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"Bamberg zaubert": Wer profitiert, wer nicht

"Bamberg zaubert" war so groß wie nie. Besucher von außerhalb lieben das Fest, die Gastronomie profitiert. Der Handel verspürt keine größere Kaufkraft.
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Eis, Getränke, Essen - bei "Bamberg zaubert" am Wochenende haben die Gastronomen gute Umsätze gemacht. Die Einzelhändler verspüren dagegen weiterhin keinen direkten Effekt durch die Massen, die sich an der Veranstaltung durch Bamberg bewegen.  Foto: Ronald Rinklef
Eis, Getränke, Essen - bei "Bamberg zaubert" am Wochenende haben die Gastronomen gute Umsätze gemacht. Die Einzelhändler verspüren dagegen weiterhin keinen direkten Effekt durch die Massen, die sich an der Veranstaltung durch Bamberg bewegen. Foto: Ronald Rinklef
"Bamberg zaubert" war aus Sicht der Veranstalter in diesem Jahr ein großer Erfolg. Stadtmarketingchef Klaus Stieringer spricht vom größten, schönsten und friedlichsten Straßenkünstler-Festival, das Bamberg in 18 Jahren erlebt hat.

Doch wer profitiert eigentlich davon? Im vergangenen Jahr hatte das Institut für Geographie der Uni Bamberg eine Umfrage unter 113 Einzelhändlern zu den Großveranstaltungen durchgeführt. 53,9 Prozent der befragten Innenstadthändler gaben an, dass die Events keine Veränderungen bringen.

Das bestätigt sich bei einer stichprobenartige Umfrage unserer Zeitung unter Einzelhändlern auch in diesem Jahr. "Wenn die Leute in die Stadt gehen, um sich zu vergnügen, dann kaufen sie keine Blumen", sagt Heike Tomesch vom Blumenstudio am Maxplatz. Durch die ganzen Aufbauten verschwinde ihr Geschäft aus dem Blickfeld und sei weniger gut zu erreichen. Daran habe sich auch in diesem Jahr nichts geändert. Sie habe an dem Wochenende also nicht mehr Umsatz gemacht.


Schönes Event für die Stadt

Bei den Bekleidungsgeschäften "ali er&sie" an der Oberen Brücke sieht die Lage ähnlich aus: Die Geschäfte seien so gut besucht wie an einem normalen Samstag, heißt es von einer Mitarbeiterin. Trotz Massen, die sich vor der Tür vorbeigeschoben haben, sind nicht mehr Kunden in die Mode-Geschäfte gekommen als gewöhnlich. Allerdings ist die Situation an der Oberen Brücke heuer durch die Baustelle eine besondere.

Für Silvy Hahn, Inhaberin der gleichnamigen Parfümerie am Grünen Markt, hat sich bei "Bamberg zaubert" nicht viel geändert: "Für den Umsatz des Handels bringt es nichts." Allerdings betont sie auch: "Für die Stadt generell ist es ein schönes Event." Außerdem habe sich in diesem Jahr die bessere Organisation bemerkbar gemacht: Es durfte nicht mehr jeder Künstler stehen, wo er wollte. "Es war mehr Luft in der Fußgängerzone", sagt Silvy Hahn. Eine Verbesserung zumindest für die Situation am Grünen Markt. Es seien dadurch ein paar mehr Kunden gekommen.

Vor dem Geschäft waren in der Vergangenheit ein Gastro-Stand und eine Auftrittsstelle, beides wurde in diesem Jahr verlagert. Genauso ist die Stelle am Eingang der Fußgängerzone in der Hauptwachstraße gestrichen worden: "Einer der neuralgischen Punkte ist dadurch entzerrt worden", sagt Stadtmarketingchef Klaus Stieringer.


Vom Wetter abhängig

Mehr Kundschaft bei "Bamberg zaubert" verspüren vor allem die Gastronomen. Es war am Wochenende heiß, die Schlangen an den Eisdielen entsprechend lang. So lief das Geschäft im Café "Riffelmacher" auf der Oberen Brücke sehr gut, was allerdings stark vom Wetter abhänge, sagt Leo Wohlfahrt. "Unabhängig davon zählt ,Bamberg zaubert‘ zu einer der schönsten Veranstaltungen der Stadt, damit kommt Bewegung in die Stadt, das ist für uns alle wichtig", findet Wohlfahrt.

Organisator Klaus Stieringer betont mit Blick auf "Bamberg zaubert", dass die Veranstaltung mit relativ kurzer Verweildauer an den Auftrittsstellen der Künstler natürlich mehr den Hotels, Taxiunternehmen und Gastronomen zugute komme und weniger dem Einzelhandel. Aber: "Wir haben den Auftrag, dass man Bamberg als lebendig wahrnehmen soll." Das sei mit Blick auf "Bamberg zaubert" in diesem Jahr gelungen. Dagegen sei das Blues- und Jazz-Festival, das Anfang August stattfindet, vom Publikum und der Konzeption her eher eine Veranstaltung, bei der wieder der Einzelhandel profitiere.


Künstlern hat es gefallen

Stieringers Fazit zu "Bamberg zaubert" fällt absolut positiv aus: Beschwerden seien ihm kaum zu Ohren gekommen, wobei die Nachbesprechung mit allen Beteiligten am Freitag erst noch ausstehe. "Wichtig ist, dass es keine Zwischenfälle gab", betont Stieringer. Und auch die Künstler hätten ausnahmslos gesagt, sie würden gerne wieder kommen - was nicht selbstverständlich sei.
Einen Kritikpunkt habe das Stadtmarketing aber aufgegriffen: "Es müssen noch mehr Mülleimer aufgestellt werden", sagt der Geschäftsführer.
Nach Schätzungen der Organisatoren waren am vergangenen Wochenende über 200 000 Besucher zu "Bamberg zaubert" gekommen. Manchem war es zu voll: "Also die Bamberger, die ich gefragt habe, meiden dieses Fest. Das Fest sei ihnen zu groß und habe mit seinen Ursprüngen nicht mehr viel gemein. Ich kann dem nur beipflichten. Es ist mehr ein Fest für auswärtige Besucher als für Bamberger", kommentiert "Blauer_Klabauter" auf unserem Portal inFranken.de.
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