstein vertreten. In Bamberg war es Klaus Kühn selbst, der 2003 den Ortszirkel und auch die "Zauberfreunde Bamberg" gründete. Doch vorher kam noch etwas anderes: Bamberg zaubert.

1998, erzählt Kühn, erarbeitete er gemeinsam mit dem damaligen Citymanager Stefan Pruschwitz, dem Kabarettisten Mäc Härder und dem Berufszauberer Rainer Wimmer das Konzept für das magische Festival. 1999 fand es zum ersten Mal statt. Seitdem wird Bamberg jedes Jahr im Juli aufs Neue verzaubert, wobei sich Konzept und Organisation stark verändert haben und von den Gründern heute keiner mehr dabei ist.

Zwei Jahre Zauberlehrling
Kühn widmet sich stattdessen intensiv der Zauberei. Der gelernte Grafiker und Designer kam 1980 zum Magischen Zirkel München und bestand zwei Jahre später seine Aufnahmeprüfung. Das ist das übliche Procedere: Wer Zaubern lernen will, muss mindestens zwölf Jahre alt sein und Grundgriffe mit Karten, Tüchern, Seilen oder Münzen üben. Und üben und immer wieder üben, Karten mischen, Münzen verschwinden lassen: Das bringt Klaus Kühn in seinem Ortszirkel bei den alle zwei Wochen stattfindenden Treffen in Oberhaid (Lkrs. Bamberg) gerade sechs Jungs zwischen zwölf und 18 Jahren bei. "Manche können's schon ganz gut", sagt Kühn. Es freut ihn, wenn die Jungs von ihm, dem 63-jährigen Zauber-Senior etwas lernen. "Ich vermittle ihnen gern die Freude am Zaubern".

Ob sich sein und das Engagement seiner Zauberlehrlinge lohnt, wird sich bei der Aufnahmeprüfung zeigen. Wer gut genug sein will für den Magischen Zirkel, muss theoretisches Wissen über die Zauberei parat haben, einen praktischen Teil mit verschiedenen Techniken bestehen und darf zum Schluss eine kleine Kür zeigen. Wer dann geprüfter Magier ist, ist mit allen Tricks gewaschen. Aber: Er schweigt sich darüber aus.


Magischer Zirkel
Mehr Infos über den Magischen Zirkel Deutschland und den Ortszirkel Bamberg samt aller Termine der Ortstreffen, Workshops, Seminare für Jugendliche, Zauberbörsen etc. gibt es auf der Internetseite des Vereins.
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